Stadtbekannter goldener Mercedes aus Castrop-Rauxel beschäftigt die Polizei in Hamburg

rnProtz-Auto

Mit dem goldenen Mercedes über die Reeperbahn in Hamburg fahren – klingt eigentlich ganz passend. Wenn da nicht die Polizei gewesen wäre. Die fand das nämlich gar nicht so gut.

Castrop-Rauxel

, 13.07.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Mercedes mit Castrop-Rauxeler Kennzeichen zog am Mittwoch (10. Juli) die Aufmerksamkeit in Hamburg auf sich. Aber auch die der Polizei. Die hat den 27-jährigen Fahrer des goldenen Mercedes‘ aus dem Verkehr gezogen und das Auto sichergestellt.

Die Begründung der Polizei: Der vergoldete Mercedes AMG C63 sei eine Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer. Der starke Spiegeleffekt der goldenen Folie könne andere Autofahrer blenden.

Spazierfahrt mit goldenem Mercedes durch die Polizei beendet

Gegen 14.30 Uhr war die Spazierfahrt auf der Reeperbahn beendet. An der Ecke Davidstraße stellte die Hamburger Polizei das goldglänzende Fahrzeug sicher. „Die Kollegen haben einen Verstoß gegen Paragraf 19 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung festgestellt“, sagt Rene Schönhardt, Pressesprecher der Polizei Hamburg. Demnach erlischt die Zulassung, „wenn Änderungen vorgenommen werden, durch die (...) eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern zu erwarten ist“.

Die goldene Folierung des Fahrzeugs sei unzulässig. Der Mercedes wurde abgeschleppt. Den Fahrer erwartet eine Anzeige wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit.

Mercedes darf erst mit neuer Folie wieder auf die Straße

Außerdem darf der Mercedes nur mit neuer Folie wieder in Gang gesetzt werden. Aber auch der eigentliche Halter kommt nicht ungeschoren davon. Denn die goldene Folierung verstoße auch gegen dessen Pflichten, so Schönhardt weiter. Eine Anzeige sei auch hier gestellt worden.

Stellt sich für die Castrop-Rauxeler eigentlich nur noch die Frage: Wenn die Folierung gegen die StVZO verstößt, warum wurde das stadtbekannte Auto nicht schon längst von den örtlichen Behörden aus dem Verkehr gezogen?

Die Strahlkraft des Autos hängt vom Wetter ab

Das erklärt ein Sprecher der Polizei Recklinghausen wie folgt: Man könne sich als Grundlage für den Vorgang in Hamburg am ehesten den Paragrafen 1 der Straßenverkehrsordnung vorstellen. Darin heißt es: „Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.“

Im Einzelfall obliege es der Entscheidung der Polizisten, ob hier ein Verstoß vorliege oder eben nicht.

Außerdem hänge es laut Polizei Recklinghausen auch mit der Witterung zusammen, ob ein strahlend goldenes Auto wirklich strahlend ist und andere Verkehrsteilnehmer gefährden könne. Ist es wolkig und trüb, blendet ein goldenes Auto eben weniger als bei strahlendem Sonnenschein.

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