Polizeikräfte gehen in eine Wohnung. Bei einer Großrazzia gegen Geldwäsche und organisierte Kriminalität hat die Polizei am Mittwochmorgen in drei Bundesländern Wohnungen und Büros durchsucht. Auch in Castrop-Rauxel war sie im Einsatz. © picture alliance/dpa
Organisierte Kriminalität

Großrazzia gegen Hawala-Netzwerk: Vier Objekte in Castrop-Rauxel durchsucht

Mit einer Großrazzia von mehr als 1400 Beamten ist die Polizei höchst erfolgreich gegen ein internationales Netzwerk vorgegangen. Auch in Castrop-Rauxel wurden Objekte durchsucht.

Die Bilanz von Staatsanwaltschaft, Polizei und Steuerfahndung am Ende eine Großeinsatzes in gleich drei Bundesländern ist positiv. 86 Durchsuchungen wurden am Mittwoch (6.10.) vermeldet, elf Festnahmen und die Sicherstellung von umfangreichem Beweismaterial. Auch in Castrop-Rauxel waren Einsatzkräfte unterwegs.

Für NRW-Innenminister Herbert Reul ist die Aktion „eines der größten Verfahren in meiner Amtszeit“. Er sagte auch: „Wir haben heute einen extrem ergiebigen Geldhahn abgedreht. Das war ein verdammt dickes Ding.“

Unter anderem an der Gaswerkstraße, Ecke Emschertalstraße kamen Bewohner am Mittwochmorgen zeitweise nicht aus ihrem Haus. Sie beobachteten ein großes Polizeiaufgebot. Wo genau in Castrop-Rauxel Durchsuchungen stattgefunden haben, will die Staatsanwaltschaft nicht sagen. Soviel aber bestätigt ein Pressesprecher: „Es gab Durchsuchungen in vier Objekten“.

Bei Durchsuchungen in Castrop-Rauxel Beweismittel gefunden

Objekte, das sind Wohnungen, aber vor allem auch Geschäftsräume, so der Sprecher. Ziel sei das Auffinden von Beweismitteln gewesen. Und ja, so bestätigt er, dies sei in Castrop-Rauxel auch erfolgreich gewesen.

Erfolgreich wie die gesamte Aktion zur Verfolgung organisierter Straftaten in NRW wegen des „Verdachts der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, der Geldwäsche sowie Verstößen gegen das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz“. Seit den frühen Morgenstunden waren Beamte im Einsatz.

Insgesamt wurden 85 Objekte (Häuser, Wohnungen, Büros und Geschäftsobjekte) durchsucht, zehn davon mit Unterstützung durch Spezialeinheiten. Dem Einsatz vorausgegangen waren monatelange Ermittlungen, nachdem sich Hinweise auf ein international agierendes Hawala-Netzwerkes ergeben hatten.

Bargeld und Vermögen im Wert von 4,5 Millionen Euro gesichert

Das Verfahren richtet sich insgesamt gegen 67 Beschuldigte. Über das internationale Netzwerk sollen 140 Millionen Euro – illegal in Deutschland erlangtes Vermögen – ins Ausland insbesondere Türkei und Syrien verschoben worden sein. Teile sollen auch zur Terror-Finanzierung an die frühere al-Nusra-Front in Syrien geflossen sein.

Bei dem Großeinsatz wurden unter anderem 14 Konten gepfändet. Weiterhin wurden Bargeld und Vermögenswerte in Höhe von ca. 4,5 Millionen Euro gesichert, darunter Luxusuhren, Schmuck, Gemälde und mehrere hochpreisige Sportwagen.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen