Grüne Bedenken zur Wasserstoff-Wende: Davon profitiert das Erdgas-Fracking in den USA

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Die FDP will die Wasserstoffwende in Castrop-Rauxel. Die Antriebsform sei zukunftsweisend. Alle stimmten für einen Beitritt zum H2-Netzwerk - trotz dieser Argumente der Grünen gegen Wasserstoff.

Castrop-Rauxel

, 30.11.2019, 20:49 Uhr / Lesedauer: 2 min

*Anmerkung die Redaktion: In der ersten Version dieses Artikels lautete die Überschrift „Grüne gegen Wasserstoff-Wende: Davon profitiert das Erdgas-Fracking in den USA“. Sie basierte auf einer Pressemitteilung / Stellungnahme, die wir nun hier zur Ansicht veröffentlichen. Die Grünen stimmten trotz dieser Bedenken für den Beitritt zum H2-Netzwerk. Darum ist „Grüne Bedenken zur Wasserstoff-Wende“ die korrekte Überschrift, nicht die vorherige Version. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Grüne Bedenken zur Wasserstoff-Wende: Davon profitiert das Erdgas-Fracking in den USA

Die Stellungnahme der Grünen vor dem Ratsentscheid, bei dem sie für den Beitritt zum H2-Netzwerk stimmten. © Weckenbrock, Tobias

So ganz wollen die Grünen diese neue Technologie mit Brennstoffzelle und Wasserstoff-Antrieb nicht verdammen. In der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag stimmte die Fraktion darum wie alle anderen Politiker für den Beitritt der Stadt Castrop-Rauxel zum H2-Netzwerk. Aber bei der weitreichenderen Initiative der FDP in Castrop-Rauxel sind sie nicht voll dabei.

„Die Grünen sehen in dieser Technik nur einen Vorteil in der Nutzung für beispielsweise Lkw. Die Ausstattung von Pkw ist umweltpolitisch nicht nachhaltig“, argumentiert Notburga Henke, Ratsfrau und Vorsitzende des Umweltausschusses. Als Mittel zur nachhaltigen Energiewende stellt sie das deutlich in Frage.

Die Suche nach einer weniger umwelt- und klimastörenden Energie sei spannend. „Wasserstoff und Brennstoffzelle sollen es nun richten und gleichzeitig für ein gutes Gewissen beim Autofahren sorgen“, so Henke. Aber wie nachhaltig ist diese Technik?

Grüne stellen Nachhaltigkeit in Abrede

Eine Brennstoffzelle, die mit Wasserstoff Strom für einen Elektromotor erzeugt, benötige heute noch recht viel Platin zur Herstellung. „Das mag sich ändern. Die Wege dazu sind aber noch unklar“, sagt Notburga Henke. Brennstoffzellen würden aber nur rund 20 bis 30 Prozent der eingesetzten Energie nutzen, reine E-Autos 70 Prozent.

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Noch interessanter sei das Mittel, wenn der benötigte Wasserstoff aus Erdgas gewonnen wird: „Seit Jahren versuchen die USA, aus Fracking gewonnenes Erdgas auf den europäischen Markt zu drücken“, so Henke. Die Bundesregierung begrüße dieses Ziel und helfe beispielsweise beim Ausbau eines Flüssiggasterminals in Wilhelmshaven.

Fracking-Erdgas zur Wasserstoff-Erzeugung

„Dieses verflüssigte Fracking-Erdgas ist 20 Prozent teurer als das russische. Auch wird es unter hohem Energieaufwand verflüssigt und dann mit Tankern mit Verbrennungsmotor von den USA nach Europa geschifft“, erläutert Henke weiter. „Außerdem ist dieses hoch methanhaltige Gas 20 Mal klimaschädlicher als CO2.“ Das hindere offenbar nicht daran, ihm den roten politischen Teppich auszurollen.

Vorteil dieser Technik für die USA sei, dass für dieses schon bei der Gewinnung höchst umweltzerstörerische Gas aus Fracking ein Markt geschaffen werde. Vorteile für die Autoindustrie: Mit veränderter Technik werde am herkömmlichen Fortbewegungsmittel festgehalten. Notburga Henke weiter: „Vorteile für Umwelt und Klima: Keine!“

FDP: Energiewende ohne Wasserstoff nicht denkbar

Aus Sicht der FDP in Castrop-Rauxel ist eine Enegiewende ohne Wasserstoff hingegen nicht denkbar. „Je größer der Anteil von Strom aus Wind und Sonne am Energiemix wird, desto notwendiger wird die Speicherung großer Energiemengen“, so die Argumentation von Nils Bettinger. Dafür sei Wasserstoff bestens geeignet.

Es sei wichtig, dass die Stadt Castrop-Rauxel sich auf diesem Feld engagiere und einem bestehenden H2-Netzwerk in der Region beitrete: „Diese Technologie wird Arbeitsplätze schaffen und erhalten, und davon soll auch die Stadt Castrop-Rauxel profitieren“, so Bettinger. Der Beitritt ist nach der Ratssitzung beschlossene Sache.

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