Grünen-Politiker kritisiert Wegfall der Hochbeete

Am neuen Wochenmarkt

Der Wegfall der Hochbeete in der Castroper Altstadt sorgt nun auch für Diskussionen im Umweltausschuss. Während die Verwaltung mobile Bepflanzungen ins Gespräch bringt, wettert Grünen-Politiker Udo Weber gegen die Verlegung des Wochenmarktes in die Fußgängerzone.

CASTROP-RAUXEL

, 01.06.2017, 13:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Grünen-Politiker kritisiert Wegfall der Hochbeete

Dieses Hochbeet in der Münsterstraße hat noch Schonfrist, weil im Grün Vögel brüten.

Daniel Molloisch (SPD) wollte am Dienstagabend im Umweltausschuss von der Verwaltung wissen, ob es abgesehen vom City-Tree, der jetzt nach Rauxel kommt, Ideen für mehr Grün in der Altstadt gebe. Klaus Breuer, Chef des Bereichs Stadtgrün und Friedhofswesen, nahm die öffentlich erklärte Kritik von Margrit Apelhorst und Jan Bormann auf und erklärte: „Die Hochbeete hätten nie an den Standort gedurft, sie lagen im Windschatten der Bebauung.“

Die Stadt beschäftige sich jetzt mit Mobil-Grün. „Wir werden da einen Vorschlag machen“, sagte Breuer. Vielleicht könne man so etwas auch über Sponsoring hinkriegen. „Das ist eine Sache der Zukunft“, lobte Molloisch und verwies auf ein entsprechendes Beispiel bei der Landesgartenschau in Bad Lippspringe. Zuspruch gab es von der grünen Ausschusschefin Notburga Henke: „Ich vermisse die Bäume auch“, betonte sie.

Dann schlug die Stunde von Udo Weber. Der Grünen-Politiker schimpfte wie ein Rohrspatz und fragte: „Was soll dieser ganze Unsinn?“ Seit 25 Jahren hätten die Hochbeete kein Problem für den Rettungsweg der Feuerwehr dargestellt. Ursache, dass die Beete wegmüssten, sei die verfehlte Marktplanung. „Der Rettungsweg kann keine Ausrede ein.“

„Politischer Prozess ist gelaufen“

Wenn Markt in der Fußgängerzone sei, komme da kein Feuerwehrwagen durch. „Ich werde den Feuerwehrchef persönlich anzeigen, wenn da ein Unfall passiert“, drohte Weber. Und setzte noch einen drauf: „Ich zweifele auch die Umfrage des EUV an. Ich sehe keine Mehrheit für den Unsinn, der dort produziert wird.“ Die Mehrheit der Händler sei für den Wochenmarkt auf dem Marktplatz.

„Ihr Engagement in allen Ehren“, sagte der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt. Aber es ergebe keinen Sinn, die Diskussion um den Standort des Wochenmarkts jetzt neu zu beleben. „Der politische Prozess ist gelaufen“, erklärte Dobrindt. „Bei der Abstimmung gab es keine Informationen, dass die Bäume in den Beeten gefällt werden“, setzte Weber noch nach.

Notburga Henke verwies darauf, dass der Markt-Standort in der Fußgängerzone unter Einbeziehung des Bereichs vor dem Reiterbrunnen und des Boulevards ein Jahr lang in der Probephase sei. Bei den drei kleinen Beeten bei der Zuwegung vom Biesenkamp zum Markt gibt es noch keine Entscheidung darüber, ob sie mal ganz verschwinden. Vor einem Jahr waren dort die Kugelrubinien gefällt worden, weil sie zu nah am Gebäude und im Schatten standen und ohnehin mickrig aussahen.

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