Grundschule Am Busch: Nach Corona-Tests sind viele Kinder in Quarantäne

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Nach zwei Corona-Fällen sind an der Grundschule Am Busch 40 Kinder und 6 Lehrer getestet worden. Befunde stehen noch aus, darum gibt es Vorsichtsmaßnahmen. Derweil sorgt sich eine Mutter.

Ickern

, 19.08.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ergebnisse der Corona-Tests bei den Betreuerinnen der OGS Am Busch lagen am Mittwochnachmittag (19.8.) noch nicht vor. Die Abstriche wurden genommen, nachdem am Montag (17.8.) eine Betreuerin positiv auf Covid-19 getestet worden war.

Am Dienstagabend wurde dann ein zweiter positiver Fall an der Ickerner Grundschule bekannt. Die erste Infizierte war eine Betreuerin, die zweite Person ein Schulkind, offenbar aus dem 2. Schuljahr. Die kommissarische Schulleiterin Yvonne Bußmann schrieb am Dienstag einen Elternbrief an die Klassen 2a und 2b.

In der Folge nahm das Deutsche Rote Kreuz Mittwochmorgen Abstriche bei 40 Kindern und 6 Lehrern. Das erklärte Jochem Manz, Sprecher der Kreisverwaltung Recklinghausen, Mittwochmittag auf Anfrage dieser Redaktion. „Für die 40 Kinder wurde eine häusliche Quarantäne ausgesprochen“, sagt Manz. „Bei den Lehrern muss noch abgeklärt werden, wie es weiter geht.“

Schulgemeinde wartet auf Ergebnis der Abstriche

Wann genau mit Ergebnissen zu rechnen sei, vermochte der Kreissprecher nicht zu sagen. Das liege am DRK und am beauftragten Labor. „Positive Fälle kommen sofort“, sagt Manz. „Negative Ergebnisse dauern länger. Sie werden im Block gemeldet, wenn eine Testreihe vorliegt.“

Für die Eltern und rund 200 Kinder an der Grundschule heißt es also: abwarten. Eine Mutter sorgt sich allerdings, ob die getroffenen Maßnahmen ausreichen, das Virus an der Grundschule Am Busch einzudämmen. Ihr sei jetzt bewusst geworden, „wie viele Lücken es doch in unserem so toll ausgeklügelten Infektionsschutzgesetz gibt“, schreibt sie in einer E-Mail an diese Redaktion.

Zwar habe die Schule selbst nach dem ersten Corona-Fall vom Montag direkt reagiert und die OGS umgehend geschlossen. Die Eltern seien angerufen und gebeten worden, ihre Kinder schnellstmöglich abzuholen.

Kritik an Bürgermeister Rajko Kravanja

„Man sollte noch am selben Tag benachrichtigt werden, ob das eigene Kind Kontakt zu der Person hatte“, schreibt die Mutter. Bürgermeister Rajko Kravanja habe in einem Facebook-Post die Corona-Infektion als Erster öffentlich bekannt gegeben. In einem Kommentar sei er dann gefragt worden, bis wann die Betroffenen mit einer Benachrichtigung rechnen können. Kravanja habe am Abend geantwortet: „Wenn überhaupt, dann hätten Sie schon einen Anruf bekommen.“

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Die Mutter moniert: „Leider war er falsch informiert, zumindest nicht besser als die Eltern. Die Anrufe des Gesundheitsamtes erfolgten erst am Dienstagmorgen nach Schulbeginn. Damit saßen eventuell infizierte Kinder schon wieder in der Schule.“

Für die Schreiberin ist das die erste Lücke zur Vermeidung einer Ansteckung. Auch mit Mundschutz und Abstand könne es zu einer Ansteckung kommen – wenn auch mit geringer Wahrscheinlichkeit. „Eventuelle Infektionsketten sollen doch unterbrochen werden. Ist hier nicht der Fall“, kritisiert sie.

Mutter sorgt sich um die Schule als möglichen Hot-Spot

14 OGS-Kinder wurden am Dienstag durch das DRK getestet. Eine Quarantäne wurde bis zum Vorliegen der Testergebnisse nicht angeordnet. Konrektorin Yvonne Bußmann richtete allerdings einen getrennten Unterricht ein. Der Mutter reicht das ebenso wenig wie die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts und ihre Umsetzung durch das Kreisgesundheitsamt.

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„Innerhalb ihrer Gruppe könnte ja auch eine weitere Infektion stattfinden“, argumentiert sie. „Somit ist ein heute negativ getestetes Kind übermorgen vielleicht schon positiv und – da die Kinder auch in ihrer Freizeit weitere soziale Kontakte haben – eine Rückverfolgung der Infektionsketten beinahe unmöglich.“

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit weiterer Infektionen vielleicht gering sei - sie sei gegeben. „Eine Schule ist bestimmt eine gute Quelle für einen neuen Hot-Spot.“

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