Willi Bols hat einen Nachfolger für seine Traditionsfleischerei in Castrop-Rauxel gefunden. © Nora Varga
Traditionsgeschäft

Gute Nachricht: Fleischer Willi Bols hat einen Nachfolger für Obercastrop

Ende August kündigte die Fleischerei Bols in Castrop-Rauxel überraschend die Schließung an. Fast drei Monate später ist jetzt ein Nachfolger gefunden. Willi Bols ist zufrieden mit seiner Wahl.

Finanziell ging es der Traditionsfleischerei in Obercastrop gut. Die Nachricht, dass Fleischermeister Willi Bols und seine Familie das Geschäft aufgeben würden, kam deshalb Ende August völlig überraschend. Aus gesundheitlichen Gründen könne er den Betrieb nicht weiterführen, sagte Bols damals.

Jetzt hat er einen Nachfolger gefunden. Gerüchte zu einer Geschäftsübernahme hatten bereits Mitte der Woche unter seinen Stammkunden die Runde gemacht. Am Donnerstag (11.11.) war es dann offiziell: Die Fleischerei Kranefoer aus Waltrop übernimmt die Firma Bols.

Ein Vorvertrag sei unterschrieben und müsse nur noch ins Reine geschrieben werden, sagte Willi Bols unserer Redaktion am Freitag (12.11.). Ab dem 1. Januar 2021 solle aus der Fleischerei an der Bochumer Straße 86 dann eine Filiale der Fleischerei Walther Kranefoer werden.

Arbeitsplätze bleiben erhalten

Seinen Mitarbeitern teilte Willi Bols das schon am Donnerstag in einer Audio-Botschaft mit. „Details sind natürlich noch nicht besprochen. Das wird jetzt in den nächsten Wochen passieren. In jedem Fall aber wird der Standort erhalten bleiben“, sagte er.

Walther Kranefoer bestätigt das: „Das soll keine kurzfristige Weiterführung werden. Wir kommen nach Castrop, um zu bleiben.“ Auch die Mitarbeiter können am Standort weiterarbeiten. „Die Arbeitsplätze gehen nicht verloren.“

Die Geschäftsübernahme habe sich eher zufällig entwickelt, erzählt Kranefoer weiter. Nachdem bekannt geworden war, dass Willi Bols aus gesundheitlichen Gründen aufhöre, habe er eigentlich nur fragen wollen, wie es seinem Bekannten gehe. „Wir hatten schon vorher immer mal wieder lockeren Kontakt, denn so viele Fleischer gibt es in der Region ja nicht“, sagt er.

So führte ein Gespräch zum anderen. Eine Erweiterung des Unternehmens Kranefoer passt zum jetzigen Zeitpunkt gut. „Ich bin in der glücklichen Lage, eine Tochter zu haben, die im vergangenen Jahr ihren Fleischermeister gemacht hat“, sagt Kranefoer. „Sie wird in Obercastrop vor Ort sein. Als Fleischerin in fünfter Generation.“

Das Geschäft lebt von seinen Stammkunden

Willi Bols hat die Wahl seines Nachfolgers wohl überlegt getroffen. „Wir hatten mehrere Anfragen. Aber bei allen anderen wussten wir von vorneherein: Das funktioniert hier nicht“, sagt er. Denn: „Das Geschäft lebt von seiner Stammkundschaft, die Vertrauen hat und hier gute Erfahrungen macht. Ein reiner Filialist hätte deshalb nicht nach Obercastrop gepasst.“ Das Persönliche an dem familiengeführten Unternehmen Kranefoer gefalle ihm hingegen sehr gut.

Und auch in Sachen Unternehmensphilosophie ähneln sich beide Betriebe: Die Naturfleischerei Kranefoer gehört schon seit 1991 dem Naturverbund Niederrhein an, arbeitet also nach einem zertifizierten Naturfleischprogramm. Willi Bols sagt: „Wir selbst hatten zwar nie so ein Zertifikat, haben aber immer darauf geachtet, Fleisch aus der Region zu kaufen.“

Partyservice, Mittagstisch und Gerichte im Glas

Das Zertifikat des Naturverbunds verspricht nun artgerechte Tierhaltung und die Erfüllung vieler Bio-Kriterien. Um die Herkunft des neuen Fleischs brauchen sich die Obercastroper Stammkunden also keine Sorgen zu machen.

Auch Partyservice und Mittagstisch soll es weiterhin geben, sind sich beide Fleischer einig. „Dazu kommen unsere fertig gekochten Gerichte in Gläsern, die man sich zu Hause aufwärmen kann“, sagt Kranefoer.

Das Sortiment wird zunächst ähnlich bleiben. „Nur, dass unser Fleisch eben von woanders kommt“, sagt Kranefoer. „Irgendwann wird sich sicherlich auch mehr verändern. Aber das ist ja normal und wäre nicht anders gewesen, wenn wir selbst weitergemacht hätten“, sagt Bols.

Über die Autorin
1997 in Dortmund geboren. Dort seit 2017 für die Ruhr Nachrichten im Einsatz. Habe die Stadt dabei neu kennen und lieben gelernt. Mag die großen und kleinen Geschichten um mich herum, Bücher, schreiben und fotografieren.
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Rebekka Antonia Wölky

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