Habinghorster Kirchen-Delegation war im Kongo

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Eine 16-köpfige Delegation der evangelischen Kirchengemeinde Habinghorst hat den Partnerkirchenkreis in der Demokratischen Republik Kongo besucht. Von ihrer knapp zweiwöchigen Reise haben sie viele Eindrücke mitgebracht. Welche Vergleiche sie gezogen haben und was das beeindruckendste Erlebnis war, steht hier.

HABINGHORST

, 16.10.2015 / Lesedauer: 3 min
Habinghorster Kirchen-Delegation war im Kongo

Schon im Kindergarten sitzen die Kinder ruhig und artig auf ihren Bänken. Auf ihrer Reise in den Kongo hat die Castrop-Rauxeler Delegation viele Eindrücke gesammelt.

In dem Land, das von der Fläche sechsmal so groß ist wie Deutschland, leben ähnlich viele Einwohner. „Gefühlt waren es aber eher doppelt so viele Menschen wie in Deutschland“, sagt Jan Baurichter, Mitglied des Presbyteriums. „Es ist auch alles sehr dicht besiedelt, kaum ein Fleckchen auf den Hügeln, das naturbelassen ist.“ Pure Natur fand die Delegation nur im Urwald.

Regenwald sieht von oben wie Brokkoli aus

Eineinhalb Stunden ging es über drei Hängebrücken in den Baumwipfeln durch den Dschungel. Doch nicht alle haben sich ganz über die wackelige Brückenkonstruktion getraut. Reinhild Rappenecker aber war mutig: „Wenn man sich an den oberen Seilen festgehalten hat, war es angenehmer“, sagt sie. Dass Regenwald von oben wie Brokkoli aussieht, konnte man von der Brücke aus gut erkennen.

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So erlebte eine Habinghorster Delegation den Kongo

ine 16-köpfige Delegation der evangelischen Kirchengemeinde hat den Partnerkirchenkreis in der Demokratischen Republik Kongo besucht. Von ihrer knapp zweiwöchigen Reise haben sie viele Eindrücke mitgebracht. Hier gibt es die Fotos.
16.10.2015
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Begegnungen mit vielen Menschen lagen der Delegation aus Habinghorst am Herzen.© Foto: Stefan Knauf
Über die drei wackeligen Hängebrücken mitten im Urwald trauten sich nicht alle Mitglieder der Delegation aus Habinghorst.© Foto: Stefan Knauf
Die Delegation hatte auch die Möglichkeit, einen Kindergarten im Kongo zu besuchen.© Foto: Stefan Knauf
Ein viel gesehenes Bild: Frauen transportieren Schweres, wie Ziegelsteine, gerne auf dem Kopf.© Foto: Stefan Knauf
Beim Ausbildungsprojekt gibt es 41 Berufe, darunter sich auch Schneider.© Foto: Stefan Knauf
Die im Ausbildungszentrum hergestellten Taschen werden nebenan verkauft.© Foto: Stefan Knauf
Ein Gottesdienst im Kongo: bunt, laut und lebendig. In der vollbesetzten Kirche wird viel gesungen und getanzt.© Foto: Stefan Knauf
In der Schule, die die Delegation aus Habinghorst besuchte, bekam jeder ein "Patenkind für einen Tag".© Foto: Stefan Knauf
Schon im Kindergarten sitzen die Kinder ruhig und artig auf ihren Bänken. Auf ihrer Reise in den Kongo hat die Castrop-Rauxeler Delegation viele Eindrücke gesammelt.© Foto: Stefan Knauf
Die Delegation am Anfang ihrer Reise: beim Treffen mit dem deutschen Botschafter in Ruanda.© Foto: Stefan Knauf
Über den See ging es rüber nach Goma.© Foto: Stefan Knauf
Schlagworte Castrop-Rauxel

Nach den ersten Tagen in Ruanda, inklusive Besuch beim deutschen Botschafter, ging die Reise weiter Richtung Kongo. Wo die Delegation hinkam, gab es ein großes Empfangskomitee. „Wir wurden überall herzlich aufgenommen“, sagt Regina Stephan. In Bukawu empfing sie der Bläserchor des Kirchenkreises mit einem Ständchen. „15 Minuten sind die neben uns hergelaufen, den ganzen Weg bis zum Gästehaus“, sagt Baurichter. 

Nicht immer fließend Wasser und Strom

An die Strukturen vor Ort gewöhnten sich alle schnell, auch wenn die für Deutsche sehr ungewöhnlich waren. Häufig fiel der Strom aus und fließend Wasser gab es auch nicht immer. So hatten die Gäste aus Deutschland zwar eine Duschvorrichtung in ihrem Zimmer, benutzen konnten sie die aber nicht. Stattdessen befüllten sie – sobald es Wasser gab – Plastikeimer. „Man merkt unheimlich schnell, dass man zum Leben gar nicht so viel braucht“, sagt Jan Baurichter.

Noch ungewohnter waren aber die Sicherheitsvorkehrungen – Häuser mit Stacheldraht umzäunt und viel Wachpersonal mit Maschinengewehren. Die Spuren des Bürgerkriegs sind noch an vielen Stellen des Landes zu sehen. Angst hatte aber keiner der 16 Reisenden.

Traditionelles Essen: Nationalgericht heißt Fufu

Im Kongo wurden sie bereits erwartet, von Austauschpfarrer Robert Byamungu. Er zeigte ihnen seine Heimat und begleitete sie auf vielen Touren. Im Haus seiner Eltern aßen sie traditionell afrikanisch zu Abend. Da gab es Süßkartoffeln, Fisch, Fleisch, frisches Gemüse und das Nationalgericht Fufu. „Das ist so ähnlich wie Kartoffelpüree, nur wird Fufu aus Mais gemacht und nicht aus Kartoffeln“, sagt Robert Byamungu.

Der Höhepunkt der Reise war für viele der Besuch des Gottesdienstes. Denn der ist so ganz anders als man ihn aus Deutschland kennt. Etwa 500 Gläubige strömen jeden Sonntagmorgen in die Messe. Dort wird dreieinhalb Stunden gesungen, getanzt und gebetet. „Man kann da eher von Teilnehmern als von Besuchern sprechen“, sagt Jan Baurichter.

„Wenn wir bei uns einmal im Jahr einen Gottesdienst mit so vielen fröhlichen Menschen hinbekommen würden, wäre das das Größte für uns“, sagt Frank Ronge. „Im Kongo findet man das jede Woche alle paar Hundert Meter.“

Partnerkirchkreis
Die Partnerschaft zum Kirchenkreis Bukawu in der Demokratischen Republik Kongo besteht seit etwa 25 Jahren. Pfarrer Robert Byamungu bleibt für sechs Jahre in der Gemeinde in Habinghorst, die Halbzeit ist fast erreicht. Danach kehrt er mit seiner Familie wieder in seine Heimat zurück.

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