Häftling fälscht Unterschriften in der JVA in Ickern

Statt offener nun geschlossener Vollzug

Rückblickend ist es eine riesige Dummheit gewesen, das sah der 26-jährige Häftling auch ein. Der Insasse der JVA Meisenhof hatte zwei Unterschriften auf einem sogenannten „Laufzettel“ gefälscht, um einer möglichen Haftverschärfung aus dem Weg zu gehen - und erreichte genau das Gegenteil.

CASTROP-RAUXEL

, 24.08.2016, 15:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf dem JVA-Gelände gibt es einige wenige Gitterstäbe - mit dem klassischen Bild vom Gefängnis hat das aber nichts zu tun. Die Gefangenen dürfen zeitweise ins Kino gehen, einkaufen oder Verwandte und Freunde besuchen.

Auf dem JVA-Gelände gibt es einige wenige Gitterstäbe - mit dem klassischen Bild vom Gefängnis hat das aber nichts zu tun. Die Gefangenen dürfen zeitweise ins Kino gehen, einkaufen oder Verwandte und Freunde besuchen.

Verlegt aus der JVA Bielefeld nach Ickern habe er die Gepflogenheiten noch nicht gekannt. Wusste nur, dass er morgens bei einem der Dienste wie Gärtnerei, Schlosserei oder Küche vorstellig werden und nach einem möglichen Einsatz fragen musste. Was mit einer Unterschrift auf dem Laufzettel bestätigt wurde. Das hatte er aber zwei Mal verschwitzt und, anstelle dies zuzugeben, die Unterschriften gefälscht.

Im Nachhinein habe er erfahren, dass er dies hätte nachholen können. Doch da war es zu spät. Die Fälschung war aufgefallen, wurde vom ihm abgestritten, später dann doch schriftlich zugegeben. Mit der Erklärung, dass er Angst vor einer Verlegung in den geschlossenen Vollzug befürchtet habe.

Alkohol beim Freigang und eine Schlägerei

Da sitzt er nun doch. Aber wegen einer anderen Sache. Er hatte bei einem Freigang Alkohol getrunken, was strikt verboten war. Und weil der dann auch noch in eine Schlägerei vor einer Disco verwickelt war – nur als Streitschlichter, wie er sagte – kam es zudem zu einem Treffen mit der Polizei. Bei der Personalfeststellung musste er anstelle des Ausweises einen Beleg der JVA vorlegen. Die dann umgehend von der Polizei informiert wurde.

Es folgte der „Abschuss“ wie es im Knastjargon heißt, die Verlegung in eine geschlossene Anstalt. Wo der 26-Jährige nun einsitzt und Besserung gelobt. Denn sein Vorstrafenregister ist beachtlich. „Ich habe nun ein Ziel vor Augen, ich werde alles in Griff bekommen“, sagte der Angeklagte. Worte, die wohl auch an die Mutter gerichtet waren, die im Zuschauerraum saß.

Diese positive Entwicklung machte sich im Urteil bemerkbar, obwohl die zahlreichen Vorstrafen negativ zu bewerten waren. Der 26-Jährige muss eine Geldstrafe von 200 Euro zahlen. 

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