Einige Gefangene der JVA können wegen der Weihnachtsamnestie früher nach Hause. © Kersting
Ausgebrochen

Häftling flieht aus JVA Castrop-Rauxel: Über den Zaun geklettert

Ein Häftling aus der JVA Castrop-Rauxel flieht, mutmaßlich ist der Mann über den Zaun geklettert. Die stellvertretende JVA-Leiterin äußert sich über den Ausbruch des Häftlings.

Bei der Abendzählung war der 27-jährige Häftling der JVA Castrop-Rauxel noch da. Am nächsten Morgen (1. September) fehlte der Mann in den Reihen der Insassen. Mitten in der Nacht war der Mann offenbar geflohen. Um die JVA Castrop-Rauxel ragt ein 3,5 Meter hoher Zaun.

Die stellvertretende JVA-Leiterin Andrea Bögge mutmaßt, dass der Mann über den Zaun geklettert ist: „Wir sind hier ein offener Vollzug, deswegen ist die Sicherung eine andere als im geschlossenen Vollzug.“

Die Insassen der JVA Castrop-Rauxel sollen langsam, aber sicher wieder an das normale Leben gewöhnt werden, so sollen sie im Freigang ihre Angehörigen treffen können.

Obwohl die Sicherungsmaßnahmen im offenen Vollzug weniger streng seien, sind Ausbrüche nicht an der Tagesordnung. Andrea Bögge: „Dafür muss man schon wirklich Aufwand betreiben.“ Häufiger komme es vor, dass Häftlinge aus dem Freigang nicht zurückkehren. Dies hatte auch der Leiter der JVA, Julius Wandelt, im Gespräch mit der Redaktion erklärt: „Wir haben als offener Vollzug 35-40 Gefangene im Jahr, die nicht wieder zurückkommen. Das bringt denen aber nichts, wir finden sie alle immer wieder.“

Weitere Haftbefehle lagen vor

Der 27-Jährige, der Anfang September ausgebrochen ist, saß wegen schwerer Eigentumsdelikte ein. Unter Eigentumsdelikte fallen zum Beispiel Raub, Hehlerei oder Diebstahl. Der 27-Jährige hatte noch mehr als 200 Tage seiner Haftstrafe zu verbüßen. Außerdem hatten gegen den Mann weitere Haftbefehle vorgelegen.

Die Freiheit des JVA-Insassen aus Castrop-Rauxel war allerdings nicht von langer Dauer. Nach einer Woche tauchte der 27-Jährige wieder auf. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, hat sich der Mann in der Nacht zum Dienstag (7.9.) bei der Bundespolizei am Kölner Hauptbahnhof gemeldet.

Klar ist, mit dem offenen Vollzug ist für den Häftling jetzt Schluss. Wie die stellvertretende JVA-Leiterin Bögge erklärt, wird er nun in den geschlossenen Vollzug gehen. Je nach Wohnort und Gericht an dem er verurteilt wurde, entscheide sich dann, was mit dem Mann passiert.

Automatisch verlängert wird die Haftstrafe des 27-Jährigen durch seinen Ausbruch übrigens nicht. Andrea Bögge: „Natürlich gibt es in solchen Fällen interne Disziplinarverfahren, aber eine Verlängerung gibt es nicht.“ Die könnte nur durch ein Gericht beschlossen werden. Allerdings werden die sieben Tage, die der Mann in Freiheit verbracht hat, an seine Haftstrafe angehängt.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga