Häftlinge räumen Müll am Emscherweg auf

JVA Meisenhof

Müll, eine verfallene Garage und ein Autowrack: So sah es an der hinteren Heimstraße im Eingangsbereich Richtung Emscher in Ickern bis vor Kurzem noch aus. Insassen der Justizvollzugsanstalt Meisenhof haben den Müll jetzt im Auftrag der Emschergenossenschaft entsorgt - und auch Garage und Auto sollen noch weg.

ICKERN

, 28.05.2016, 04:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Aufräumaktion sei eine Win-Win-Situation für alle, erklärte der Leiter der JVA Meisenhof, Julius Wandelt: „Die Emschergenossenschaft hat den Dreck weg und wir haben die Arbeitsplätze.“ Denn für die Häftlinge bestehe in der Haft eine Arbeitsverpflichtung.

Diese einzulösen, fällt aber oft aufgrund der wegfallenden Arbeitsplätze schwer. Wandelt: „Wir sind immer auf der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten für unsere Gefangenen“. Die Aufräumaktion auf dem Grundstück zwischen Emscher und der hinteren Heimstraße kam daher genau zum richtigen Zeitpunkt.

Ob auch die windschiefen Wellblechhütte mit dem Autowrack darin von den Insassen der benachbarten Justizvollzugsanstalt Meisenhof geleistet werden kann, blieb allerdings zunächst noch offen. Zuvor hatte der Sprecher der Emschergenossenschaft, Ilias Abawi, erklärt, dass damit erheblich teurere Entsorgungskosten entstünden.

Ungeklärte Eigentümerverhältnisse und Verantwortlichkeiten

Für die Kosten der Müllentsorgung kommt die Emschergesenossenschaft auf, sie hatte auch die Initiative zur Räumung ergriffen und die JVA beauftragt, die solche Dienstleistungen anbietet. Ganz selbstverständlich ist das aber nicht, denn die Eigentümerverhältnisse waren nicht ganz klar und damit auch nicht, wer für die Räumung verantwortlich sei. Inzwischen wurde allerdings geklärt, dass das betroffene Grundstück sich zwar in Privatbesitz befindet, allerdings von der Emschergenossenschaft angemietet wurde.

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Auch der Sprecher des Kreises Recklinghausen, Jochem Manz, bestätigte aufgrund des von der Redaktion zur Verfügung gestellten Fotos, dass es nicht nur um eine Garage mit einem abgemeldeten Auto ginge, sondern doch Aufräumarbeiten notwendig seien. Er korrigierte damit Einschätzung der Fachleute, dass "abfallrechtlich kein Handlungsbedarf" ersichtlich wäre und kündigte an: „Wir werden jetzt wieder auf die Eigentümerin zugehen und sie auffordern, Abhilfe zu schaffen“.

Noch keine Lösung für Sperrung der Abkürzung über Radweg

Inwieweit der Weg zur Emscher jetzt vor Beginn der Ausstellung Emscherkunst auch noch für uneinsichtige Auto- und Rollerfahrer geschlossen wird, die mit ihren Fahrzeugen mal eben über den Radweg zum Hochwasserrückhaltebecken düsen, ist noch offen.

Nach den Worten Abawis werde derzeit nach Lösungen gesucht. Alternativ würden Poller oder eine Art „Halbschranke“ als Sperrelemente erwogen.

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