Händler rät: Geduld bewahren und schachern

Opel-Krise

Castrop-Rauxel Ob sie wirklich heute kommt, die Entscheidung zu Opel? In Regierungskreisen wird darüber gesprochen, aber gesprochen worden ist bekanntlich viel. In unserer Stadt verfolgt man bangen Blickes die Entwicklung am und für den Standort Bochum. RN-Redakteurin Ilse-Marie Schlehenkamp sprach mit Bernhard Kampe (Foto), Opel-Partner und Innungsobermeister der heimischen Kfz-Innung.

von Von Ilse-Marie Schlehenkamp

, 29.05.2009, 06:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bernhard Kampe.

Bernhard Kampe.

Die Entscheidung ist vertagt nach der 300 Millionen- Euro-Zusatzforderung von General Motors, Fiat und Magna werden jetzt die größten Chancen zur Übernahme eingeräumt, möglicherweise gibt es doch eine Insolvenz. Was sagen Sie zur Entwicklung?

Kampe: Wir haben ein gutes Produkt, das ist der Insignia. Wenn Opel abgefackelt gewesen wäre, hätte man gesagt, macht den Schuppen zu, aber mit so einem Blitz wie dem Insignia sieht die Sache ganz anders aus.

Was würden Sie tun?

Kampe: Wie der Altbundeskanzler versuchen, das Problem auszusitzen. Im Ernst, man sollte einfach mal Geduld bewahren und gucken, was der andere macht. Bei Verhandlungen geht es darum, auszutarieren, wo die Schmerzgrenze ist, der eine klopft auf den Busch und wartet, ob der andere nachgibt. Wie im Basar.

Was glauben Sie, wie es ausgeht?

Kampe: Opel ist so etwas von reizvoll, die Amis sind gerade dabei einen Fehler zu machen, wenn sie jetzt das Angebot der Bundesregierung nicht annehmen, werden sie es nie mehr kriegen.

Welche Erfahrungen haben Sie als Opel-Partner und an Ihrem neuen Standort gemacht?

Kampe: Es läuft ganz ordentlich. Wir sind ja seit dem 1. Juni 2008 von der Bochumer Straße zur Herner Straße gezogen. Bei den Verkäufen haben wir in diesem Jahr gut zugelegt, natürlich auch dank der Abwrack-/Umweltprämie. Dafür danken wir unseren Kunden.

Welche Modelle gehen am besten?

Kampe: Das kleine Segment läuft am Besten, also Corsa und Meriva bei Opel und Sirion und Cuore bei Daihatsu.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie?

Kampe: Mit Teilzeitkräften 23, davon sechs Auszubildende. Fünf unserer Mitarbeiter haben wir von Opel Kühl übernommen und mit kleiner Flamme eine kernige Mannschaft geschmiedet.

Wer ist Ihr Favorit für die Übernahme?

Kampe: Fiat nicht, die wollen unseren Markt haben und ich befürchte Arbeitsplatzabbau.

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