Henrichenburger wollen Adler-Denkmal komplettieren

Zwei Jahre nach Sturm Ela

Stolze 75 Jahre lang saß der mächtige Steinadler scheinbar unangreifbar auf der Steinstele des Henrichenburger Friedhofs – bis Pfingststurm Ela ihn Anfang Juni 2014 vom Sockel holte. Zwei Jahre nach seinem Absturz soll der 1,3 Tonnen schwere Raubvogel wieder auf seinen angestammten Platz zurück.

HENRICHENBURG

, 04.03.2016, 17:43 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Henrichenburger Ehrenmal mit dem Gräbern an den Seiten in seinem derzeitigen Zustand ohne den Adler auf seiner Spitze.

Das Henrichenburger Ehrenmal mit dem Gräbern an den Seiten in seinem derzeitigen Zustand ohne den Adler auf seiner Spitze.

Das hat der derzeitige Zweite Geschäftsführer und designierte Vorsitzende Udo Beckmann jetzt im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigt. „Der Schützenverein wollte ihn schon im vergangenen Sommer vor dem Schützenfest wieder auf dem Sockel haben“, berichtete er.

„Doch da die Säule optische Risse im Natursteinmauerwerk hatte, haben wir zunächst davon Abstand genommen“, fuhr er fort. Doch jetzt gab es grünes Licht von der Stadt. Ein von ihr beauftragter Statiker hat die Standfestigkeit der Säule bestätigt, sodass dem „Rückflug“ des Adlers in diesem Frühjahr nichts mehr entgegensteht.

Termin steht noch nicht fest

Ein Termin steht noch nicht fest, doch ist der Zeitkorridor von Mai bis Juli avisiert. Wer genau die Kosten trägt, darüber ist noch nicht das letzte Wort gesprochen. Friedhofschef Breuer hat jedenfalls das grundsätzliche Interesse der Verwaltung bekundet, den Adler (Foto 2) wieder zurückkehren zu lassen.

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Diesem ist übrigens bei seinem unfreiwilligem Abflug nichts passiert. Er liegt derzeit noch „gefesselt“, aber unversehrt im Gerätebereich des Friedhofs. Kleine Anekdote am Rande: Heinrich Olfmann, langjähriger Wirt der Kanalschänke und zusammen mit dem verstorbenen Josef Brinkmann Chronist des Ortsteils, berichtete während unserer Recherchen: „Mein Vater (Heinrich Olfmann sen. 1910 bis 1961, d. Red.) hat den Adler 1939 mit seinem LKW von Münster nach Henrichenburg transportiert.“

„Krieger- und Landwehrverein Henrichenburg“ 

Die Geschichte des Denkmals geht zwar auf den ehemaligen, 1989 gegründeten „Krieger- und Landwehrverein Henrichenburg“ zurück, in dem sich die Kriegsteilnehmer der Bismarckschen Einigungskriege mit Dänemark, Österreich und Frankreich zwischen 1864 und 1871 organisiert hatten.

Seine Einweihung am 13. August 1939 bei einem dreitägigen Volksfest knapp drei Wochen vor Beginn des Zweiten Weltkrieges stand jedoch ganz im Zeichen der nationalsozialistischen Propagandaaufmärsche.

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