Bürgermeister Rajko Kravanja im Gespräch mit den Streikenden Verdi-Mitgliedern vor dem Real an der Siemensstraße. © Nora Varga
Meinung

Herr Bürgermeister, Sie müssen jetzt auch für die kleinen Händler sorgen

Globus übernimmt Real. Dabei bleiben viele kleine Geschäftsleute auf der Strecke, wie nun klar ist. Jetzt kann der Bürgermeister zeigen, ob er auch ein Herz für diese Händler hat.

Die Großen fressen die Kleinen. Das ist in der Natur so. Das ist leider auch in der Wirtschaft so. Das Phänomen ist gerade wieder einmal in Castrop-Rauxel zu beobachten. Die Globus-Kette übernimmt an der Siemensstraße den Real-Markt. So weit, so gut.

Aber Globus setzt auf ein völlig anderes Konzept als Real. Wo im Real-Markt zum Parkplatz hin und hinter dem Kassenbereich viele unabhängige kleine Händler ihrem Gewerbe nachgehen, setzt Globus komplett auf das eigene Sortiment. Metzgerei? Bringen wir selber mit. Backwaren? Machen wir auch.

Eine Katastrophe für manchen kleinen Händler

Und so müssen im Januar 2022 viele kleine Händler, etwa ein Feinkostladen, eine Metzgerei und ein Fischstand, ihre Brocken an der Siemensstraße packen. Eine Katastrophe für manchen Geschäftstreibenden, der dort seit vielen Jahren seine Kundschaft hat.

Da ist jetzt ein Mann gefordert, der die Real-Übernahme durch Globus gefeiert hat, der sich auch schon symbolträchtig an die Seite der Real-Beschäftigten gestellt hat, als die um ihre Arbeitsplätze fürchteten. Richtig: Ich meine Bürgermeister Rajko Kravanja.

Der SPD-Mann muss jetzt mit seinen Wirtschaftsförderern beweisen, dass es ihm nicht nur um die großen Gewerbesteuer-Fische und die Arbeitnehmer geht, sondern auch um den Mittelstand, um die kleinen Händler.

Es gibt mehr als genug Leerstände in Castrop-Rauxel. Da wird sich ja wohl für die Vertriebenen von der Siemensstraße eine passende, günstige und zukunftssichernde Alternative finden lassen, lieber Herr Bürgermeister. Wir sind gespannt.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter