Am 1. April ist das Corona-Testzentrum der Stadt Castrop-Rauxel am Europaplatz an den Start gegangen. Nun wurde dort ein negativer Test bestätigt, obwohl der Hertener gar nicht getestet worden war. © Nora Varga
Testzentrum

Hertener wird in Castrop-Rauxel negativ auf Corona getestet – aber ohne Test

Grund zur Freude hätte ein Hertener nach einem negativen Corona-Schnelltest in Castrop-Rauxel haben müssen. Hätte. Aber er hatte gar keinen Test absolviert. Die Stadt liefert eine Erklärung.

Christan Hopp ist sichtlich schockiert: „Wie kann so etwas passieren?“, fragt er. Eigentlich sollte sich der Hertener freuen: In seinem Mail-Postfach fand er am Samstag eine Nachricht vom Schnelltestzentrum in Castrop-Rauxel mit der Bescheinigung, dass sein Corona-Schnelltest negativ ausgefallen ist.

Damit stand schließlich der geplanten medizinischen Massage-Behandlung nichts mehr im Wege. Leider hat die Sache einen kleinen Haken: Der Hertener wurde am Samstag gar nicht getestet.

Eine Spam- oder Phishing-Mail war von vornherein auszuschließen, denn für eine anstehende Behandlung hatte der Hertener tatsächlich einen Testtermin in Castrop-Rauxel abgemacht. Den hatte er schon am vergangenen Dienstag über die Homepage des Kreises vereinbart. Der Kreis stellt allerdings nur die Plattform für die Terminvereinbarung in den kommunalen Testzentren zur Verfügung. Testablauf und die Bekanntgabe der Ergebnisse fallen in die Zuständigkeit der Kommunen – in diesem Falle die Stadt Castrop-Rauxel.

Bei seiner Buchung unterlief dem 38-jährige Hertener allerdings eine Verwechselung. Während er dachte, sein Termin sei erst am Sonntag um 9.20 Uhr, war sein Termin schon für Samstag gebucht. Und so ließ Christian Hopp den Samstagtermin verstreichen, ohne sich überhaupt der Terminverwechselung bewusst zu sein.

Bestätigung mit offizieller Unterschrift

Als er am Samstagmorgen sein Mail-Postfach durchstöberte, staunte er nicht schlecht, als auf eine Mail vom Testzentrum stieß. Im Anhang fand sich eine „Bescheinigung über das Vorliegen eines positiven oder negativen Antigentests zum Nachweis des Sars-CoV-2 Virus“. Und für Christian Hopp sei dieser negativ ausgefallen. Das wird mit einer offiziellen Unterschrift bestätigt.

„So etwas darf doch nicht sein“, zeigt sich Christan Hopp entsetzt. „Man mag sich gar nicht vorstellen, wenn jemand mit einem schlechten Charakter so etwas ausnutzt, obwohl er vielleicht positiv ist. Zudem stellt sich die Frage, ob es reicht, sich einfach anzumelden und nicht zum Termin zu erscheinen, um einen Test mit negativem Ergebnis zu erhalten“, so der Hertener weiter.

Welche Konsequenzen für das Ausstellen einer falschen Bescheinigung drohen, macht ein rechtlicher Hinweis auf Christan Hopps „falscher“ Bescheinigung unmissverständlich klar: „Wer dieses Dokument fälscht oder einen nicht erfolgten Test unrichtig bescheinigt, macht sich nach §267 StGB der Urkundenfälschung strafbar. Jeder festgestellte Verstoß wird zu Anzeige gebracht.“

Namen wurden wohl manuell übertragen

Eine Erklärung für den Fauxpas liefert Castrop-Rauxels Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi, auf unsere Nachfrage. Demnach habe es am Samstag zwischen 9 und 10 Uhr Probleme mit der Internetverbindung bei den Erfassungshandys gegeben.

„Für diesen seltenen Fall tragen die Mitarbeiter die Namen manuell nach. Offensichtlich ist hierbei das Ergebnis mit dem falschen Datensatz verknüpft worden,“ so Nicole Fulgenzi. „Wir bedauern den Fehler.“

Ausgenutzt hat Christian Hopp seinen „Freifahrtschein“ übrigens nicht. Auch hier sind die unübersehbaren Hinweise auf der Bescheinigung eindeutig: „Wer ein gefälschtes Dokument verwendet, um Zugang zu einer Einrichtung oder einem Angebot zu erhalten, begeht nach der Coronaschutzverordnung des Landes eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße in Höhe von 1000 Euro bestraft wird.“

„Glücklicherweise habe ich am Samstag noch einen Termin im Testzentrum des Palais Vest bekommen“, so Hopp. Dort sei alles vorschriftsmäßig abgelaufen. Und zwanzig Minuten nach dem Test gab es dann auch ein echtes Ergebnis. Und das lautete wieder: „negativ“.

Über den Autor
Als echtes Kind des Ruhrgebiets wurde ich im Schatten der Zeche Brassert geboren. Schon während meiner Schulzeit war ich für fast allen Redaktionen als freier Mitarbeiter im Medienhaus Bauer tätig. Nach meinem Volontariat in Herten folgte der Aufbau der Online-Redaktion, Betreuung der Seite Computer-News, die Kreisredaktion – und dann wieder der Sport. Hier kümmere ich mich u.a. um die Sporttabellen. Hobbies: Ich bin Motorradfahrer, Computerfreak, Foto-Fan und Musikenthusiast (Tasteninstrumente).
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