Historische Funde machen Marktplatzumbau teurer

Reste alter Fachwerkhäuser

Der Umbau des Castroper Altstadtmarkts wird teurer als geplant. Der Grund: Bauarbeiter sind bei Grabungen auf historische Bausubstanz gestoßen. Die steht möglicherweise unter Denkmalschutz. Ab jetzt geht nichts ohne Gutachter.

CASTROP

, 22.07.2016, 04:06 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vergangene Woche sind Bauarbeiter nach Abtragen der Schotterschicht westlich des Reiterbrunnens in etwa 50 Zentimetern Tiefe auf historische Baureste gestoßen. Um was genau es sich bei den Steinen und Holzbalken handelt, war am Donnerstag noch nicht geklärt. „Es müssten Reste alter Fachwerkhäuser sein“, sagte Heiko Dobrindt, Technischer Beigeordneter der Stadt. Das Material stammt vermutlich aus dem 16. oder 17. Jahrhundert.

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„In einem solchen Fall sind wir rechtlich verpflichtet, uns an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe zu wenden“, so Dobrindt. Beim Ortstermin am Mittwoch wurde das weitere Vorgehen zusammen mit der Fachstelle besprochen. Dabei sei zunächst mündlich vereinbart worden, möglichst wenig in die historische Substanz einzugreifen, erklärte Dobrindt. Wie das genau ablaufen soll – um Versorgungsleitungen zu verlegen, muss etwa eineinhalb Meter tief gegraben werden –, werde in den kommenden Tagen geklärt.

Projekt wird teurer - das ist jetzt klar

Fest steht schon jetzt, dass dadurch die Kosten für das Projekt steigen. Weitere Baumaßnahmen müssen den neuen Umständen angepasst werden und erfolgen in Zusammenarbeit mit einer archäologischen Fachfirma, die noch gefunden werden muss. Künftig schaut dann ein Gutachter bei jedem Schaufelstich des Baggers ganz genau hin.

„Das ist eine zusätzliche logistische Herausforderung für uns, aber eben auch eine Pflichtaufgabe“, sagte EUV-Chef Michael Werner. Die Deckung der Mehrkosten, deren Höhe noch unbekannt ist, müsse über Haushaltsmittel erfolgen. „Dafür kriegen wir keine Förderung.“ Ursprünglich war für den Umbau ein Budget von rund 1,3 Millionen Euro veranschlagt worden. Am Termin für die Fertigstellung (November) soll festgehalten werden.

Ende Juni ist mit dem zweiten Bauabschnitt auf dem Marktplatz begonnen worden. Diese Bauphase betrifft das Areal rund um den neuen Parkplatz. Es werden neue Bänke, neue Lampen und neue Baumscheiben aufgestellt. Im Bereich um den Reiterbrunnen wird Granitpflaster verlegt. Der Wochenmarkt findet weiterhin dienstags, donnerstags und samstags in der Fußgängerzone statt. 

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