Castrop-Rauxeler Hotels stehen leer - wollen aber gerne helfen

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Die Hotels in Castrop-Rauxel bleiben vom Coronavirus nicht verschont. Wegen des geringen Andrangs ist in den Hotels normaler Betrieb nicht möglich - die Betreiber zeigen sich kooperativ.

von Marian von Hatzfeld

Castrop-Rauxel

, 07.04.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob Einzelhändler, Gastronomen oder Künstler, fast alle Berufsgruppen in Deutschland sind in irgendeiner Weise vom Coronavirus betroffen. Viele Betriebe versuchen, die Krise kreativ zu meistern. Auch Hotels und andere Beherbungsbetriebe versuchen umzustrukturieren.

Hotelzimmer werden in Büros für das Home Office verwandelt oder stehen plötzlich mit Krankenbetten zur Verfügung - selbst ein Kreuzfahrtschiff in Genua (Italien) wurde zu einer Krankenstation umstrukturiert. Zahlreiche Ideen wie diese werden weltweit bereits umgesetzt, aber wie sieht es in Castrop-Rauxel aus?

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Das Hotel „Vienna House Easy“, das frühere Haus Goldschmieding, befindet sich laut Hoteldirektorin Mareike Cremer im „Standby-Modus“. Das operative Geschäft sei zum Erliegen gekommen. „Das hat natürlich wirtschaftliche Auswirkungen“, erläutert sie. Bisher biete man die Zimmer noch nicht anderweitig an.

Für Zweck-Umwandlung offen

Mareike Cremer, zeigt sich dafür aber offen: „Wenn Anfragen von Seiten der Behörden zu einer Zweck-Umwandlung kommen, sind wir natürlich dafür offen“. Es sei eine Selbstverständlichkeit, einen Beitrag zu leisten, um die Krise zu überwinden.

Das Hotel Raj Mahal, welches sich im Medical Park Ruhr befindet, ist auch von der Corona-Krise betroffen. Der Hotelbetreiber Vallomtharayil will aber seine Hilfe anbieten.

Das Hotel Raj Mahal, welches sich im Medical Park Ruhr befindet, ist auch von der Corona-Krise betroffen. Der Hotelbetreiber Vallomtharayil will aber seine Hilfe anbieten. © Volker Engel (Archiv)

Thomas Vallomtharayil vom Hotel Raj Mahal am Europaplatz hat sogar bereits gehandelt:. „Schon in den ersten Tagen der Corona-Krise haben wir der Kreisverwaltung von uns aus angeboten, unsere Räumlichkeiten als Krankenstation anzubieten“, berichtet er. Bisher sei dieses Angebot aber nicht wahrgenommen worden.

Der Bau, der alle Voraussetzungen für eine Umstrukturierung zur Krankenstation mit sich bringe und laut Vallomtharayil sogar als Privatklinik zugelassen werden könnte, sei dafür „wahrscheinlich geeigneter als die anderen Hotels“. Zudem sei der Betrieb, der im Medical Park Ruhr liegt, sehr gesundheitsorientiert.

Existenzsorgen bei lang anhaltender Krise

Über die Möglichkeit, die Hotelzimmer in Büros fürs Home Office zu verwandeln, habe der Hotelbetreiber auch schon nachgedacht: „Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich das bei dem geringen Bedarf lohnt.“ Der Aufwand für die Umgestlatung der Zimmer sei schließlich hoch.

Momentan beherbergt das Team des Raj Mahal Stammgäste, die innerhalb der Woche berufsbedingt im Hotel wohnen. Für den normalen Betrieb ist das Hotel jedoch wegen des geringen Andrangs in Corona-Zeiten geschlossen. Auch das hauseigene Restaurant öffnet nicht.

Existenzsorgen um das Hotel macht sich Vallomtharayil, wenn die Krise noch lange anhält: „Nach der Weltfinanzkrise 2008 hat es fast zehn Jahre gedauert, bis wir uns erholt haben“. Er habe zwar finanzielle Hilfe beantragt, „aber das reicht nicht mal für einen Monat, wenn man Miete, Strom und die Mitarbeiter bezahlt“, sagt er.

Betreiber denkt über Entlastung der Frauenhäuser nach

Auch die Familie unterstützt Vallomtharayil, der unter anderem auch Geschäftsführer des Medical Parks ist. So hat unter anderem seine Tochter vorgeschlagen, die vollen Frauenhäuser zu entlasten und Frauen aufzunehmen, die der Gefahr häuslicher Gewalt ausgesetzt sind.

Allerdings gebe es weder für diese noch für andere Ideen bisher eine behördliche Anfrage.

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