Hublifte statt "Rampenmonster" in Castrop

Bennertorbrücke

Vor gut zwei Jahren ist die Bennertorbrücke abgebaut worden. Seitdem wird in der Ortspolitik viel um den Neubau diskutiert. Fakt ist aber: Seit zwei Jahren warten die Anwohner auf eine Entscheidung. Besonders für jene, die nur eingeschränkt mobil sind, gibt es jetzt interessante neue Pläne.

CASTROP

, 06.03.2016, 05:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Bennertorbrücke unmittelbar vor dem Abriss.

Die Bennertorbrücke unmittelbar vor dem Abriss.

Die Bennertorbrücke bleibt nach wie vor ein Reizthema. „Was wird denn jetzt aus dem versprochenen Neubau?“, möchte Friedrich Glorik wissen. Der 85-jährige Anwohner der Thomasstraße ist gehbehindert und auf den Rollstuhl angewiesen.

„Wir brauchen diese Brücke dringend“, sagt Glorik. Geht es nach der Ratsfraktion der Linken, wird das „Rampenmonster“ nicht realisiert. Stattdessen haben Fraktionschef Ingo Boxhammer und Fraktionsgeschäftsführer Fotis Matentzoglou ein neues Konzept für die Brücke über der Emschertalbahn vorgelegt. Dieses Konzept verzichtet auf die 400 Meter langen Rampen, die nach Ansicht der Linken die Ecke Am Bennertor/Brückenweg und Thomasstraße verunstalteten.

Problemlos auf die andere Seite

„Wir haben uns mit Firmen in Verbindung gesetzt, die Hublifte bauen“, so Matentzoglu. Und zwar Hublifte, die in Häusern und im Freien Menschen und Sachen heben und senken. Solche Lifte, schlagen die Vertreter der Linken vor, sollten an der Bennertorbrücke helfen, Rollifahrer, Eltern mit Kinderwagen und andere, die auf diese technische Hilfe angewiesen sind, auf Brückenhöhe zu hieven, damit sie problemlos auf die andere Seite gelangen könnten.

Solcherart Lifte kosten, so die Information der Linken, zwischen 10.000 und 15.000 Euro pro Stück – abhängig von der Hubhöhe. „Damit könnten wir die Rampenkonstruktionen ersetzen, die vermutlich auf Stelzen seitlich der Bahn angebracht werden müssten“, sagt Ingo Boxhammer.

Deutlich billiger

Die Baukosten könnten so um mindestens die Hälfte reduziert werden, ist sich die Linke sicher. Mit 916.000 Euro hat der Stadtbetrieb EUV den Neubau veranschlagt. Die Stadt wäre mit einem Eigenanteil von 413.000 Euro dabei. Gebaut werden soll und muss auf jeden Fall behindertengerecht, daran hat die Stadt keinen Zweifel gelassen. Auch wenn die Rampen kontrovers diskutiert werden.

Zugesagt vom Bürgermeister ist die weitere politische Beschäftigung mit dem Thema. So sollen mehrere Varianten für den Neubau die Entscheidungsfindung erleichtern. Mittlerweile ist es zwei Jahre her, dass die Brücke abgetragen ist.

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