Hugo Knyhala feierte Samstag seinen 90. Geburtstag

Ehemaliger Ratsherr

Er bildete über fast anderthalb Jahrzehnte hinter SPD-Bürgermeister Hugo Paulikat den CDU-Part der "Hugokratie" in Castrop-Rauxel. Hugo Knyhala feierte am Samstag im Kreise seiner Familie und langjähriger Weggefährten im Obercastroper Landgasthof Callenberg seinen 90. Geburtstag.

OBERCASTROP

, 22.07.2016, 17:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Und diesen Geburtstag feierte Hugo Knyhala in noch bewundernswert fitter Form, wie ein Besuch in seinem nach wie vor schmucken Eigenheim an der Obercastroper Katharinenstraße deutlich werden lässt. Hier hat er sich 1954 in einem 35.000 Mark teuren neuen Eigenheim mit Ehefrau Hildegard niedergelassen und hier hat er auch über 60 Jahre danach noch sein Zuhause.

Der Rasen akkurat geschnitten, Rosen, Hortensien und Lavendel in schönster Blüte, und ein Hausherr, der stolz, zufrieden, aber auch glücklich auf ein langes und erfülltes Leben zurückblicken darf. „Es war ein Leben mit Höhen und Tiefen, aber ich habe alle Härtetests bestanden“, zog Knyhala jetzt in einem Gespräch mit unserer Redaktion Bilanz.

Seine Heimat ist die Siedlung Teutoburgia

Wobei sich die Tiefen und Härtetests vor allem auf seine junge Erwachsenenzeit beziehen, wo Knyhala wie viele Männer seines Jahrgangs 1926 noch in den verlorenen Krieg geschickt wurde und mit einer Verwundung vom Fronteinsatz zurückkehrte.

Zwar wird Knyhala seit jeher mit Obercastrop in Verbindung gebracht, doch die eigentliche Heimat des Seniors ist „nebenan“, in der heute unter Denkmalschutz stehenden Siedlung Teutoburgia im Grenzgebiet zwischen Holthausen und Börnig.

Dort hatten seine Vorfahren aus Westpreußen und Österreich Ende des 19. Jahrhunderts Arbeit im Bergbau gesucht und gefunden. Bei seiner Stellmacherlehre im münsterländischen Emsdetten lernte Knyhala in den 40er-Jahren die Landwirtstochter Hildegard Kamp kennen, die er 1954 heiratete und ihr zwei Söhne schenkte.

Knyhala war 30 Jahre Ratsmitglied

Zwei Enkelkinder komplettieren die Großfamilie. Zurück im Ruhrgebiet fing Knyhala in den 50er-Jahren auf der Zeche Erin an, wo er bis zu seinem Ruhestand blieb. Geprägt hat den Jubilar vor allem die Kolpingsfamilie. „Das war die Grundschule für alle meine ehrenamtlichen Tätigkeiten“, stellt er fest.

Das christlich-soziale Element verkörpert Knyhala in geradezu idealer Weise. Sein gewerkschaftliches Engagement ist ebenso wenig wegzudenken wie sein politisches in den CDU-Sozialausschüssen. Knyhala saß im Kreistag, 30 Jahre von 1964 bis 1994 im Rat und war von 1975 bis 1994 auch stellvertretender Bürgermeister.

Der größte Wunsch des bekennenden „Nichtführerschein-Inhabers“: „Noch so lange wie möglich zu Fuß beweglich bleiben.“

Lesen Sie jetzt