Auf Klassenfahrt nennen die Mitglieder von CasKultur ihre Tour zum Vereins-Workshop: Am Wochenende waren die Bühnen-Darsteller zusammen unterwegs. Die Gruppe lebt weiter und freut sich, wieder auf der Bühne stehen zu können. © CasKultur
Theater-Gruppe

Im Interview: Hat Corona CasKultur auf dem Gewissen, Steffi Kilian?

Sie haben die Kulturszene in Castrop-Rauxel seit 2017 mit erfrischenden Ideen bereichert. Dann kam die Pandemie, dann kamen die Lockdowns. Und nun? Was ist aus CasKultur geworden? Ein Interview.

Eine Gruppe Kulturschaffender macht seit ein paar Jahren in Castrop-Rauxel von sich reden: 2017 gründete sich der Verein CasKultur. 2019 hatte er 65 Mitglieder. Damals hieß es, dass die Gruppe eigentlich Werbung für sich selbst nicht mehr nötig hätte – sie sei ohnehin bekannt in der Stadt. Rudel-Karaoke, Poetry Slams, Impro-Theater, Kneipen-Quizze: Das waren die Dinge, für die die Combo von Laien-Darstellern stand.

Und dann: kamen die Pandemie und die Lockdowns. Termine mussten abgesagt werden. Wie viele andere Lebensbereiche auch verlagerte sich das Geschehen bei CasKultur ins Internet. Impro-Theater via Livestream: Das war das neue Programm. Aber es lief nicht so rund. Es wurde eher ruhig. Und nun? Ein Interview mit der Vorsitzenden.

Stefanie Kilian ist Vorsitzende des Vereins CasKultur. Sie sagt, die Gruppe habe die Pandemie gut überstanden.
Stefanie Kilian ist Vorsitzende des Vereins CasKultur. Sie sagt, die Gruppe habe die Pandemie gut überstanden. © privat © privat

Frau Kilian, hat die Pandemie CasKultur platt gemacht?

Die Pandemie hat uns herausgefordert, aber der starke Zusammenhalt des Vereins hat gehalten und da sind wir sehr stolz drauf.

Sie waren lange weg: Ihr Online-Programm haben Sie recht flott wieder eingestellt. Auf der Bühne war eh lange gar nichts möglich. In welcher Form gibt es die Gruppe denn noch?

Wir durften leider lange nicht auf die Bühne, aber weg waren wir nicht. Im letzten Jahr standen wir acht Mal auf der digitalen Bühne von YouTube mit der Veranstaltung „CasKultur online“. Zwischendurch war ein Kneipenquiz möglich und viermal haben wir das neue Online-Format „erLEBE erLESENes“ gezeigt. Das Format ist während der Pandemie entstanden. Und kein Spaß: Wir haben uns jeden Dienstag zum Stammtisch getroffen, natürlich digital, und an neuen Formaten gearbeitet. Uns gibt es also noch und es wird uns weiterhin geben.

Ein Glück. Wie geht es der Gruppe?

Sehr gut. Alle haben die schwere Phase gut überstanden. Wir sind motiviert und wollen auf die Bühne.

Ende September standen Sie im Haus Oe auf der Bühne. Wie fühlte sich die Rückkehr ins wahre Leben an?

Es war ein grandioses Gefühl. Da es lange her war, waren wir etwas nervös. Bei den Online-Formaten fehlte uns die Interaktion mit dem Publikum und nun war sie wieder da. Das Publikum und wir waren sehr motiviert. Alle waren voller Energie und arbeiten schon wieder an dem nächsten Stück.

Gab es denn großes Interesse an der Veranstaltung „In 80 Stunden durch den Pott“ auf Schwerin, oder müssen die Castrop-Rauxeler das nun erst wieder lernen, zu so was hinzugehen?

Ja, das Interesse war groß. Aufgrund der Hygienevorschriften war die Anzahl der Plätze begrenzt und wir waren ausverkauft.

Wie viele aus Ihrer Gruppe sind denn über die Pandemie hinweg dabei geblieben?

Es sind tatsächlich alle dabei geblieben. Aufgrund der Pandemie hat sich nichts verändert, sondern bei dem ein oder anderen aufgrund von persönlichen Veränderungen: Studium, Jobwechsel und solche Dinge. Wir würden uns aber dennoch über neue Mitglieder und Darsteller freuen.

Geben Sie mal einen Ausblick: Wie geht es weiter mit CasKultur? Was hat die Pandemie vielleicht auch grundsätzlich an Ihren Plänen verändert?

Wir waren am Wochenende (9. bis 10.10., d. Red.) auf unserer sogenannten „Klassenfahrt“. Wir üben an unserer Bühnenperformance und feilen an dem Auftritt im Castroper Adventszelt. Dort werden wir am 29.11. auf der Bühne stehen. Man darf sich wieder auf ein ein etwas anderes Theaterstück von CasKultur freuen. Mehr verraten wir dazu noch nicht. Ansonsten hoffen wir mehr Darsteller zu gewinnen und den Fokus wieder auf die Bühne zu legen. Die Online-Formate haben über die Zeit geholfen, aber es konnte die Bühne nicht ersetzen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
Zur Autorenseite
Tobias Weckenbrock