Immer mehr Beschwerden: EUV will Müllkoordinator

Offene Fraktionssitzung der FWI

Die wilde Müllentsorgung und ihre häufig nur schleppende Entsorgung zählen zu den Top-Aufregerthemen in Castrop-Rauxel. EUV-Chef Michael Werner baut auf ein intelligentes Mängelmeldesystem, denn bei illegaler Müllentsorgung zahlen alle anderen Bürger mit.

CASTROP-RAUXEL

, 15.03.2016, 19:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Immer mehr Beschwerden: EUV will Müllkoordinator

Bei der EUV häufen sich die Beschwerden wegen illegaler Müllentsorgungen.

Bei einer offenen Fraktionssitzung der Freien Wähler Initiative (FWI) am Montagabend, 14. März, konnte sich EUV-Chef Michael Werner ein Bild vom Unmut der Bürger machen. Insbesondere Ickerner nutzten das Angebot der in diesem Stadtteil verwurzelten FWI, um ihre Klagen über Müllprobleme und Kommunikationsschwierigkeiten mit der Verwaltung los zu werden.

„Wenn man etwas meldet, wird es einfach ignoriert“, beschwerte sich ein Anwohner der Rittershofer Straße parallel der A2 in Richtung Mengede, wo er bereits im Februar 2014 dem Ordnungsamt illegal abgekippten Unrat gemeldet und sogar mit Fotos Hinweise auf den Verursacher mitgeliefert habe. Daraufhin habe er irgendwann den Bescheid erhalten, dass die Sache nicht weiter verfolgt werden könne, weil der Standort angeblich bereits auf Dortmunder Gebiet liege. „Da kriegt man doch als Bürger so eine Krawatte!“, schimpfte der Mann.

Überbleibsel von Silvesterraketen

Ein Anwohner der Holzheide berichtete über Pflanzarbeiten am benachbarten Ickerner Knoten, wo städtische Mitarbeiter des Grünflächenamtes im Bereich der Stickstoffsäule Frühlingsblumen gesetzt hätten, eindeutige Überbleibsel aus der Silvesternacht wie die Holzstäbe oder Plastikkappen von Raketen schlichtweg liegen gelassen worden seien.

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In seiner Replik ging Michael Werner auf alle ihm geschilderten Fälle ein und erklärte: „Dies zeigt, und ich spreche jetzt für die gesamte Verwaltung, dass es mehrere Ansprechpartner für die Müllbeseitigung gibt.“ Neben dem EUV gehören dazu das Ordnungsamt, Stadtgrün und Friedhofswesen, bei überörtlichen Straßen auch Straßen.NRW oder auf öffentlichen Flächen wie jüngst in Merklinde auch die Wohnungsgesellschaften. „Mir wäre lieb, wenn wir möglichst schnell einen Koordinator für alle gemeldeten Fälle hätten“, erklärte der EUV-Chef.

Kravanja setzt auf Castrop-Rauxel-App

In diesem Zusammenhang verwies er auf die von Bürgermeister Rajko Kravanja bereits wiederholt ins Spiel gebrachte Castrop-Rauxel-App, die am Dienstag, 15. März, auch auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses stand. Mit einem intelligenten Mängelmeldesystem erhofft sich die Verwaltung einen Durchbruch bei der Beseitigung der Müllprobleme.

FWI-Chef Harald Piehl verwies in diesem Zusammenhang auf vorbildliche Initiativen in Gelsenkirchen und Mönchengladbach.

Michael Werner sagte, seine Angestellten entfernten täglich zwischen ein und drei Tonnen Müll, der unberechtigterweise an den Containerstandorten abgestellt werde. „Manchmal können Sie da sogar zwei Mal am Tag hinfahren“, sagte er. Er appellierte dazu an alle Mitbürger, die Augen aufzuhalten: „Alle anderen zahlen für illegale Müllentsorgung mit.“

Braune Saisontonne hinzubuchbar
- Straßenreinigung und Abfallbeseitigung waren neben der Vermüllung die beiden weiteren Themen der FWI-Infoveranstaltung.
- Unverständnis und Unmut herrschten darüber, dass bei einer Reduzierung der grauen Tonne von 120 auf 80 Liter dasselbe auch bei der braunen Tonne geschehe.
- Der Garten werde doch nicht kleiner, wenn eine Person im Haushalt wegfalle, so das Argument.
- Werner argumentierte, dass die graue Tonne das Maß aller Dinge für die Refinanzierung der anderen Dienstleistungen sei. Man könne für Grünabfall Säcke kaufen oder eine Saisontonne hinzubuchen.

 

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