In Castrop-Rauxel hängen immer noch Wahlplakate

Wann verschwinden sie?

Jede Stadt hat eigene Regeln in der Frage: Wann müssen Partei-Plakate nach der Wahl weg sein? Gut eine Woche nach der Bundestagswahl haben wir beim Rundgang durch die Castroper Altstadt nachgeschaut, wer schnell war – und wer nicht.

CASTROP-RAUXEL

von Paul Mertins, Tobias Weckenbrock

, 02.10.2017, 15:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Castrop-Rauxel hängen immer noch Wahlplakate

Am Donnerstag vergangener Woche (28. 9.) waren noch zahlreiche Wahlplakate in Castrop-Rauxel zu finden. Seither ist aber auch schon wieder viel weggeräumt worden. "Die Partei" ging dabei besonders geschickt vor.

Nun ist die Bundestagswahl schon über eine Woche vorbei – und noch immer lächeln Politiker von den Laternen und Straßenschildern herunter. Das ist auch in Ordnung so: Nach dem Wahlsonntag bleiben in Castrop-Rauxel den Parteien vier bis sechs Wochen Zeit, um die Plakate abzunehmen.

Diesen Zeitraum bestimmt jede Kommune selbst. In Leverkusen haben Parteien beispielsweise nur drei Tage Zeit – so kurz ist die Frist aber nirgends sonst. In Düsseldorf haben die Ortsvereins-Mitglieder eine Woche Zeit.

Erinnerungsmail vom Ordnungsamt

Wenn die Parteien in dieser Zeit nicht ihren Pflichten nachkommen und die Werbung entfernen, droht ihnen ein Bußgeld vom Ordnungsamt. In Castrop-Rauxel und anderen Städten gibt es aber zuerst mal eine Erinnerungsmail vom Ordnungsamt an die Parteien.

Bei unserem Rundgang Ende vergangener Woche sah man in Castrop-Rauxel manche Parteien noch besonders stark vertreten: auffällig „Die Partei“, von der noch viele Plakate hingen. Aber auch die Grünen, die SPD und die MLPD waren noch stark vertreten. FDP und CDU waren ihren Pflichten zumindest bei unserer Stichprobe in der Altstadt weitaus besser nachgegangen.

"Die Partei"-Plakate für zu Hause

Die Partei behalf sich Ende vergangener Woche eines Tricks: Sie gab über ihren Bundesvorsitzenden Martin Sonneborn bei Facebook die Parole aus, dass die Plakate zum Abnehmen freigegeben seien. So sammelten einige Bürger für die Partei die zum Teil beliebten Plakate („LIBERTÉ, EGALITÉ, FCKAFDÉ“) selbst ein, um sie zu Hause aufzuhängen.

Der Stadtverband der FDP warb damit, dass „wir die ersten sind, die die Plakate abnehmen“. Das berichtete der Vorsitzende Nils Bettinger am Montag nach der Wahl via Video-Nachricht auf seiner Facebook-Seite. „Wir halten Wort mit unserem Wahlversprechen“, sagte er dort.

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