Integrativer Bauernhof NaBeBa vor dem Aus am Rapensweg

rnNaBeBa

Diese Nachricht schlug ein wie eine Bombe: Steht der Natur- und Begegnungsbauernhof auf der Stadtgrenze Ickerns zu Waltrop vor dem Aus? Der beliebte Hof ist in Nöten, aber er hat neue Pläne.

Castrop-Rauxel

, 28.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Er liegt im letzten Zipfel von Ickern-End, genauer gesagt sogar eigentlich in Waltrop. Aber vor allem liegt er vielen Menschen am Herzen: Der NaBeBa (Natur- und Begegnungsbauernhof) geht in sein 14. Jahr des Bestehens. Es sieht so aus, als sei das ein Unglücksjahr. Denn in einem offenen Brief hat ein anderer Verein, der offenbar mit NaBeBa zusammen arbeitet, Alarm geschlagen.

„NaBeBa muss schließen! 200 Tiere verlieren ihr Zuhause!“ heißt es in einem ausführlichen Bericht auf einer Homepage des „Kinderschutz-Forums“ vom 23. Februar. Darin werden nicht nur ausführlich die Verdienste des Vereins geschildert, der den Bauernhof betreibt. Sondern es wird auch deutlich, warum die Zukunft auf dem Spiel stehen soll.

Am aktuellen Ort nicht weiter gewünscht

„Nach einem Gespräch mit der Stadtverwaltung Waltrop“, heißt es auf der Homepage, „wurde nun deutlich: Der Zufluchtsort NaBeBa in Waltrop ist nicht weiter am aktuellen Standort gewünscht. Kinder und Jugendliche würden durch ihre Lautstärke auf dem Hof Anwohner in der Nachbarschaft stören.“ Ein Einlenken und ein friedliches Zusammenleben sei nicht mehr möglich. „Weshalb dieser Ort des Vertrauens, des Friedens und der Geborgenheit nun einen neuen Standort suchen müsse.“

NaBeBa ist das Herzensprojekt von Doro Zijp, hier vor drei Jahren kurz vorm Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen.

NaBeBa ist das Herzensprojekt von Doro Zijp, hier vor drei Jahren kurz vorm Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen. © Tobias Weckenbrock (Archiv)

Autor dieser Zeilen ist Pascal Schröer, Vorsitzender und Gründer des Kinderschutz-Forums. Beide Vereine, heißt es in dem Beitrag, hätten „in intensiven Gesprächen beschlossen, die Kräfte, Kompetenzen und Erfahrungen stärker zu verbinden“.

Ziel: Einen neuen Ort der Freude schaffen

Man wolle beim nun bevorstehenden Umzug „einen neuen Ort der Freude, der Harmonie und der Sicherheit erschaffen, der langfristig die Zukunft und die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen sichert und zusätzliche therapeutische Möglichkeiten bieten wird“.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

So war das große Jubiläum des Natur- und Begegnungsbauernhofs

Der Natur- und Begegnungsbauernhof – kurz NaBeBa genannt – feiert Geburtstag. Seit 10 Jahren gibt es den Bauernhof, in dem sich behinderte und nicht behinderte pudelwohl fühlen.
09.04.2017
/
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel
Der Natur- und Begegnungsbauernhof wurde 10 Jahre alt. Das wurde mit einem bunten Programm für Jung und Alt gefeiert.© Foto: Volker Engel

Der NaBeBa tut dies seit 13 Jahren. 2007 gegründet als Begegnungsstätte zwischen Menschen, vor allem auch Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, und Tieren, hat er sich mit Natur- und Ferienfreizeiten und anderen Angeboten längst etabliert.

Gründerin Dorothee Zijp und ihr verwirklichter Traum

Dorothee Zijp (63) schaffte sich selbst den Traum von einem Bauernhof, der offen ist für Kinder. Ihr 1991 geborener Sohn Lukas leidet unter Autismus. Sie sah, dass ihm Natur sehr gut tat. „Es war gut, wenn er draußen war, da war er entspannt, konnte Dinge machen, die er sonst nicht so konnte, da konnte er reden...“

Der NaBeBa lud regelmäßig zu einem Kinderferienprogramm ein. Immer ging es darum, den Kindern die Natur näherzubringen. Hier konnten sie Gärtnern, Tiere versorgen und draußen matschen und spielen.

Der NaBeBa lud regelmäßig zu einem Kinderferienprogramm ein. Immer ging es darum, den Kindern die Natur näherzubringen. Hier konnten sie Gärtnern, Tiere versorgen und draußen matschen und spielen. © Schmidt

Durch Lukas kam Zijp mit Heilpädagogik in Verbindung. Viele Natur-Angebote aber waren ihr auf einem zu hohen Niveau für Kinder mit Behinderungen. „Da habe ich mir gewünscht, dass ich ein ähnliches Projekt aus dem Boden stampfe.“ So kam es.

Ab 2003 arbeitete sie mit einer Freundin an einem Konzept. 2006 gründeten sie einen Verein. Am 7. April 2007 unterschrieb sie den Vertrag für das Gelände Am Rapensweg. Es lag in einem Landschaftsschutzgebiet und verfügte über einige Ställe und Häuschen.

„Friedliche Reihenhausidylle“

2017 feierte der NaBeBa Jubiläumsfest. Unsere Reporterin schrieb damals: „Von außen ist nur der Holzzaun zu sehen. Ein kleines gelbes Schild sagt: Umwelt zerstören verboten! Davor eine friedliche Reihenhausidylle.“ Diese Reihenhaussiedlung hat offenbar ihren Frieden mit den Nachbarn verloren. „Beschwerden von Anwohnern machen es NaBeBa nicht mehr möglich, weiter am aktuellen Standort der Arbeit langfristig nachzugehen“, so Schröer auf der Homepage seines Vereins.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Eindrücke von der tierischen Ferienfreizeit im NaBeBa Castrop-Rauxel

Ein Natur-Paradies für jedes Kind: Das ist die Ferienfreizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof. Kinder mit und ohne Behinderung sorgen gemeinsam für das Wohlbefinden der Vierbeiner und nehmen viele schöne Erinnerungen mit.
29.07.2016
/
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von Kindern mit Behinderung im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Bei der Freizeit auf dem Natur- und Begegnungs-Bauernhof (NaBeBa) steht die Inklusion von behinderten Kindern im Mittelpunkt.© Foto: Daniel Brüggemann
Schlagworte

Doro Zijp selbst kündigte Mitte Februar eine Vereinsversammlung am 17. Februar intern mit Nachdruck an: „Es wird für den NaBeBa Veränderungen von existenzieller Bedeutung geben“, hieß es in einem Rundschreiben. „Für diese Veränderungen benötigen wir Zuspruch und die Mithilfe aller Mitglieder. NaBeBa ist so weit gekommen, wie es heute ist, weil wir aus den Augen unserer Kinder die Welt betrachtet haben.“

Lesen Sie jetzt