Jede Mini-Infektion bringt Alija in Lebensgefahr

Dreijährige aus Castrop-Rauxel

Alleine sitzt sie auf dem Sofa, den großen Teddybären fest umschlungen. Er ist einer der wenigen Begleiter, den die kleine Dreijährige aus Castrop-Rauxel hat. Jede noch so kleine Infektion könnte tödlich enden. Denn sie leidet an einer seltenen Krankheit.

CASTROP-RAUXEL

, 04.02.2017 / Lesedauer: 3 min
Jede Mini-Infektion bringt Alija in Lebensgefahr

Die dreijährige Alija ist an HLH erkrankt. Für die Behandlung muss sie mit ihren Eltern in die Nähe des Universitätsklinikums Düsseldorf ziehen.

Alija leidet an Hämophagozytischer Lymphohistiozytose, kurz HLH. Es ist eine tödliche Krankheit, die dafür sorgt, dass das Mädchen einen Großteil seines Lebens auf der Intensivstation verbringt. Fieberschübe, Ausschläge, vergrößerte Leber und Milz sowie ein Zugang in der Brust sind nur einige der Dinge, mit denen das kleine Mädchen zu kämpfen hat – und die es gar nicht begreifen kann.

Bei jedem Infekt schaden körpereigene Zellen Alijas Immunsystem, sodass sie 2016 nur knapp einen Herpes-Virus überlebte. „Es ist unglaublich hart für die Eltern dabei zuzusehen, wie es Alija täglich schlechter geht“, sagt Catrin Arends von der Flüchtlingshilfe über die Familie, die vor anderthalb Jahren aus Syrien gekommen ist.

Familie muss in die Nähe der Uni-Klinik ziehen

Die einzige Chance auf eine sorgenfreie Zukunft für das Mädchen ist eine Knochenmarkspende, die in dieser Woche stattgefunden hat. Mutter Bushra Hamandi ist als Spenderin geeignet.

Aber damit sind die Probleme der Familie noch lange nicht gelöst. Ein Umzug aus Castrop-Rauxel ist zwingend notwendig, um schnell auf ein mögliches Abstoßen des Knochenmarks reagieren zu können.

Dafür fehlt allerdings der bezahlbare Wohnraum in der Nähe des Universitätsklinikums Düsseldorf, das deutschlandweit eines von drei Krankenhäusern ist, das HLH behandelt. 30 Minuten sind laut dem behandelnden Arzt das Maximum bis zur Klinik. „Wir haben alles Mögliche unternommen. Die Familie ist unglaublich verzweifelt“, sagt Arends, die ihr ehrenamtlich beisteht.

840 Euro für eine Wohnung - zu wenig für Düsseldorf

Drei Monate hat die Familie noch Zeit, um eine neue Wohnung zu finden. So lange müssen Mutter und Tochter nach der OP in einem Isolierzimmer in der Klinik bleiben. 840 Euro stehen für eine Wohnung zur Verfügung, aber das reicht rund um Düsseldorf nicht.

„Wir hoffen, dass wir irgendwie mit einem Vermieter in Kontakt kommen, der die Miete vorübergehend reduziert“, sagt Catrin Arends. Es sei ihre letzte Hoffnung – und auch die der Familie.

Familie lebt seit anderthalb Jahren in Deutschland

Seit anderthalb Jahren lebt Alija mit ihren Eltern in Deutschland. Immer wieder muss die Kleine auf die Intensivstation. So hatten die Eltern bislang keine Zeit, richtig Deutsch zu lernen - zumal sie sich auch noch um ein weiteres Kind kümmern müssen.

Dennoch: Ohne die deutsche Sprache fällt Vieles schwer. „Die Eltern müssen ihrem Kind erklären, was mit ihr passiert, ohne es selber richtig zu verstehen“, so die Betreuerin, die sich im Namen der Familie an unsere Redaktion wandte.

Durch eine neue Wohnung hätte Alija endlich die Chance, ein normales Leben zu führen, mit mehr als bloß Schmerzen. „Das wäre ein kleines Wunder“, sagt Arends.

Es gibt ein Spendenkonto für Alija

  • Hilfe zur Wohnungssuche nimmt Catrin Arends entgegen per E-Mail an catrin.arends@fluechtlingshilfe-castrop-rauxel.de
  • Spenden an Alijas Familie, um die Fahrkosten nach Düsseldorf, eventuell einen Makler sowie den Umzug zu finanzieren, können überwiesen werden an:
  • Sparkasse Vest Recklinghausen, IBAN: DE66426501500000910083, BIC: WELADED1REK, Zahlungsempfänger: Flüchtlingshilfe Castrop-Rauxel e.V., Stichwort: „Alija“
  • Die Überlebenschancen bei HLH liegen bei weniger als 30 Prozent.

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