Junge in Angst auf dem eigenen Schulhof: Hat diese Schule ein Problem mit Jugendlichen?

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Ist es auf dem Schulhof der Elisabethschule in Obercastrop gefährlich? Jedenfalls geht bei manch einem Kind die Angst um, wie Anwohner berichten. Von der Polizei hört man verschiedene Dinge.

Castrop-Rauxel

, 22.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Anruferin Sandra Suermann ereifert sich im Gespräch mit unserer Redaktion am Donnerstag: Ihr Enkelkind, Drittklässler der Elisabethschule in Obercastrop, sei gerade weinend nach Hause gekommen. „Er hat Angst auf dem Schulhof“, sagt sie und schildert, was soeben passiert ist.

Auf dem Schulhof sei ihr Enkel mit seinem Freund spielen gewesen. „Er wurde von Jugendlichen dort verjagt und kam tränenüberströmt nach Hause“, so seine Oma Sandra Suermann, die in den Ferien zu Besuch sei.

Schulleiterin rät dazu, die Polizei anzurufen

Die Schulleiterin, die man mehrfach darauf angesprochen habe, habe gesagt, man sollte in so einem Fall die Polizei rufen. „Daraufhin haben wir die Polizei angerufen.“ In der Wache habe man ihr gesagt: „Wir kennen das Problem, das ist die Wohngegend. Das Umfeld ist eben nicht dementsprechend…“ Ende des Gesprächs.

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Die Beschwerdeführerin findet: „Alle können sich auf dem Schulhof aufhalten. Aber die Leute, die sich dort treffen, sind 16 oder 17 Jahre, es sind Jugendliche, auch junge Frauen. Soll das so sein?“ Und dann sei es noch so: „Wenn wir Erwachsenen hingehen und die Jugendlichen darauf ansprechen, müssen wir noch Angst haben, dass wir verhauen werden.“ Ihr Mann, selbst Anfang 70, habe sich das Spektakel am Dienstagabend vor Ort angesehen: „Da saßen sieben, acht junge Leute, die grölten und feierten.“

Die Problematik des Umfelds also soll polizeibekannt sein. „Deshalb kommen sie in so einem Fall nicht raus? Wenn man in Frohlinde wohnt, dann kommen sie – und hier nicht?“, fragt sich Sandra Suermann.

Polizei: Stets über die Notrufnummer 110

Was aber sagt die Polizei nun offiziell auf unsere Anfrage? „Wir wollen immer informiert werden, wenn irgendwo Probleme bestehen“, erklärt Polizeisprecher Michael Franz – „ob es Ängste sind oder was auch immer.“ Wenn der Polizei etwas mitgeteilt werde, „sind wir eigentlich vor Ort“. Das solle stets über die Notrufnummer 110 geschehen, denn dann kann die Leitstelle schnell reagieren und einen Streifenwagen schicken.

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Zum Ort selbst sagt Michael Franz: „Seit Monaten ist unserem zuständigen Bezirksbeamten vor Ort bekannt, dass sich da immer wieder Jugendliche nach der Schulzeit auf dem Schulhof aufhalten.“ Der Kollege habe mit dem Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt und der Schulleitung Kontakt aufgenommen.

Bezirksbeamter sprach auch schon mit Anwohnern

Er sei auch immer mal wieder vor Ort, habe dann aber dort nie jemanden angetroffen. „Er hat auch Kontakt aufgenommen zu den Anwohnern“, sagt der Pressesprecher, „nachgefragt und darum gebeten, wenn es Probleme gibt, dass sich die Anwohner an die Polizei wenden.“

Aber warum dann die sonderbare Reaktion der Polizei auf den Anruf von Sandra Suermann? „Das wäre keine vernünftige Aussage, aber die Gesprächsinhalte kann ich jetzt nicht mehr nachvollziehen“, so Michael Franz. „Wir sind auf Hinweise angewiesen und wollen solche Anrufe. Wir können die Leute nur ermutigen, sich über die 110 an uns zu wenden, damit wir schnell vor Ort sind, die Personalien der Leute feststellen und uns einen Überblick verschaffen können.“

Aktenkundige Straftaten habe es dort in den vergangenen drei Monaten nicht gegeben. „Aber der Kollege wird das weiter im Auge haben, auch mit der Stadt und der Schule zusammen.“ Die Elisabethschule, so Michael Franz, „ist uns als problematische Schule nicht bekannt“.

Das sind die Schulhof-Regeln der Stadt

Die Stadtverwaltung verweist auf die gängigen Schulhof-Regelungen: Kinder unter 14 Jahren können im Sommer bis 19 Uhr dort spielen. Ältere also nicht. Darauf weisen Schilder am Schulhof hin.

Zusätzlich zur Arbeit der Polizei und dem Kommunalen Ordnungsdienst sei ein privater Wachdienst beauftragt, „in unregelmäßigen Abständen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten in den Abendstunden an Schulen bzw. auf den Schulhöfen nach dem Rechten zu sehen“. Sie könnten Platzverweise aussprechen. Schulhöfe zu schließen, sei nicht angedacht.

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