JVA Meisenhof verkauft Produkte über Handy-App

Knastladen

Die Digitalisierung macht auch vor den Zäunen der Justizvollzugsanstalten (JVA) Meisenhof in Castrop-Rauxel nicht Halt. Jetzt wurde eine Handy-App vorgestellt, mit der die im Gefängnis hergestellten Produkte aus dem so genannten "Knastladen" gekauft werden können. Unter anderem auch eine "NRW-Kette".

Castrop-Rauxel

, 05.08.2015, 19:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (l.) und Julius Wandelt, Leiter der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel, gaben am Mittwoch die neue mobile Einkaufs-Webseite für den „knastladen.de“ frei.

NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (l.) und Julius Wandelt, Leiter der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel, gaben am Mittwoch die neue mobile Einkaufs-Webseite für den „knastladen.de“ frei.

Geschenk gesucht? Oder Hausschuhe? Oder eine Halskette, die auch unsere Ministerpräsidentin trägt? Dann könnten Sie im Online-Shop für Produkte aus den Justizvollzugsanstalten des Landes Nordrhein-Westfalen, dem „Knastladen“, fündig werden Und das ab sofort auch auf dem Smartphone ganz einfach über die mobile Webseite „knastladen.de“.

NRW-Justizminister Thomas Kutschaty gab am Mittwoch in der Castrop-Rauxeler Justizvollzugsanstalt Meisenhof in Ickern gemeinsam mit dem dortigen Anstaltsleiter Julius Wandelt den Startschuss für diese Knastladen-App. Die Besonderheit der Justizvollzugsanstalt Castrop-Rauxel besteht nicht nur darin, dass es sich um eine offene Justizvollzugsanstalt handelt, in der Straftäter „fit gemacht werden sollen für ein straffreies Leben“, so Wandelt. Die Anstalt erledigt auch einige allgemeine Aufgaben des Justizvollzuges in NRW landesweit zentral.

Dazu gehört seit Herbst 2008 auch der Betrieb des Online-Ladens www.knastladen.de, über den sämtliche Produkte verkauft werden, die in 27 (von insgesamt 36) Justizvollzugsanstalten im Land von Gefangenen hergestellt werden. Im Angebot sind rund 1500 Produkte, darunter viele, die im Meisenhof produziert werden. Gewinn macht man mit dem Knastladen nicht, so Julius Wandelt. Aber man kann ein klein wenig Geld in die Kasse des Landes wirtschaften, das pro Tag und Gefangenen rund 100 Euro aufwenden muss. Bei etwa 18.000 Gefangenen in NRW keine unerhebliche Summe.

NRW-Kette hat auch schon Hannelore Kraft getragen

Laut Thomas Kutschaty ist die neue Knastladen-App nur ein Baustein der Digitalisierung im modernen Strafvollzug: „Die neuen Medien bieten die Chance, die Öffentlichkeit auf einfachem Weg über den Haftalltag der Gefangenen zu informieren und die Gefangenen darüber hinaus auf das Leben außerhalb der Gefängnismauern vorzubereiten.“ Ein Projekt ist dabei unter anderem das Projekt „Podknast“. In eigenen kurzen Internetfilmen, so Kutschaty, die für jedermann im Netz abrufbar seien, berichteten die Gefangenen über ihren Haftalltag und ihre Situation im Gefängnis. Mit Erfolg, denn die „Podknasts“ seinen schon fast eine Million mal geklickt worden.

Ein wichtiger Baustein aber sei der „Knastladen“, für den Gefangene aus 27 Anstalten Produkte für Büro und Wohnung, Dekoartikel, Spielsachen oder Zubehör für Haus du Tier produzieren. Darunter übrigens auch die im NRW-Shop erhältliche NRW-Kette, die unlängst erstmals von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft beim Empfang für den belgischen König getragen wurde und die jetzt als offizielles Gastgeschenk der Staatskanzlei an wichtige Gäste des Landes überreicht wird. Die „Polaris-Würfel-Kette im NRW-Design“, so der Titel, kostet 35 Euro.

 

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