Kamera-Autos von Apple sollen Castrop-Rauxel fotografieren

rn3D-Straßenaufnahmen

Im Internet gibt es bislang keine Aufnahmen von Castrop-Rauxels Straßenzügen. Nun ändert sich das. Die Bilder werden aber nicht bei Google zu sehen sein. Es gibt zwei andere Auftraggeber.

Castrop-Rauxel

, 05.08.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Google hat es vor Jahren vorgemacht: Der Internet-Riese hat schon vor fast zehn Jahren Kamera-Autos durch die Lande geschickt, um seine Kartendienste Google Maps und Google Earth um 360-Grad-Ansichten deutscher Großstädte aus der Straßenperspektive zu ergänzen. Street View ging an den Start.

2010 gab es dagegen massive Proteste, die sich erst legten, als klar wurde, dass man gegen die Abbildung seines Hauses Einspruch einlegen kann und Google diese Häuser dann verpixelt darstellt. Neue Aufnahmen gab es seitdem nicht mehr, weitere Städte kamen nicht hinzu. So ist Castrop-Rauxel bis heute Street-View-freie Zone geblieben.

Kameraautos nehmen alle Straßen auf

Doch nun werden wohl doch Kameras-Autos in die Europastadt kommen. Und dafür sind gleich zwei Auftraggeber verantwortlich. Aber nicht etwa Google, sondern Apple, und - der Kreis Recklinghausen.

Laut Apple will man mit Fahrzeugen Vermessungsfahrten durchführen, um Daten zu sammeln, mit denen man das Angebot Apple Maps verbessern und die Funktion „Look Around“ unterstützen will. „Look Around“ ist quasi der Apple-Konkurrent für Googles „Street View“.

Das Unternehmen aus Cupertino in den USA verspricht, die Privatsphäre bei diesen Datenerhebungen zu schützen: „Zum Beispiel werden wir Gesichter und Nummernschilder auf Bildern unkenntlich machen, die in ‚Look Around‘ veröffentlicht werden“, heißt es bei Apple.

In Dorsten wurden schon Apple-Autos gesichtet

Die Firma hat inzwischen eine Liste der Städte, Kreise und Regionen veröffentlicht, in denen man jetzt und in naher Zukunft Kamerafahrten unternehmen will. Und dazu gehört der Kreis Recklinghausen, also auch Castrop-Rauxel. Vorgesehen sind die Kamerafahrten laut Apple zwischen Juni und Oktober 2020. In Dorsten etwa wurde ein Apple-Auto schon gesichtet.

Mehr zu den Plänen von Apple und zu den Möglichkeiten, wie man sich und sein Haus oder sein Auto gegen eine Veröffentlichung bei „Look Around“ schützen kann, findet man auf der Website https://maps.apple.com/imagecollection/

Es muss aber kein Weltkonzern aus Amerika sein, um Interesse an solchen Bildern der Straßen im Kreis Recklinghausen zu haben.

Kreis hat Firma Cyclomedia beauftragt

Auch die Mitarbeiter der Kreisverwaltung müssen sich für ihre Arbeit oft ein Bild direkt vor Ort machen, zum Beispiel im Bereich Kataster und Geoinformationen oder im Bereich Tiefbau. Mit moderner Technik, so kündigt es jetzt der Kreis an, könne man sich diese Fahrten bald sparen: Im Rahmen eines Projekts mit Namen „GeoSmartChange“ sollen alle Straßen im Kreisgebiet, also auch in Castrop-Rauxel, nun ebenfalls mit speziellen 360-Grad-Kameras und 3D-Scannern fotografiert werden. Und zwar schon vom kommenden Montag, 10. August, an.

Fünf Fahrzeuge der Firma Cyclomedia sollen dann kreisweit voraussichtlich bis Ende September unterwegs sein.

Fünf solcher Fahrzeuge mit speziellen 360-Grad-Kameras und 3D-Scannern werden ab kommenden Montag kreisweit unterwegs sein.

Fünf solcher Fahrzeuge mit speziellen 360-Grad-Kameras und 3D-Scannern werden ab kommenden Montag kreisweit unterwegs sein. © Kreis Recklinghausen

Die Aufnahmen sollen etwa zur Bebauungsplanung, zum Erstellen von topografischen Lageplänen oder zur Routenplanung für Straßenreinigungen dienen. Neben zweidimensionalen Fotos nehmen die Kameras zusätzlich 3D-Daten auf, damit später am PC auch 3D-Modelle erstellt werden können.

Außerdem, so der Kreis, werden Ampel-Anlagen, Schilder und Straßenbeleuchtungen erfasst.

Gesichter und Kennzeichen werden unkenntlich gemacht

Bei der Erfassung der Bilddaten werde die aktuelle Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) beachtet: Gesichter und Kfz-Kennzeichen würden von einer Software unkenntlich gemacht, bevor die Aufnahmen der Kreisverwaltung zur Verfügung gestellt werden.

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Auch hier haben Gebäudeeigentümer die Möglichkeit, sich bei der Cyclomedia GmbH telefonisch unter (06441) 44932-0 oder per Mail an info-de@cyclomedia.com zu melden, falls ihr Haus nicht zu sehen sein soll. Das Haus werde dann von der Software verpixelt, wie man es von Street View auch kennt.

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