Kastration für Katzen jetzt auch in Castrop-Rauxel Pflicht

rnHaustiere

Was in anderen Städten schon länger umgesetzt ist, gilt nun auch in Castrop-Rauxel: Freigänger-Katzen müssen ab sofort kastriert werden. Ganz verboten wird Katzen-Nachwuchs allerdings nicht.

Castrop-Rauxel

, 03.09.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

In anderen Städten hatte es um die Kastrationspflicht für Katzen große Diskussionen gegeben. In Castrop-Rauxel ist die neue Verordnung ziemlich ruhig über die Bühne gegangen und der große Aufschrei ausgeblieben.

Das liegt vor allem daran, dass sich die Parteien schon lange vor der eigentlichen Abstimmung abgesprochen hatten. Der Antrag wurde von den Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linke, FDP, FWI und SPD gemeinsam eingereicht. In der Begründung heißt es, dass „durch die verpflichtend vorgeschriebene Kastration vermieden werden soll, dass Tausende ungewollte Katzenwelpen in die Welt gesetzt werden, die ein meist sehr leidvolles Schicksal durch Krankheiten, Futtermangel, Vergiftung etc. erleiden“.

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Im Klartext bedeutet es, dass Katzen ab jetzt verpflichtend gekennzeichnet und kastriert werden müssen. Im Text der Verordnung heißt es jetzt dazu: „Katzenhalterinnen und Katzenhafter, welche ihrer Katze bzw. ihrem Kater Zugang ins Freie gewähren, haben diese/n zuvor von einem Tierarzt bzw. einer Tierärztin kastrieren und mittels Mikrochip kennzeichnen zu lassen“.

Der Verein "Team für Tiere" will Katzebesitzer unterstützten, die finanzielle Schwierigkeiten haben.

Der Verein "Team für Tiere" will Katzebesitzer unterstützten, die finanzielle Schwierigkeiten haben. © Nils Bettinger

Wer regelmäßig füttert ist in der Pflicht

Als Katzenhalter gilt dabei derjenige, der „freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt“. Wer also einer süßen Katze jeden Abend etwas auf die Fensterbank stellt, ist auch für deren Kastration und Kennzeichnung zuständig.

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Die neue Regelung gilt nicht für Katzen, die jünger als fünf Monate alt sind. Auch Halter, die Interesse an einer Vermehrung ihrer Katzen haben, sind von der Regelung ausgenommen, allerdings nur dann, wenn „eine Kontrolle und Versorgung der Katzenjungen glaubhaft dargelegt wird“.

Das Team für Tiere hilft

Eine Kastration kann zwischen 90 und 150 Euro kosten. Der Verein „Team für Tiere“ mit seinem Vorsitzenden Nils Bettinger an der Spitze möchte es aber auch finanziell schlechter gestellten Katzenhaltern ermöglichen, ihre Schützlinge zu kastrieren.

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Der Verein erklärt: „Wir möchten mit der Aktion auf das Inkrafttreten der Katzenkastrationspflicht hinweisen und für den Auftakt die finanzielle Hürde niedriger legen.“ Die Tiertafel finanziert Gutscheine für die Kastration, sodass sich die Kosten für eine Katze auf 50 Euro und für einen Kater auf 30 Euro reduzieren.

Gutscheine werden in der Tiertafel, Moritzstraße 32 (Eingang an der Victoriastraße), am Freitag (4.9.), 17-18.30 Uhr, und am Samstag (5.9.), 13-14.30 Uhr ausgegeben. Das Team für Tiere hat insgesamt 5000 Euro an Spenden gesammelt, um die Aktion zu finanzieren.

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