Das Gebäude am Busbahnhof, in dem die Postbank Hauptmieter ist, wird jetzt zum Verkauf angeboten. © Tobias Weckenbrock
Stadtentwicklung

Kauft die Stadt Castrop-Rauxel das Postgebäude für 3,9 Millionen Euro?

Das Postgebäude am Busbahnhof steht für 3,9 Millionen Euro zum Verkauf. Die Stadt hatte sich 2020 ein Vorkaufsrecht gesichert. Auch, weil der Busbahnhof wohl erweitert werden muss.

Können Sie eine Post gebrauchen? Wenn ja, dann können Sie in Castrop-Rauxel jetzt zuschlagen. Das ehemalige Gebäude der früheren Bundespost am Münsterplatz steht nämlich (wieder einmal) zum Verkauf. Allerdings könnte Ihnen die Stadt als möglicher Käufer zuvor kommen.

Der Post gehört das Gebäude am Busbahnhof schon lange nicht mehr. 2007 verkaufte die in ganz Deutschland ihre Immobilien in einem „Riesenpaket“ an die Firma Lonestar. Seitdem ist die Post in dem Bau nur noch Untermieter der Postbank, die dort aber auch nur als Mieter fungiert.

Gebäude wird jetzt im Internet zum Kauf angeboten

Das Gebäude in Castrop-Rauxel ging später in den Besitz des Immobilienunternehmens Verianos über, der 2017 mit Plakaten am Gebäude Verkaufsabsichten kundtat, sich aber öffentlich nie zu künftigen Planungen oder einem Verkauf äußerte.

Jetzt ist das markante Gebäude tatsächlich auf dem Markt. Und nun wird es spannend, denn der Stadtrat hat im Dezember 2020 eine Vorkaufsrechtssatzung beschlossen. Die Stadt Castrop-Rauxel will den Planbereich „Nördliche Innenstadt“ über einen Bebauungsplan neu ordnen. Der Planbereich umfasst nämlich unter anderem speziell die Grundstücke, auf denen das Postgebäude und der Weltkriegsbunker stehen.

Mit dem festgeschriebenen Vorkaufsrecht bekommt die Stadt die Gelegenheit, einen neuen Kaufvertrag mit dem Verkäufer zu den gleichen Bedingungen abzuschließen, die der Verkäufer zuvor mit einem dritten Käufer ausgehandelt hat.

Busbahnhof muss mittelfristig erweitert werden

Das Thema wird am Donnerstag, 22. April, erneut den Stadtrat beschäftigen. Denn die Verwaltung hat aus einem „Sofortprogramm Innenstadt“ der Landesregierung Fördermittel zur zur städtebaulichen Neuordnung des angesprochenen Gebietes beantragt.

Die Stadtverwaltung sieht nach den Ideen vom Dezember 2020 hier Flächen für Einzelhandel, Dienstleistungen und Büros vor, möchte aber auch zusätzliche Wohnhäuser bauen. Außerdem, das steht jetzt im Raum, „wird mittelfristig eine räumliche Erweiterung des Zentralen Omnibusbahnhofs notwendig, um diesen gemäß den wachsenden Ansprüchen an den öffentlichen Personennahverkehr zu entwickeln und die Verkehrswende weiter zu forcieren“, so heißt es in einer Ratsvorlage. Dabei wurde der Busbahnhof gerade erst umgebaut.

Spannend wird nun also, was mit dem Verkauf des Postgebäudes wird. Angeboten wird der Bau von 1975 von der Atici Immobilien und Grundbesitzverwaltung in Düren am Markt zu einem Kaufpreis von 3,9 Millionen Euro. Der Käufer erhält dafür 3341 Quadratmeter Büro- und Nutzfläche und 56 Stellplätze hinter dem Gebäude.

Stadt will Veränderungsprozess aktiv mitgestalten

Wenn die Stadt das Gebäude kaufen sollte, so die Idee, erhielte man neben den erwähnten baulichen Möglichkeiten auf dem Post- und dem Bunkergelände (das immer noch der Stadt gehört, dessen Nutzung aber weiter ungeklärt ist), im Planbereich „Nördliche Innenstadt“ auch die Gelegenheit, die immer noch unbefriedigende und ungeordnete Eingangssituation auf dieser Seite der Altstadt städtebaulich neu zu strukturieren.

Durch die Vorkaufsoption für die Post sieht die Stadt die Chance, die komplette städtebauliche Entwicklung an dieser Stelle der Altstadt unmittelbar zu steuern. Denn, so heißt es: „Bereits vor der Corona-Pandemie befand sich die Altstadt − wie fast alle deutschen Innenstädte − in einem Veränderungsprozess, welcher mit Funktionsverlusten einhergeht und sich unter anderem durch städtebauliche Mängel, ein geringer werdendes Einzelhandelsangebot und längerfristige Ladenleerstände zeigt.“

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter