„Kein Verkauf seit 2011“: Castrop-Rauxel offenbar nicht vom Wilke-Wurstskandal betroffen

rnLebensmittel-Skandal

Nach dem Verzehr von Wilke-Wurstwaren gab es offenbar in Hessen zwei Tote. Für Castrop-Rauxel geben Discounter und Supermarktketten hingegen Entwarnung.

Castrop

, 09.10.2019, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Fleischverarbeiter Wilke-Wurstwaren wird mit zwei Todesfällen in Südhessen und bundesweit mit 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Die Ursache sind Listerien-Keime, die für Menschen mit geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein können.

Das gilt vor allem für Neugeborene, alte Menschen, Patienten mit chronischen Erkrankungen, Transplantierte und Schwangere. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektionskrankheit meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen, etwa Durchfall und Fieber.

In Castrop-Rauxel herrscht Sorge unter den Bürgern, ob Wilke-Produkte in der Region verkauft werden. Wir haben deshalb bei den großen Lebensmittelketten nachgefragt.

Aldi, Lidl und Wilke

Dr. Axel vom Schemm, Pressesprecher von Aldi Nord, teilt mit, dass die Kette seit 2011 keine Geschäftsbeziehungen mehr zu Wilke unterhält und dementsprechend auch keine Produkte verkauft.

Ob die damalige Entscheidung mit der Wurst-Qualität in Verbindung steht, gibt er nicht an. Über Motive bei der Wahl unserer Geschäftspartner „äußern wir uns grundsätzlich nicht“.

Wilke verkauft jedoch nicht nur Produkte unter Eigennamen, sondern auch unter anderen Labels. Das hessische Umweltministerium hat eine Liste mit Handelsmarken veröffentlicht, die möglicherweise Produkte der Firma Wilke

enthalten. Dr. Axel vom Schemm gibt dazu an: „Darunter ist keine von uns gehandelte Eigenmarke enthalten.“

Mario Köhler von der Lidl-Pressestelle sagt zum Fleischskandal: „Die Firma Wilke ist und war kein Lieferant für das Fleisch- und Wurstwarensortiment von Lidl Deutschland.“

Kaufland, Edeka und Wilke

Kaufland äußerte sich in einer Stellungnahme zur Wilke-Wurst: „Bei Kaufland wurden nur in den Märkten in Schwalmstadt, Korbach und Biedenkopf Wilke-Produkte verkauft. Kaufland hat sofort reagiert und die betroffenen Produkte aus dem Verkauf genommen. Da ein gesundheitliches Risiko nicht ausgeschlossen werden kann, sollten Kunden den Rückruf unbedingt beachten und die betroffenen Produkte nicht verzehren.“

Herr Kraus von Edeka Gronemann in Castrop-Rauxel, schließt aus, dass jegliche Wilke Produkte in der Filliale verkauft worden sind.

Das sagen die Krankenhäuser in Castrop-Rauxel

Andrea Wocher, Sprecherin des Evangelischen Krankenhauses (EvK), teilt nach Rücksprache mit dem Chefarzt für Innere Medizin und Altersmedizin, Dr. Jürgen Jahn, mit, dass keine Patienten im Zusammenhang mit Wilke-Produkten behandelt wurden. Beim St. Rochus-Hospital war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Am Mittwoch hat das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium für ganz NRW Entwarnung gegeben. Die nordrhein-westfälischen Behörden hätten keine Hinweise, dass mit Listerien kontaminierte Wurst nach NRW gekommen ist, hieß es.

Es gebe auch keine Informationen, dass Menschen in NRW durch den Verzehr von Wilke-Wurstwaren an einer Listeriose erkrankt seien, sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums am Mittwoch.

Es bleibt ein Restrisiko und die Staatsanwaltschaft ermittelt

Für sämtliche Produkte der Firma Wilke läuft eine weltweite Rückrufaktion: Sie sind an der Kennzeichnung „DE EV 203 EG“ zu erkennen.

Mittlerweile ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Kassel wegen fahrlässiger Tötung. Es gebe einen Anfangsverdacht, sagte eine Sprecherin. Dieser richte sich aber noch nicht gegen eine konkrete Person.

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