Keine Kindergartenplätze für 167 Kinder aus Castrop-Rauxel

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Die erste Runde der Kita-Platzvergabe in Castrop-Rauxel ist vorbei. 167 Kinder sind leer ausgegangen. Noch müssen betroffene Eltern nicht verzweifeln.

Castrop-Rauxel

, 11.03.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kindergartenplätze sind in Castrop-Rauxel nach wie vor Mangelware. Für das kommende Kindergartenjahr ist nun die erste Phase der Platzvergabe gelaufen – Eltern konnten ihre Kinder über den Kita-Navigator bei maximal drei* Kitas anmelden und haben jetzt Rückmeldung bekommen.

Nach Angaben der Stadt sind 548 Kinder in Kitas und 19 Kinder in der Tagespflege untergekommen. Immerhin 167 Kinder sind aber nicht versorgt und stehen auf der Warteliste.

Auf der Suche nach Lösungen

Damit diese Kinder beziehungsweise deren Eltern überhaupt eine Chance auf einen Kita-Platz haben, müssen sie nun bis spätestens 15. April eine Bedarfsanzeige stellen. Nur dann bleiben die Kinder auf der Warteliste.

„Bedarfsanzeige“. Das hört sich bürokratisch und sperrig an. Letztlich ist es ein Dokument, in dem die Eltern noch einmal alle relevanten Angaben zum Kindergartenplatz machen können und so auf der Warteliste bleiben.

Beruf und Familiensituation sind wichtige Faktoren

In Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt, den Trägern und den Eltern wird dann versucht, eine Lösung zu finden. Dabei spielen – wie auch in der ersten Runde der Platzvergabe – Kriterien wie die Berufstätigkeit der Eltern, die Frage, ob Mutter oder Vater alleinerziehend sind und ob bereits ein Geschwisterkind den gewünschten Kindergarten besucht eine Rolle.

Das Argument Geschwisterkind zieht aber nur, wenn es auch kommendes Jahr noch den Kindergarten besucht. Infos zur Bedarfsanzeige erhalten Eltern unter Tel. (02305) 106-2528.

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Den U3-Kindern bietet die Stadt in der Regel an, in einer Tagespflege unterzukommen. Bei Tagesmüttern gibt es nach Angaben der Stadt noch freie Plätze. Kindertagespflegepersonen betreuen Kinder bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres und darüber hinaus – längstens bis zum 31. Juli des Jahres, in dem das Kind bis 31. Oktober drei Jahre alt wird.

Informationen rund um die Kindertagespflege erhalten Eltern von der Fachvermittlungsstelle Kindertagespflege, AWO UB-Münsterland-Recklinghausen, Tel. (02305) 106-2948.

Die Eltern, die bis zum 15. April keine Bedarfsanzeige gestellt haben, fliegen von der Warteliste runter. „Dann gehen wir davon aus, dass ein alternatives Betreuungsangebot gefunden wurde“, erklärt Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann.

Die wartenden Eltern müssen die Hoffnung nicht aufgeben, denn die Struktur des Kita-Navigators sieht vor, dass einigen Eltern mehrere Betreuungsverträge vorliegen und anderen Eltern gar kein Vertrag. Sobald die erste Gruppe einen Vertrag unterschrieben hat, wird ihr anderer Platz wieder frei und kann vergeben werden.

Zur Vertragsunterzeichnung haben die Eltern zwei Wochen Zeit. Viele reizen das gerne aus, in der Hoffnung, von ihrer Wunsch-Kita einen Vertrag zu bekommen.

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Manche Plätze werden auch während des Kindergartenjahres frei, zum Beispiel wegen eines Umzugs. Es gibt auch regelmäßig Überhangplätze, die Gruppen werden aufgestockt und es werden weitere Kita-Plätze geschaffen - wie zuletzt in der Kita am Stadtmittelpunkt.

Maresa Hilleringmann: „Die Vergabe der noch freiwerdenden, freigebliebenen Plätze, der Überhangplätze, der Plätze in Tagespflege und in neuen Kitas ist ein laufender Prozess, der noch andauert - tatsächlich bis zum Beginn des neuen Kitajahres im August.“

Der Kita-Bedarfsplan werde zudem fortwährend angepasst. Aktuell besagt der Bedarfsplan, dass trotz aller Anstrengungen, Neueröffnungen und Ausbaupläne im Jahr 2022/2023 immer noch mindestens 50 Plätze fehlen, um alle Kinder über drei Jahren zu versorgen.

Recht auf Betreuungsplatz einklagen

Als letztes Mittel können Eltern einen Betreuungsplatz einklagen. Das haben in den vergangenen Jahren einige Familien gemacht – stets mit Erfolg. Die Stadt betont jedoch, dass sie für alle Familien versucht, eine Lösung zu finden.

* Die Zahl der möglichen Kitas, auf die man sich bewerben kann, liegt seit zwei Jahren nicht mehr bei bis zu fünf, sondern noch bei drei. Im ursprünglichen Artikel hatten wir fünf geschrieben.

Zur Sache

Vormerkungen für nächstes Jahr bereits möglich

  • Eltern, deren Kinder ab dem 1. August 2021 einen Kindergarten in Castrop-Rauxel besuchen sollen, können ihre Anmeldung für das nächste Kindergartenjahr bereits jetzt im Kita-Navigator vormerken. Bei der Vormerkung durch das Online-Verfahren ist jedoch nicht ausschlaggebend, wann die Eltern ihr Kind anmelden.
  • Sollten Eltern über keinen Internetzugang verfügen, hilft die „Servicestelle Kita-Navigator“ des Jugendamtes weiter: Die Servicestelle im Haus der Jugend und Familie an der Bochumer Straße ist montags und dienstags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr sowie unter Tel. (02305) 106-2528 und per E-Mail an kita-navigator@castrop-rauxel.de erreichbar.
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