Klima und Käfer: Auch Grutholz und Castroper Holz sind gefährdet

Wald

Bislang ist die Borkenkäferplage dieses Sommers für Castrop-Rauxel noch glimpflich ausgegangen. Doch die allgemeine Trockenheit macht den Wäldern zu schaffen.

von Joel Kunz

Castrop-Rauxel

, 01.08.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Castroper Holz und das Grutholz blieben von der diesjährien Borkenkäferplage noch weitgehend verschont.

Das Castroper Holz und das Grutholz blieben von der diesjährien Borkenkäferplage noch weitgehend verschont. © Marcia Köhler

Bislang zählten hauptsächlich Fichten zu den Wirten des Borkenkäfers. Doch in diesem Jahr beobachten Förster in NRW ein neues Phänomen: Schädlinge wie der Buchdrucker, eine Unterart der Borkenkäfer, siedeln sich auch in anderen Baumarten wie Kiefern an. Dies berichtet Dirk Middelmann, Leiter des Forstbetriebsbezirks Recklinghausen.

Durch die Trockenheit in den vergangenen Jahren sind viele Fichten bereits abgestorben. Sie sind sogenannte Flachwurzler und können bei einem niedrigeren Grundwasserstand nicht überleben. Deshalb herrscht für den Fichtenborkenkäfer „akute Wohnungsnot“, wie Middelmann sagt. In seiner Not befalle er andere Baumarten.

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In den Wäldern um Castrop-Rauxel befinden sich vergleichsweise wenige Fichten. Deshalb wirke sich die Borkenkäferplage auf Castroper Holz und Grutholz eher mäßig aus.

Kahlschlag wäre kontraproduktiv

Die Trockenheit hat sich jedoch auf den Buchenbestand ausgewirkt. Fußgänger seien besonders durch Astabbrüche des Totholzes gefährdet, so Middelmann. Doch es ist nicht einfach, dem entgegenzuwirken: würde man die toten Buchen fällen, würden andere Bäume einer höheren Sonneneinstrahlung ausgesetzt und ebenfalls absterben. „Das wäre wie ein Schneeballsystem“, erklärt Middelmann.

Die Trockenheit macht sich besonders bei den Buchen bemerkbar. Auch im Wald nähe des Hallenbads.

Die Trockenheit macht sich besonders bei den Buchen bemerkbar. Auch im Wald nähe des Hallenbads. © Marcia Köhler

Eine Lösung für das Problem wäre es laut Middelmann, neue Baumarten anzusiedeln, die resistenter gegen den Klimawandel sind.

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