Klimastreik in Castrop-Rauxel: „Das wichtigste Thema, trotz Corona“

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Ein Klimastreik fand am Freitag trotz starkem Wind und Corona in Castrop-Rauxel statt. Auch die Politik positionierte sich auf dem Lambertusplatz, direkt vor der Parteizentrale der Grünen.

Castrop-Rauxel

, 26.09.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Corona überlagert im Moment viele Themen. Selbst der Klimawandel, der noch zu Jahresanfang ein omnipräsentes Thema war, ist in den Hintergrund gerückt. Mit ihrer Mahnwache wollten rund 40 Teilnehmer das Thema jetzt in Castrop-Rauxel wieder neu in die Köpfe der Menschen bringen. Eingeladen hatte das Klimabündnis.

Die Stimmung auf dem Lambertusplatz ist verhalten. Vielleicht liegt es an dem kalten Wind, dem Abstand oder der überschaubaren Teilnehmerzahl. Eine Zwei-Mann-Band spielt Protestlieder, mit geklatscht wird aber nicht. Selbst bei den Reden, in denen altbekannte Forderungen der Castrop-Rauxeler Umwelt-Bewegung aufgegriffen werden, kommt es über einen müden Applaus nicht hinweg.

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Leon Habekost ist 15 Jahre alt und hält ein Schild mit einer toten, kargen Erde hoch: „So kann unsere Erde aussehen. Muss sie aber nicht“, ist da zu lesen. „Ich bin hier um für das Klima zu demonstrieren“, sagt der Jugendliche.

Er ist einer der wenigen jüngeren Demonstranten. Fridays for Future Castrop-Rauxel hatte sich diesmal bei der Organisation nicht selbst eingebracht. Viele der Aktivisten sind inzwischen von Schülern zu Studenten geworden und nicht mehr selbst vor Ort.

Wenn man von den Kindern, die mit ihren Eltern gekommen sind, absieht, sind kaum Jugendliche da. Leon vermutet, dass viele zu den großen Demonstrationen nach Dortmund gegangen seien. Auch die Politik ist anwesend: Leon Habekost selbst ist mit der Linken Ratspolitikerin Margita Gudjons gekommen. Er macht ein Praktikum bei der Linkspartei.

Margita Gudjons mit ihrem Praktikanten Leon Habekost.

Margita Gudjons mit ihrem Praktikanten Leon Habekost. © Nora Varga

Zu wenig Fahrradwege

Auch Familie Matull hat den Weg auf den Lambertusplatz gefunden. Sie sind mit den Töchtern Jule und Leni mit dem Fahrrad gekommen. Papa Stefan Matull hofft, dass sich mit dem größeren Einfluss der Grünen im Rat wirklich etwas verändern könnte. Die Zahl der Mandate im neuen Rat wuchs durch das gute Wahlergebnis von vier auf acht. Für ihn bleibt der Klimawandel: "das wichtigste Thema, trotz Corona".

Von der Stichwahl am 27.9. erwarten er und seine Frau Ina nicht viel: „Herr Kravanja hätte ja eigentlich fünf Jahre Zeit gehabt, etwas zu verändern“, findet Ina Matull. Besonders bei den Radwegen sieht die Familie Potenzial. Stefan Matull kritisiert: „Es gibt Fahrradwege, die enden einfach im Nichts.“

Auch Daniel Molloisch, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat, ist zur Mahnwache gekommen. Für ihn sei besonders wichtig, dass ökologisches Handeln vor der eigenen Haustür anfängt.

In Castrop-Rauxel könne man an der Wärmedämmung der älteren Gebäude arbeiten. Auch im Bereich Photovoltaik gäbe es noch viele Möglichkeiten. Man setze hier auf eine enge Zusammenarbeit mit den Stadtwerken, um auch Privathaushalte für den Sonnenstrom zu gewinnen.

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