Klimpel oder Hübner: Wen unterstützen die Grünen bei der Stichwahl?

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Bei der Stichwahl ums Landratsamt im Kreis Recklinghausen teilen sich die Stimmen neu auf. Entscheidend könnten die der Grünen sein, die im 1. Wahlgang Marco Zerwas wählten. Wen empfiehlt er nun?

Kreis Recklinghausen

, 22.09.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer wird neuer Landrat im Kreis Recklinghausen und Nachfolger von Cay Süberkrüb (SPD)? Die Bürger haben am Sonntag (27.9.) die Wahl zwischen Bodo Klimpel (CDU/ Bürgermeister von Haltern am See) und Michael Hübner (SPD/ Landtagsabgeordneter/ Gladbeck). Den ersten Wahlgang entschied Klimpel mit 38,3 Prozent der Stimmen für sich. Hübner holte 31,9 Prozent. Beide trennten rund 15.500 (von 240.000) Stimmen. Wechselt also die politische Farbe an der Spitze des Kreises Recklinghausen?

Vor der Stichwahl werden die Karten neu gemischt. Denn nun gibt es nur noch zwei Kandidaten. Die Wähler anderer Lager, immerhin ein Drittel der Stimmen wären nach dem 1. Wahlgang neu zu verteilen, teilen sich auf die beiden Kandidaten auf. Aber wie?

Diejenigen, die dem grünen Kandidaten Marco Zerwas ihre Stimme gaben (15,9 Prozent), werden von Bündnis 90/Die Grünen nicht in eine bestimmte Richtung gelenkt, könnten aber entscheidenden Einfluss nehmen. Darum werben beide verbliebenen Widersacher um die rund 38.000 Stimmen, die Zerwas bekam.

„Beide haben Visionen“

Vergangene Woche stellten Hübner und Klimpel ihre Pläne vor. Beide hinterließen nach Aussage von Zerwas keinen schlechten Eindruck. „Beide haben Visionen für den Kreis“, sagte er der „Recklinghäuser Zeitung“. Eine Empfehlung könne er aber nicht aussprechen: Beide seien für die Entwicklung des Gewerbegebietes NewPark. Die Grünen aber lehnen das 156 Hektar große lange geplante Gebiet ab, weil sie keine Versiegelung der derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen wollen.

Klimpel, der gemeinsam für die FDP und die CDU antritt, sagt dazu: „Wir brauchen diese Arbeitsplätze für unsere Region.“ Damit liegt er klar auf der Linie der CDU in Castrop-Rauxel.

Die SPD will das Gewerbegebiet mit der „Industrie 4.0“ und Tausenden Arbeitsplätzen zwar auch. Aber hier gibt es Differenzen beim Bau der B474n: Ohne die Bundesstraße, die direkt an das Autobahnkreuz A2/A45 anschließen würde, könnte NewPark kaum erfolgreich werden. Zumindest Teile der SPD in Castrop-Rauxel lehnen aber eine Trassenführung auf Castrop-Rauxeler Stadtgebiet ab. Der Großteil der Straße liefe über Waltroper und Dattelner Gebiet, zum Teil durch Wälder.

Zugeständnisse reichen den Grünen nicht

Landrats-Kandidat Michael Hübner machte gegenüber den Grünen das Zugeständnis, man wolle aus dem NewPark vor allem einen GreenPark machen. In eine ähnliche Richtung ging Klimpel, als er sich für eine Klausel aussprach, die emissionsarme Betriebe bei der Ansiedlung bevorzugen solle.

Den Grünen im Kreis reichte das nicht zu einer Empfehlung: „Da NewPark für die Grünen und unsere Wähler ein entscheidender Punkt ist, können wir keine Wahlempfehlung aussprechen“, so Zerwas gegenüber dem Medienhaus Bauer.

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