Krebserregendes Asbest spielt auf der Agenda der Stadt keine große Rolle

rnAsbest in Castrop-Rauxel

Vor ein paar Jahren liefen Sanierungsarbeiten wegen Asbestverwendung in mehreren städtischen Gebäuden. Zwei wurden abgerissen. Vor Arbeitsbeginn nimmt die Stadt Proben.

Castrop-Rauxel

, 18.08.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Asbest, seit 1993 in Deutschland verboten, ist natürlich auch in Castrop-Rauxel verbaut worden. Gleichwohl hat das Material, das so lange als Superstoff beim Bauen und Werkeln galt, in der öffentlichen Wahrnehmung längst nicht den Stellenwert, wie ihn beispielsweise das Benzol eingenommen hatte.

Die alarmierende Überschreitung eines Grenzwerts vor 15 Jahren in Rauxel gilt als Initialzünder dafür, dass ein Luftreinhalteplan aufgestellt wurde. Oder jene Diskussionen und Bemühungen, die sich um die Altlasten drehten. Hier vor allem die typischen Hinterlassenschaften des Bergbaus in Castrop-Rauxel und der Sanierung der ehemaligen Zechengrundstücke oder der alten Mülldeponien. Mit der mittlerweile abgeschlossenen Sanierung in der Brandheide gilt dieses Kapitel als abgeschlossen.

Stadt sieht keinen aktuellen Hnadlungsbedarf

Und das Asbest? „Wir haben aktuell keine Veranlassung, hier etwas außer der Reihe zu unternehmen“, sagt Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi. Im kommenden Jahr seien an keinem städtischen Gebäude Arbeiten im Risikobereich vorgesehen. Und es gelte die Regel, dass zukünftig bei Beginn von Arbeiten Proben zur Astbestbestimmung durchgeführt würden. „Grundsätzlich sind alle städtischen Immobilien in Bezug auf Asbest saniert“, versicherte Fulgenzi.

Die Krux dabei ist: Asbest wurde auch in Castrop-Rauxel auch noch bei Spachtelarbeiten an Fenstern, Türen und Verlegung von elektrischen Leitungen verwendet. An welchen Stellen, so Fulgenzi, könne aber nicht mehr mit bloßem Auge festgehalten werden.

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In der jüngeren Vergangenheit sind mehrere städtische Gebäude abgerissen worden, weil sie als nicht mehr sanierungsfähig galten und mit Asbest belastet waren. So etwa die die alte Kita Lummerland, die früher dort stand, wo später die Bebauung am Ickerner Markt mit der Wohn- und Geschäftszeile von Heier realisiert wurde. Der Neubau kam dann auf ein Grundstück auf der gegenüberliegenden Seite - hinter das Gemeindehaus von St. Antonius. Der Pavillon am Adalbert-Stifter-Gymnasium musste ebenfalls weichen, weil dort Asbest verbaut worden war. Auch an der Willy-Brandt-Gesamtschule hat es vor einigen Jahren Sanierungsarbeiten wegen Asbest gegeben.

Riesen-Sanierungsstau am Europaplatz

Schon wieder 16 Jahre ist es her, dass das Rathaus in Sachen Asbest auf der Sanierungsliste stand. Aber das Rathaus und der Hallenkomplex am Europaplatz sind ohnehin eine Kapitel für sich. Bekanntlich ist der Sanierungsstau enorm, aber Abreißen nach der Auszeichnung als Best Beautiful Building wohl doch keine Option. Ob die schon vor Jahren in Rede stehenden 40 Millionen Euro überhaupt noch ausreichen würden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

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