Kritik an Wohnprojekt in Henrichenburg wird lauter

Neubaugebiet "Alter Garten"

30 bis 40 Wohneinheiten auf 18.000 Quadratmetern sollen beim Wohnbauprojekt hinter der Schule Alter Garten in Henrichenburg entstehen. Doch der Plan bleibt weiterhin umstritten. Von den Anwohnern gibt es erneute Kritik, dabei geht es ihnen jedoch nicht darum, das Neubaugebiet komplett zu verhindern.

HENRICHENBURG

, 28.09.2017 / Lesedauer: 3 min
Kritik an Wohnprojekt in Henrichenburg wird lauter

Das Baugebiet Alter Garten in Henrichenburg sieht nach einem aktuellen Plan so aus.

Nachdem die Anwohner sich Anfang September auf Einladung der CDU bereits zum Informationsaustausch direkt im Baugebiet getroffen hatten, äußern sie ihre Bedenken nun auch auf ganz offiziellem Wege – kurz vor Ablauf der Frist für eine Stellungnahme am 29. September. Und die zentrale Aussage hat es in sich: Ein platzgreifendes neues Baugebiet, wie es im Bebauungsplan für den Planbereich "Alter Garten" ausgewiesen ist, „bedroht die Lebensqualität der heute in diesem Gebiet wohnenden Bürgerinnen und Bürger.“

Den Absendern des Schreibens an Bürgermeister Rajko Kravanja gehe es nicht darum, ein neues Baugebiet in diesem Bereich zu verhindern – es müsse nur „umweltverträglich und für die heutigen Bewohner zumutbar gestaltet werden“, heißt es weiter.

Bolzplatz soll an seinem aktuellen Standort bleiben

Schon beim Treffen Anfang September hatten die Bürger große Sorgen anlässlich des zu erwartenden Verkehrsaufkommens geäußert. Jetzt werden die Forderungen konkreter: Der Zugangsautoverkehr müsse gleichmäßig auf die Hagenstraße, Vockmannshof und Borghagener Straße verteilt werden – ebenso wie die Entsorgung der Abwässer. Das Abwassersystem auf der Borghagener Straße sei schließlich schon jetzt überlastet.

Neben der Forderung, den Baumbestand auf dem Klothschen Hof in der jetzigen Form zu erhalten, sticht ein weiterer Punkt besonders hervor: den Bolzplatz an der Grundschule „Alter Garten“. Der soll nach Ansicht der mehr als 50 Personen, die ihre Unterschrift auf die dem Brief beigefügte Liste gesetzt haben, genau dort bleiben, wo er jetzt ist.

Potenzielle Anwohner fühlen sich durch Kinderlärm gestört

Begründung: „Die großzügigen Spielanlagen machen gerade den Reiz der Grundschule Alter Garten aus.“ Ein Ersatzstandort für den Bolzplatz in 50 Metern Entfernung ergebe keinen Sinn, da sich dadurch der Weg für die Kinder erheblich verlängern würde, was Aufsichtsprobleme mit sich brächte.

„An keiner anderen Schule in Castrop-Rauxel ist man auf die Idee gekommen, einen Teil des Schulgeländes als Neubaugebiet zu nutzen“, heißt es weiter. Problem hierbei: Offiziell ist die Bolzwiese gar nicht Teil des Schulgrundstücks. Faktisch, so die Anwohner, sei sie aber ein „integrativer Bestandteil“ der Schule.

Stadt will den Bebauungsplan umfangreich prüfen

Gegen ein Baugebiet in unmittelbarer Nähe zur Schule spreche noch ein ganz anderer Aspekt: Das Konfliktpotenzial zwischen Anwohnern und Schule. Schon ein einziger Bewohner, der sich durch den Kinderlärm gestört fühle, könne „den Schulfrieden erheblich stören. Wie die Erfahrung zeigt, reagieren Menschen auf Kinderlärm allergisch, vor allem, wenn sich Kinder und Jugendliche dort nach der Unterrichtszeit im Schulgelände treffen.“

Und wie geht die Stadt nun mit dieser Kritik um? „Das Verfahren steht ganz am Anfang, und die Fragestellungen werden im vorgegebenen Rahmen des Bebauungsplanverfahrens geprüft und geklärt“, sagte Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann auf Anfrage unserer Redaktion. Mit Bedenken, Anregungen und eingehenden Fragen, werde sich die Stadtverwaltung „im Rahmen der ohnehin noch anstehenden umfangreichen Prüfungen auseinandersetzen.“ Auch Bürgerversammlungen seien in diesem Zuge geplant.

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