Kühlturm: Ein Paradies für Hunde

OESTRICH "Ivy" fühlt sich auf dieser Wiese pudelwohl. Auch, wenn sie kein Pudel, sondern eine Staffordshire-Terrierhündin ist. Auch, wenn in Sichtweite der riesige Kühlturm des Kraftwerks Knepper steht. Weil sie nämlich eigentlich im Tierheim lebt und sich ohne diese Wiese nicht so richtig austoben könnte.

von Ruhr Nachrichten

, 19.05.2008, 16:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>"Ivy", die schwergewichtige Staffordshire-Terrier-Dame, lässt sich hingegen gern mal von Claudia Panter streicheln.</p>

<p>"Ivy", die schwergewichtige Staffordshire-Terrier-Dame, lässt sich hingegen gern mal von Claudia Panter streicheln.</p>

Und das im Schatten eines Kraftwerks? "Warum nicht?", fragten sich Claudia und Markus Panter im Jahr 2005, als sie auf einem ihrer Spaziergänge am Kraftwerk Knepper vorbei kamen und sahen, dass die Fläche ungenutzt war.

Und das im Schatten eines Kraftwerks? "Warum nicht?", fragten sich Claudia und Markus Panter im Jahr 2005, als sie auf einem ihrer Spaziergänge am Kraftwerk Knepper vorbei kamen und sahen, dass die Fläche ungenutzt war.

"Wir haben dann einfach mal im Kraftwerk und bei e.on nachgefragt, ob es möglich sei, diese Wiese privat zu nutzen", sagt Claudia Panter. Das Unternehmen habe zugesagt, und so mieteten die Panters aus Westerfilde gemeinsam mit dem Selmer Ehepaar Claudia und Thomas Zauner sowie dem Ehepaar Ingeborg und Karl-Heinz Haucke die Wiese. "Dafür danken wir dem Unternehmen sehr", meint Claudia Panter.

Hütte, Campingstühle und -tische

Die Gemeinschaft bestückte die Wiese dann nach und nach mit einer Hütte, Campingstühlen und -tisch. Und stellt sie seitdem zur Verfügung, damit so genannte "Gassigänger" - also ehrenamtliche Helfer des Tierheims, die Hunde ausführen - mit den Vierbeinern dorthin kommen können. Der Grund für dieses Engagement: "Wir wollten eine Möglichkeit schaffen, den Hunden das zu geben, wozu sie Lust haben", sagt Claudia Panter. Man könnte diese Haltung auch mit einem einzigen Wort bezeichnen: Tierliebe.

Eine Zuneigung, die die Hunde dem Westerfilder Ehepaar, selbst "Gassigänger" für das Tierheim Castrop-Rauxel, und ihren Mitstreitern mit einer unbändigen Lebensfreude danken. "Ivy" jedenfalls legt sich so richtig in die Kurve, als sie über das Gelände sprintet. Das legt ein Lächeln auf die Gesichter von Claudia und Markus Panter. Und als ob sie wüsste, dass sie gemeint ist, springt "Ivy" verspielt an der 39-Jährigen hoch.

"Ivys" Verhalten habe sich, seit sie die Hundewiese zum Toben nutzen darf, zum Positiven verändert, versichert Claudia Panter. Das hat aber noch einen weiteren Grund: "Zwei Hundetrainerinnen aus der Bochumer Hundeschule ,Sundog' helfen uns unentgeltlich, um die Hunde auf ihr neues Zuhause vorzubereiten." So sei es gelungen, dass einer der Vierbeiner aus dem Tierheim keinen Maulkorb mehr zu tragen brauche. Und das bei einem Hund, der auf öffentlichen Flächen angeleint werden muss. Weil er einer der Vierbeiner ist, die gemeinhin als "Kampfhunde" bezeichnet werden.

Kein Chaos auf der Wiese

So wie "Ivy". Die jetzt aber doch angeleint wird. Denn jetzt ist "Rockys" Zeit gekommen. Und "Ivy" hat jetzt Pause. Aber nur, weil es sonst womöglich zu chaotisch würde, wenn beide Hunde die Wiese in Beschlag nähmen.

Der Mischling "Rocky" ist mit seinem "Frauchen" hier, der 13-jährigen Christine Grell. Die junge Castrop-Rauxelerin, ebenfalls ehrenamtliche Helferin im Tierheim, kommt regelmäßig mit ihrem quirligen Vierbeiner, um "Agility" zu trainieren. Die Wiese ist mit Hürden, einer Wippe, Slalomstangen und einem Stofftunnel ausgerüstet. "Rocky" nimmt den Parcours, als ob es nicht selbstverständlicheres gäbe als das.

Während "Ivy" neidisch jault. Sie möchte auch mal. Doch sie ist zu schwer für die Wippe. Und durch den Tunnel traut sie sich nicht. Egal: Es gibt hier genug anderes, was eine 13-jährige Hündin begeistern kann. Sich vor Freude zu wälzen zum Beispiel...

 

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