Längere Wartezeiten am Bahnübergang Westring

Bauarbeiten beendet

Die Bauarbeiten, die Autofahrern am Bahnübergang am Westring in Castrop-Rauxel viel Geduld abgefordert haben, sind beendet - Geduld ist aber weiter gefragt: Bis zu zwölf Minuten hat ein Castrop-Rauxeler vor den neuen Schranken gewartet. Wir haben bei der Bahn nachfragt: Ist das richtig so? Die Antwort: Ja.

CASTROP-RAUXEL

, 25.07.2017, 16:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Bahnübergang am Westring ist jetzt mit Vollschranken gesichert, die langsamer reagieren als Halbschranken, so die Bahn. Längere Wartezeiten inklusive.

Der Bahnübergang am Westring ist jetzt mit Vollschranken gesichert, die langsamer reagieren als Halbschranken, so die Bahn. Längere Wartezeiten inklusive.

Die Bauarbeiten am Bahnübergang Westring in Castrop-Rauxel sind beendet. Also alles gut? Nein, findet Leser André Kranich, der uns am Wochenende schrieb: „Ich bin selbst täglich auf dieser Strecke unterwegs und habe Wartezeiten von vier bis zwölf Minuten erlebt. Das Ganze ging vor der baulichen Veränderung des Bahnübergangs zügiger. Man wartete maximal drei Minuten, dann waren ein Güterzug und eine S-Bahn durch. Warum muss man jetzt bis zu vier Züge abwarten und oft fast fünfmal so lange warten?“

Diese Frage gaben wir am Montag an die Deutsche Bahn weiter. Und erhielten am Dienstag eine Antwort, die überrascht. Denn Dirk Pohlmann aus dem Team der Bahnsprecher in Düsseldorf bestätigte, dass man an dem Bahnübergang nun durchaus längere Wartezeiten in Kauf nehmen müsse.

Verändertes Sicherheitssystem bedeutet längere Standzeiten

„Das liegt an der Umstellung von Halb- auf Vollschranken. Bei den Vollschranken wird ein radargestütztes Überwachungssystem eingesetzt, um sicherzustellen, dass sich zwischen den Schranken kein Fahrzeug befindet, ehe freie Fahrt gegeben wird. Diese zusätzliche Gefährdungsüberwachung kostet aber Zeit, sodass sich die Schranken manchmal zwischen zwei Zügen nicht öffnen können“, begründet Pohlmann die Verzögerungen.

Eine Standzeit von zwölf Minuten, wie von André Kranich moniert, sei sicher nicht die Regel, könne im ungünstigen Fall aber nicht ausgeschlossen werden.

Bahnsprecher: "Sicherheit geht vor Tempo"

Pohlmann weiter: „Da geht in diesem Fall Sicherheit vor Tempo, das ist bei Vollschranken leider so. Halbschranken, die da vorher montiert waren, funktionieren zügiger. Das war aber vor den Bauarbeiten der Stadt Castrop-Rauxel so mitgeteilt worden.“

Laut Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi wisse die Stadt, „dass da am Westring Vollschranken eingebaut werden sollten.“ Zum weiteren Kenntnisstand könne sie keine Aussage treffen, da der zuständige Mitarbeiter der Verkehrsabteilung im Urlaub sei.

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