„Wenn ich das sehe, dann mache ich Randale“

rnRhein-Herne-Kanal

August Wundrock ist häufig am Kanal unterwegs. Regelmäßig ärgert er sich über die Rücksichtslosigkeit der Menschen und vor allem über Feuer. Sie könnten zur großen Gefahr werden.

Castrop-Rauxel

, 04.08.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Feuerwehr ist am Donnerstag (30.7.) zu einem Einsatz gerufen worden, der sich am Ende als harmloser herausstellte, als anfangs gedacht. Statt einer brennenden Grasfläche, die Passanten vermutet hatten, trafen die Feuerwehrleute auf Angler an einem Lagerfeuer, das den Qualm verursachte.

Das könne aber schnell außer Kontrolle geraten, mahnt August Wundrock. Der 83-Jährige ist amtlicher Fischereiaufseher und Gewässerwart. Er meldet sich auf den Artikel zum Einsatz. Lagerfeuer seien am Kanal und auch sonst auf offenen Flächen verboten, sagt er. „Und das aus gutem Grund. Gerade im Sommer kann ein Funke reichen und die ganze Böschung steht in Flammen.“

„Fängt es an zu brennen, geht alles kaputt“

Er ärgere sich furchtbar darüber, wenn jemand ein Feuer am Kanal mache. „Wenn ich das sehe, dann mache ich Randale und bleibe so lange dabei, bis das ordentlich abgelöscht ist“, sagt Wundrock. Wenn Angler Lagerfeuer machten, seien es meist welche, die nur eine Gästekarte haben und eigentlich nicht hierher kämen, sagt er.

Grillen sei genauso schlimm, sagt Wundrock. „Teilweise schütten die Leute dann die alten Kohlen einfach aus.“ Wenn die noch glühen, könne es schnell gefährlich werden. Hinzu komme der Müll. Laut Wundrock bleibe immer viel liegen und werde teilweise in die Gewässer geweht. „Aber das interessiert die nicht, das sind Egoisten. Die bedenken auch nicht, dass da teilweise Vögel im Gras brüten. Fängt es an zu brennen, geht alles kaputt.“

Mit Blick auf den vermeintlichen Flächenbrand, der sich als Lagerfeuer entpuppte, sagt der Brandamtsleiter der Castrop-Rauxeler Feuerwehr, Florian Brandt: „Es ist richtig, die Feuerwehr zu rufen, wenn man Qualm sieht und sich nicht sicher ist, woher er kommt. Die Waldbrand-Gefahr ist in den Sommermonaten besonders hoch“

Um Brände zu vermeiden, sollte man folgende Hinweise beachten:

Im Wald kein Feuer und kein Grill: Im Wald oder in einem Abstand von weniger als 100 Metern zum Waldrand darf kein Feuer angezündet oder gegrillt werden. Leicht entzündliche Stoffe dürfen dort nicht gelagert sein. Auch das Rauchen im Wald ist verboten.

Feuer beaufsichtigen: Wer ein Feuer entzündet oder grillt, sollte die Feuerstelle nie unbeaufsichtigt lassen und immer Wasser in der Nähe bereitstellen. Wichtig ist das Ablöschen des Feuers vor allem bei Funkenflug.

Keine Zigaretten wegwerfen: Trockene Wiesen und Felder, Straßengräben und Böschungen sind ebenfalls leicht entzündlich. Darum ist besondere Vorsicht geboten. Selbst eine achtlos weggeworfene Zigarette oder Glasscherben können einen Flächenbrand verursachen. Zigaretten gehört immer in den Aschenbecher, Glas in den entsprechenden Container.

Kein Unkraut abflämmen: Das Abflämmen von Unkraut birgt aktuell besondere Gefahren, denn dabei können trockene Koniferenhecken schlagartig in Brand geraten. Die Feuerwehr empfiehlt, momentan auf das Abflämmen zu verzichten.

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