Lange Straße: Einzelhandel setzt auf Unterschriften

Öffnung der Lange Straße

Es ist eine lange Geschichte. Gepflastert mit schönen Erinnerungen an die Zeit, als die Lange Straße als pulsierende Einkaufsstraße reichlich Kundschaft aus der ganzen Region hatte. Eine Geschichte mit vielen Aufs und Abs. Und immer wieder ging es um Öffnung und Schließung der Straße für den Individualverkehr.

CASTROP-RAUXEL

, 13.06.2017, 11:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lange Straße: Einzelhandel setzt auf Unterschriften

Die Lange Straße ist seit vielen Jahren ein Thema.

Ist der Schlussakkord geschrieben?

Jein. Der Stadtrat hat vor fast einem Jahr Nein gesagt zur Öffnung der Straße. CDU und FWI hatten seinerzeit den Wunsch der Kaufmannschaft, vertreten durch die Inwerb, unterstützt und wollten die Öffnung wenigstens für eine Probephase. Die Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP sagte in erster Linie aus Geldgründen ab. Die Verwaltung sprach von einem Kostenfaktor von 250.000 Euro plus X, weil die Ampelanlage auf der B235 und die Busspur auf der Langen Straße verändert werden müssten. Und die Straße ist ja gerade erst aufwendig neu gestaltet worden.

Warum dann ein Jein? Politisch ist doch alles klar.

Vom Prinzip her stimmt das. Von der FDP ist allerdings bekannt, dass sie einer Öffnung positiv gegenüber stünde. Zu gegebener Zeit, hieß es vor einem Jahr. Die SPD betont seit vielen Jahren, dass die Lange Straße als Nebenzentrum weiter gestärkt werden müsse. Die Umgestaltung der Straße als Herzbaustück der Sozialen Stadt war die logische Folge. Außerdem läuft eine Unterschriften-Aktion weiter.

Im Gespräch mit unserer Zeitung fragte Mohamed Moussa, der mit seinem Verein Basis und seinem Architekturbüro auf der Langen Straße verortet ist, nach dem Stand dieser Aktion.

Was ist aus den Unterschriften geworden?

Die Aktion wird fortgesetzt. „Wir haben unser Ziel natürlich weder aus den Augen verloren noch aufgegeben“, sagt Inwerb-Chef Armin Fiolka. Bis nach den Sommerferien soll gesammelt werden. Für einen politischen Antrag sei derzeit kein Raum, erklärt der CDU-Stadtverbands- und Fraktionschef Michael Breilmann. Gemeinsam mit Inwerb-Vertretern wollen CDU und FWI dann die Unterschriften bei Bürgermeister Rajko Kravanja abgeben und Möglichkeiten im Gespräch ausloten. „Vielleicht kann man bei der Investitionsdringlichkeitsliste was machen“, sagt Breilmann. Auch der Kontakt zur IHK soll intensiviert werden.

Reden die beteiligten Akteure wieder miteinander?

Das Klima vor einem Jahr war in der Tat ziemlich auf dem Gefrierpunkt – oder sehr aufgeladen nach der Abstimmung im Stadtrat. FDP-Stadtverbands- und Fraktionschef Nils Bettinger erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung: „Das Problem brennt den Geschäftsleuten auf der Straße unter den Nägeln, das ist klar.“ Wenn Signale vonseiten der Kaufmannschaft kämen, wäre die FDP zu Gesprächen bereit. „Ob das Problem tatsächlich existenzbedrohend ist, lassen wir mal dahingestellt.“ So etwas wie ein Runder Tisch sei sicher sinnvoll.

SPD-Fraktionschef Bernd Goerke erklärt: „Ich spreche gerne mit Armin Fiolka und der Inwerb.“ Aktuell gebe es aber nichts Neues. Genau wie Axel Bleck, der Chef des Bürgervereins „Unser Habinghorst“, könne er sagen, es wäre schön, wenn sich noch mehr Leute zur Mitarbeit fänden.

Mohamed Moussa sagt: „Die Lange Straße ist nicht gleichbedeutend mit der Inwerb oder einer Partei.“ Er habe mit vielen Gewerbetreibenden gesprochen. Man müsse schauen, wie sie an einen Tisch zu kriegen seien. Mit drei, vier Veranstaltungen im Jahr seien soziale Schieflagen nicht zu verbessern und Entwicklungsprozesse nicht zu beeinflussen. 

Das Abschlussfest „Soziale Stadt“
Nach Auskunft von Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi soll das Abschlussfest am 23. September gefeiert werden. Wahrscheinlich im Café Q, also im Christopherusheim neben der Petrikirche. Offiziell endet das Programm, das 2011 gestartet wurde, zum 31. Dezember. Es laufen Gespräche, wie es danach weitergeht. „In irgendeiner Form“ soll da möglichst etwas auf die Beine gestellt werden. Das Ganze hängt am Geld: Haushaltssperre.

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