Lange Straße soll auf Dauer für den Verkehr geöffnet werden

Neue Pläne

Die Stadtverwaltung will das Radweg-Netz in Habinghorst ertüchtigen sowie ausbauen. Und plant dazu auch einen Zugang zur Langen Straße. Im nächsten Schritt auch für den Autoverkehr.

Habinghorst

, 28.09.2018, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Lange Straße soll auf Dauer für den Verkehr geöffnet werden

Die Lange Straße soll geöffnet werden, sobald sie zur Fahrrad-Straße geworden ist. Dann sollen die Autofahrer anstatt mit Tempo 20 sogar mit Tempo 30 mitfahren dürfen. © Foto Thomas Schroeter

Es soll sich etwas bewegen beim Radweg-Netz in Habinghorst. Aus diesem Grund will die Stadtverwaltung nun eigene Strecken auf und rund um die B235 in ihrem Projekt „Radfahrkreuz Habinghorst“ ertüchtigen. Der Technische Beigeordnete (TBG) Heiko Dobrindt sagte am Donnerstag: „Derzeit gibt es erhebliche Lücken im Alltagsradnetz. Das heißt: für diejenigen, die von der Wohnung zur Arbeit oder zur Schule fahren.“ Ein Beispiel dafür sei der Radweg auf der B235 in Fahrtrichtung Henrichenburg, der auf Höhe der Ohmstraße abrupt endet. Die Lösung: Zwei der vier Fahrbahnen von Höhe Klöcknerstraße bis Römerstraße sollen komplett dem Fahrradverkehr zugeschlagen werden.

Lange Straße soll Fahrrad-Straße werden

Stadtplaner André Sternemann berichtete zudem: „Die Lange Straße soll als Ost-West-Achse zur Fahrrad-Straße werden.“ Dazu solle sie für Radler mit einer Zufahrt ab der Habinghorster Straße (B235) geöffnet werden. Und auch der Autoverkehr soll dadurch Zugang zur Langen Straße bekommen. Heiko Dobrindt: „Das wird natürlich nicht ohne eine bauliche Veränderung funktionieren.“ Die Stadtverwaltung habe seiner Meinung nach gute Argumente, dafür eine finanzielle Förderung zu erhalten.

10 km/h mehr auf der Langen Straße möglich

Sollte die Lange Straße zur Fahrrad-Straße werden, würde das Teilstück zwischen B235 und Römerstraße komplett zum Radweg werden. Das heißt: Radler hätten Vorrang gegenüber Autofahrern, die den Abschnitt lediglich mitbenutzen dürfen. Die Kfz-Halter würden aber dennoch ein wenig davon profitieren. Denn aus Tempo 20 würde hier dann Tempo 30 werden. Bürgermeister Rajko Kravanja: „Trotz der Öffnung der Langen Straße wird diese auf keinen Fall zur Rennstrecke.“

Auf der Nord-Süd-Achse soll es einen ausgebauten Radweg auf der B235 zwischen dem EvK und Klöcknerstraße geben. Malte Fercke, Vorsitzender des Ausschusses für Bürgerbeteiligung und Stadtentwicklung, sagte bei der Präsentation des Projektes „Radfahrkreuz Habinghorst“ im Rathaus: „Das ist ein charmantes Modell, das keinem etwas wegnimmt – weder den Radfahrern noch den Autofahrern.“ Fercke wird mit seinen Mitstreitern am Donnerstag, 4. Oktober, bei der nächsten Sitzung in Habinghorst diskutieren, ob das Projekt auf den Weg gebracht werden soll.

Kravanja: „Wenn wir durch den Ausschuss den Auftrag bekommen, können wir es im kommenden Jahr in die Beschlussfassung nehmen und 2020 in den Haushalt.“ Wie schnell und in welchem finanziellen Rahmen das Modell umgesetzt werden kann, ist offen. Ebenso inwiefern die Umbauten, die in den vergangenen Jahren im Zuge des Projekts „Soziale Stadt Habinghorst“ getätigt worden sind, zurückgebaut werden müssen. Dann müsste die Stadt Rückzahlungen an das Land leisten. Kravanja meinte dazu: „Das würden wir dann tun. Das wird eine überschaubare Summe sein.“

Fördergelder sollen in Berlin aufgetan werden

Heiko Dobrindt ist derzeit dabei, auch in Berlin Fördergelder für das Fahrradkonzept zu generieren. Er hat eine Bewerbung beim Bundeswettbewerb „Klimaschutz durch Radverkehr“ auf den Weg gebracht. Die nationale Klimaschutzinitiative hat zum Ziel, das Fahrrad als klimafreundliches Verkehrsmittel attraktiver zu machen.

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