Am Adalbert-Stifter-Gymnasium investiert die Stadt mit 800.000 Euro den größten Batzen Geld in mehrere Projekte. © Thomas Schroeter
Coronavirus

Langes Warten auf Corona-Testergebnisse verärgert Eltern am ASG

Nachdem eine Schülerin des Adalbert-Stifter-Gymnasiums (ASG) positiv auf Corona getestet worden war, wartete die Schule lange auf Testergebnisse. Eltern waren in Sorge. Nun herrscht Erleichterung.

Am Adalbert-Stifter-Gymnasium ist eine Fünftklässlerin positiv auf Corona getestet worden. Seitdem sind sie und ihre Sitznachbarn in Quarantäne. Erst am Freitag (4.9.) ist klar: Keiner ihrer Mitschüler hat sich angesteckt. „Alle Tests sind negativ“, informierte der stellvertretende Schulleiter Hans-Detmar Pelz. Das betrifft 26 Schüler und sechs Lehrkräfte. Allerdings hätte die Quarantäne heute sowieso geendet.

Die Eltern hatten bis dahin große Sorgen. Eine Mutter kritisierte im Gespräch mit unserer Redaktion vor allem, dass es viel zu lange gedauert habe, ein Ergebnis zu bekommen. Ihre Tochter, Sitznachbarin der Schülerin, hat Symptome. Erst habe sie ihr Kind vor einer Woche über den Hausarzt testen lassen. Dann ging sie noch zur Testung in die Schule.

Bis Freitag früh hatte sie weder hier noch da ein Ergebnis. Zwar befindet sich ihr Kind in Quarantäne. „Ihre Schwester und die Geschwisterkinder der Schüler gehen aber weiter in die Schule“, sagt die Mutter. Auch sie selbst habe vorsichtshalber zu Hause gearbeitet, damit keine Gefahr für Kollegen bestehe. Auch bei ihr ist deshalb die Erleichterung über die Nachricht aus der Schule groß.

Zehn Kinder wurden in die häusliche Quarantäne geschickt

Joachim Höck, Schulleiter des ASG, bestätigt, dass zehn Kinder einer 5. Klasse in der vergangenen Woche in Quarantäne gegangen waren – und zwar die unmittelbaren Sitznachbarn der betroffenen Schülerin. Am Montag (31.8.) wurden sie getestet, genauso wie der Rest der Klasse.

Joachim Höck (54), Schulleiter des ASG seit 25. August 2019: Nach den Ferien ist Schule für ihn ein völlig anderes Alltagsgeschäft geworden. Dass es am Castroper Gymnasium noch keinen bekannten Infektionsfall gab, bezeichnet er als Glück.
Joachim Höck (54), Schulleiter des ASG seit 25. August 2019: Nach den Ferien ist Schule für ihn ein völlig anderes Alltagsgeschäft geworden. Dass es am Castroper Gymnasium noch keinen bekannten Infektionsfall gab, bezeichnet er als Glück. © Matthias Stachelhaus © Matthias Stachelhaus

Das Deutsche Rote Kreuz kam dazu in die Schule. Erst wurden die Kinder getestet, die noch den Unterricht besuchen. Danach kamen die Kinder aus der häuslichen Quarantäne für den Abstrich in die Schule. „Da war die Schule leer“, sagt Joachim Höck. Die Mutter sieht das anders. „Als wir zur Schule kamen, war der Schulhof voll. Wir sollten am Haupteingang warten. Da strömten uns alle entgegen.“

Der Ursprung der Geschichte liegt bereits zwei Wochen zurück. Damals bekam der Vater der Fünftklässlerin ein positives Corona-Ergebnis. Das Kind blieb darauf zu Hause, wurde auch getestet, so berichtet Schulleiter Höck. Am Donnerstag (27.8.) lag dann auch für die Schülerin das positive Testergebnis vor. Am gleichen Abend wurden die Eltern der Mitschüler informiert.

Eltern wurden bei Klassenpflegschaftssitzung informiert

„Nach Absprache mit dem Gesundheitsamt wurden die Sitznachbarn in Quarantäne geschickt“, so Höck. Später hätten sich zwei Familien gemeldet, deren Kinder in anderen Lernzusammenhängen neben der Schülerin saßen. Auch diese Schüler blieben zu Hause.

Joachim Höck hat Verständnis für die Sorgen der Eltern. Eines sagt er aber auch: „Eltern dürfen ihre Kinder nicht vorsorglich zu Hause lassen.“ Höck verweist auf Vorgaben von Gesundheitsamt und Robert-Koch-Institut. Alle Eltern erhielten mit dem Schreiben auch einen Link zu entsprechenden Seiten des Landes.

Labore sind an der Grenze ihrer Kapazitäten

Lange wurde auf das Ergebnis gewartet – zu lange für besorgte Eltern. Viele von ihnen, wie jetzt die Mutter der ASG-Schülerin, warten nicht auf die Meldung der jeweiligen Schule, sondern rufen vorher beim Gesundheitsamt oder auch beim DRK an, sagt Jochem Manz, Pressesprecher des Kreises Recklinghausen: „Wir müssen am Infotelefon viel erklären.“

Er nennt zwei Gründe, warum es manchmal länger dauere, als es den Betroffenen lieb sei. „Die Labore sind an der Grenze ihrer Kapazitäten“, sagt er. Zum anderen werden immer erst positive Befunde weitergegeben. Bleiben die Tests negativ, werde wie im Fall am ASG erst alle Ergebnisse abgewartet und dann gesammelt weitergegeben. „Würde man einzelne Ergebnisse bekanntgeben, würde das nur Unruhe auslösen.“

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Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen der Medienwelt seit der Jahrtausendwende.
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Tobias Weckenbrock

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