200.000 Euro mehr: So teuer wäre eine Laubsammlung mit kleineren Körben an allen Straßen

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Bürgermeister Rajko Kravanja würde sich eine Laubsammlung in Castrop-Rauxel mit kleineren Körben an allen Straßen wünschen. Dafür müsste der Gebührenzahler aber tiefer in die Tasche greifen.

Castrop-Rauxel

, 02.12.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auch für einen Bürgermeister ist das Leben kein Wunschkonzert. Das musste Rajko Kravanja im EUV-Verwaltungsrat erleben, als es um eines seiner persönlichen Lieblingsthemen ging: die herbstliche Laubsammlung.

Kravanja hatte den EUV gebeten, zu eruieren, ob man nicht auch in Castrop-Rauxel viele kleine Laubkörbe entlang der Straßen aufstellen könnte, wie es in anderen Städten ringsum gehandhabt wird.

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Nun legte EUV-Chef Michael Werner dem Bürgermeister und den restlichen Verwaltungsratsmitgliedern das Ergebnis dieser Prüfung vor: Eine Laubsammlung, wie Kravanja sie sich wünscht, würde geschätzte 200.000 Euro mehr im Jahr kosten als die Sammelart, die der EUV jetzt seit mittlerweile 15 Jahren anbietet. „Durchaus erfolgreich anbietet“, wie Werner unterstrich.

Der EUV bietet in der Herbstzeit zwei Möglichkeiten, dem Laub eine Abfuhr zu erteilen. Stadtweit sind 12 große Laubcontainer aufgestellt, in die die Bürger das Straßenlaub schütten können. Zudem können sie es - ebenfalls kostenlos - zum Recyclinghof bringen.

450 Tonnen Laub im Jahr gesammelt

Davon wird reichlich Gebrauch gemacht, so Werner. „Pro Jahr kommen bei der Sammlung rund 450 Tonnen Laub zusammen“, rechnete er dem Ausschuss vor. Das derzeitige Prozedere verursache dabei Kosten im niedrigen fünfstelligen Bereich.

200.000 Euro mehr: So teuer wäre eine Laubsammlung mit kleineren Körben an allen Straßen

Seit Jahren stellt die Stadt in der Herbstzeit große Container bereit, die nur für das Laub von Straßenbäumen bestimmt sind. © Lena Seiferlin

Wolle man nun das Laub der ca. 6500 Castrop-Rauxeler Straßenbäume an den etwa 200 Kilometern innerstädtischer Straßen in kleineren Körben sammeln, benötige man dafür geschätzt 600 neue Körbe von maximal einem halben Kubikmeter Fassungsvermögen.

Acht Wochen lang mit Saugrüssel unterwegs

Die müssten acht Wochen lang regelmäßig angefahren werden und von einer Wagenbesatzung per Saugrüssel aus den Körben geholt werden. „Das ist ein erheblicher personeller und materieller Mehraufwand, den wir auf die Straßenreinigungsgebühren umlegen müssten“, so Werner.

Grob geschätzt mache der Mehraufwand für einen Durchschnittshaushalt Gebühren-Mehrkosten von etwa 15 Euro im Jahr aus. Ob das Akzeptanz finde, müsse man politisch entscheiden.

Wobei Werner klar durchblicken ließ, dass er in der Hinsicht durchaus skeptisch ist. Zumal das Verfahren mit den kleinen Körben in den Städten, die sie einsetzen, auch nicht immer reibungslos funktioniere.

Bert Wagener von den Grünen gab zwar zu bedenken, dass es so manchen Menschen gebe, den eine Fahrt mit dem gesammelten Laub zu einem der Containerstandorte mehr abschrecke als der Gang zu einem nah gelegenen kleineren Korb, doch das Mehrkosten-Argument war im Ausschuss nicht von der Hand zu weisen.

Der Bürgermeister musste sich von seiner Lieblingsidee (erst einmal) verabschieden.

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