Lautstarke Feier am Stadtmittelpunkt endet mit einer Schlägerei

rnProzess am Amtsgericht

Erst feierten sie am Stadtmittelpunkt eine Party mit reichlich Alkohol, dann eskalierte der Streit in einer Schlägerei. Und das alles, weil der Angeklagte sich als „Homo“ beleidigt fühlte.

Castrop-Rauxel

, 08.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Zehn Tage musste der 37-Jährige in der Untersuchungshaft schmoren, bevor seine Verhandlung stattfand. Sauer war der Angeklagte nicht, bedankte sich vielmehr beim Strafrichter. „Die Zeit hat mir gut getan“, sagte er. Er hatte vermutlich keine Chance, in diesen Tagen Drogen zu konsumieren.

Notwendig war die Maßnahme, weil er die Ladung vor Gericht zwei Mal ignoriert hatte. Denn die ihm vorgeworfene Tat liegt schon fast ein Jahr zurück. Im August vergangenen Jahres war er mit einem Bekannten auf dem Europaplatz mit rund einem Dutzend junger Männer, fast alles Abiturienten, zusammengetroffen.

Schüler hat gebrochenen Finger

„Plötzlich ist der Bekannte losgerannt, auf einen aus der Gruppe zu“, schilderte er. Weil er gewollt habe, dass etwas passiert, habe er sich eingemischt. Aber nur am Rucksack desjenigen gezogen, mit dem der Bekannte schon im Clinch war. Das endete für den Schüler mit einem gebrochenen Finger.

Die Kontrahenten konnten nicht persönlich aussagen. Vom flüchtigen Bekannten wurde erst jetzt der Name bekannt, der Schüler verbringt nach dem Abi eine Auszeit in Australien.

Laute Feier am Stadtmittelpunkt

Er gehörte zu der Gruppe, die sich den Stadtmittelpunkt für eine Feier ausgesucht hatte. „Weil wir da mit unserer Lautstärke niemanden störten“, sagte ein anderer Beteiligter aus. Der, wie auch der zweite Zeuge, angab, dass auch Alkohol geflossen, der Geschädigte auch eher so der „laute Typ“ sei.

„Momo, Momo“ soll der Geschädigte in Richtung der beiden Männer gerufen habe. Warum, konnte sich der Zeuge nicht erklären. Und weil „Momo“ beim Kumpel des Angeklagten wohl als „Homo“ ankam, wurde der sauer und wollte dem Rufer an den Kragen.

Polizei beendete das Spektakel

Das führte dann letztlich auch zu dem gebrochenen Finger. Das ganze Spektakel war schnell beendet, weil die Polizei hinzukam, der Kollege allerdings das Weite suchte.

Weil einer der beiden Zeugen im Angeklagten nicht den Hauptaggressor sah, ging die Verhandlung für den bislang nicht vorbestraften 37-Jährigen glimpflich aus. Gegen dessen Zusicherung, keine Entschädigung für die U-Haft zu fordern und zudem 300 Euro an die Staatskasse zu zahlen, wurde das Verfahren eingestellt. Gegen seinen Kumpel wird indes nun ermittelt.

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