Rene Adick beim Einkauf: „Günstigere Eigenmarken sind oft vergriffen“

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In Corona-Zeiten seien viele Lebensmittelpreise gestiegen und günstige Eigenmarken kaum zu haben, so Rene Adick zum Bundestagsabgeordneten Frank Schwabe. Andere Preise sinken, so Statistiken.

Schwerin

, 02.06.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was bedeutet es für Empfänger von Grundsicherung, wenn in Corona-Zeiten die Preise für Grundnahrungsmittel steigen? Das wollte sich der Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe (SPD) am Samstagmorgen persönlich ansehen.

„Ich habe in den letzten Wochen ganz viele Hinweise darauf bekommen, wie sehr die Preise gestiegen sind und wie schwierig das gerade für diejenigen ist, die sowieso mit jedem Cent rechnen müssen“, so Schwabe.

Konkret wurde Frank Schwabe von Rene Adick, der mit seiner Familie Empfänger von Grundsicherung ist, ein gemeinsamer Einkauf angeboten. Der fand nun am vergangenen Samstag (30. Mai) im Lidl auf Schwerin statt.

Günstige Eigenmarken seien oft vergriffen

Rene Adick, so Schwabe, der als Bundestagsabgeordneter nicht jeden Cent umdrehen muss, habe ihm bei diesem gemeinsamen Einkauf an zahlreichen Beispielen des täglichen Bedarfs gezeigt, wie die Preise gestiegen seien.

Ob bei Obst, Gemüse, Milch oder auch Fleischprodukten: „Die Warenpreise sind um bis zu 30 Prozent gestiegen. Die günstigeren Eigenmarken waren zum Teil komplett vergriffen“, so Adicks ganz persönliche Erfahrung beim Einkauf in den letzten Monaten, die er nun dem SPD-Politiker vermitteln wollte. „Das können wir ohne Unterstützung nicht auffangen“, so Adick weiter.

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Laut Statistischem Bundesamt sind die Lebensmittelpreise im Mai im Vergleich zum Vormonat im Schnitt tatsächlich um 4,5 Prozent angestiegen. Schon im April waren die Lebensmittelpreise um 4,8 Prozent gestiegen.

Schwabe findet, dass sich deshalb etwas tun müsse: „Ich werde auch weiterhin für ein Hilfe kämpfen, die neben Solo-Selbstständigen insbesondere auch Empfänger von Grundsicherung im Blick hat“, kündigte er für seine weitere Arbeit im Bundestag an.

In Kürze, so Schwabe, solle dort bekanntlich ein weiteres Hilfspaket geschnürt werden, in dem ein weiterer Kinderzuschlag angedacht ist. Schon jetzt kann man einen sogenannten Notfall-Kinderzuschlag beantragen. Allerdings müsse man bei allen Überlegungen auch kinderlose Menschen beachten, so Schwabe weiter.

Energiepreise sanken um 8,5 Prozent

Insgesamt, so geht aus der aktuellen Auflistung des Statistischen Bundesamtes hervor, werden die gestiegenen Lebensmittelpreise zum großen Teil aber durch günstigere Preise in anderen Warengruppen ausgeglichen. So waren die Energiepreise im Mai etwa um 8,5 Prozent gesunken.

Insgesamt ergab sich im typischen deutschen Warenkorb, dem sogenannten Verbraucherpreisindex aus ausgewählten Gütergruppen, nach Berechnung der Statistiker nur ein geringer Anstieg. Die Verbraucherpreise in Deutschland sind demnach im Mai nur noch um 0,6 Prozent gestiegen. Die Inflation ist damit im Vergleich zum Vormonat und Vorjahresmonat weiter zurückgegangen.

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