Leukämie: Der 13-jährige Cenk sucht einen Stammzellenspender

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Der 13-jährige Cenk hat Leukämie. Um gesund zu werden, sucht er einen Stammzellenspender. Unterstützung erhält Cenk von Mesut Özil. Und von seinem Onkel, dem Castrop-Rauxeler Martin Janicki.

Dortmund, Castrop-Rauxel

, 21.05.2021, 17:55 Uhr / Lesedauer: 3 min
Cenk ist 13 und hat Leukämie. Um wieder gesund zu werden, braucht er einen Stammzellenspender.

Cenk ist 13 und hat Leukämie. Um wieder gesund zu werden, braucht er einen Stammzellenspender. © privat

„Hallo Welt, ich bin Cenk und 13 Jahre alt. Ich liebe Sport, coole Klamotten, Musik und mit Freunden zu chillen. Also alles, was man in meinem Alter so macht.“

Das schreibt der Dortmunder Cenk über sich selbst auf der Website des DKMS, einer gemeinnützigen Organisation, die Stammzellenspender für Leukämie-Patienten registriert.

Fußball spielen, Freunde treffen und das Leben genießen: All das ist Cenk vor einem Monat schlagartig genommen worden. Am 31. März kommt die Diagnose: Cenk hat Leukämie. Sein Onkel Martin Janicki erinnert sich noch genau daran. Es ist der Mittwoch vor Ostern. Janicki hatte sich mit Cenk für das Wochenende verabredet, um gemeinsam Ostern zu feiern. Zum Feiern ist der Familie nach diesem Tag nicht mehr zumute.

Verdacht auf Corona nicht bestätigt

Zuerst denkt noch keiner an Blutkrebs. Als Cenk kurz vor den Osterferien plötzlich Fieber bekommt, denken die Eltern, er habe sich mit Corona angesteckt, erzählt Janicki. Ein negativer Test beweist dann aber das Gegenteil.

Als auch der Verdacht auf eine Mandelentzündung nicht bestätigt wird, nimmt der Kinderarzt Blut ab und macht einen Ultraschall. Und was danach kommt, stellt das Leben der Familie auf den Kopf: Cenks Leukozyten sind zehnfach erhöht. Das heißt, Cenk hat Blutkrebs.

Die Nachricht ist ein Schock für die Familie. „Ich habe in meinem Leben keine schlimmere Nachricht bekommen“, erzählt Martin Janicki, Vorsitzender von Wacker Obercastrop. Er hat von der Diagnose seines Neffen über das Telefon erfahren.

Martin Janicki, Vorsitzender des Fußballvereins Wacker Obercastrop, ist der Onkel von Cenk. Für ihn war die Nachricht ein Schock.

Martin Janicki, Vorsitzender des Fußballvereins Wacker Obercastrop, ist der Onkel von Cenk. Für ihn war die Nachricht ein Schock. © Volker Engel

Janicki hat eine enge Beziehung zu seinem Neffen. „Die Nachricht hat uns umgehauen“, erinnert er sich. „Die ganze Welt stürzt zusammen.“ „Eine solche Diagnose zieht einem das Fundament unter den Füßen weg“, erzählt Vater Özgür. Er war im Krankenhaus dabei, als die Diagnose kam.

Cenk hat zwei Chemotherapien hinter sich

Mittlerweile hat Cenk zahlreiche Untersuchungen und zwei Chemotherapien hinter sich. Die Nebenwirkungen der Therapie waren schlimm: Übelkeit und Erbrechen plagen Cenk, dazu lösen sich seine Mundschleimhäute auf. Das sei so schmerzhaft gewesen, dass Cenk während der Chemotherapie sogar künstlich ernährt werden musste.

Im Juni steht für Cenk der dritte Chemoblock an. Um Cenks Leben zu retten, braucht er aber eine Stammzellenspende. Nur so kann er gesund werden.

Online-Aktion sucht Spender für Cenk

Um einen passenden Spender für Cenk zu finden, hat die DKMS eine Online-Aktion gestartet. Auf der Seite www.dkms.de/teamcenk können sich alle gesunden Menschen zwischen 17 und 55 Jahren bei der DKMS als potenzielle Spender registrieren lassen.

Nach der Registrierung schickt die DKMS ein Set mit drei Wattestäbchen und einer genauen Anleitung nach Hause. Dann muss man mit den Wattestäbchen einen Abstrich der Wangenschleimhaut machen und diesen an das Labor in Dresden schicken.

„Besonders wichtig ist, dass der Abstrich schnellstmöglich wieder zurückgeschickt wird“, betont Demet Kaygusuz, Aktionsbetreuerin beim DKMS. Der Abstrich wird dann nicht nur mit Cenks Blut verglichen, sondern kommt in die allgemeine Spenderdatenbank der DKMS. Somit können die registrierten Personen in Zukunft auch für andere Leukämie-Patienten als Stammzellenspender in Frage kommen, erklärt Kaygusuz.

Wer sich schon einmal bei einer Spenderdatei registriert hat, muss dies nicht noch einmal tun. In Dortmund haben sich nach Angaben der DKMS knapp 38.000 Bürger bereits als potentielle Stammzellenspender registrieren lassen.

Erst wenn die Gewebemerkmale mit einem Patienten übereinstimmen, kann eine Blutspende erfolgen. Bis heute sind laut der DKMS 390 Dortmunder zum Stammzellenspender geworden - und haben so ein Leben gerettet.

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Instagram-Video fast 300.000 Mal geklickt

Über 700 Personen haben sich am Mittwochnachmittag schon über Cenks Link als Spender registriert - und die Zahl steigt kontinuierlich . Um noch mehr Menschen zu erreichen, haben Cenks Eltern zusammen mit ihrem Sohn einen Instagram-Kanal gestartet. Der Kanal hat innerhalb von nur sechs Tagen über 7.500 Abonnenten bekommen.

Vater Özgür, Mutter Alexandra, Sohn Cenk und Tochter Maya beschreiben sich selbst als eine glückliche Familie. Das ändert sich, als ihr Sohn plötzlich Leukämie bekommt.

Vater Özgür, Mutter Alexandra, Sohn Cenk und Tochter Maya beschreiben sich selbst als eine glückliche Familie. Das ändert sich, als ihr Sohn plötzlich Leukämie bekommt. © privat

In einem Instagram-Video hat sich Cenk für die große Anteilnahme bedankt. Das Video wurde mittlerweile knapp 300.000 Mal geklickt und hat mehr als 1500 Kommentare.

In den Kommentaren finden sich auch berühmte Persönlichkeiten wie Schauspieler Benjamin Heinrich oder Sportler Kerim Engizek. Beide haben auf ihren Accounts eine Reichweite von mehreren Hunderttausend Abonennten. „Er hat die Herzen der Menschen mit seiner tapferen Art berührt“, erzählt Mutter Alexandra.

Doch das größte Geschenk für Cenk: Sein eigenes Fußballidol Mesut Özil unterstützt ihn. Özil hat Cenks Geschichte in der Instagram-Stroy seines Accounts verlinkt - und der hat stolze 24 Millionen Follower. Cenk ist von der Unterstützung seines Idols überwältigt. „Wenn eine Fußballlegende dich supportet, ist das nicht zu beschreiben“, schreibt er auf Instagram.


Cenk gibt die Hoffnung nicht auf

Cenk möchte sich von der Krankheit nicht unterkriegen lassen. Am Anfang war das für ihn schwierig. „Ich hatte viele Fragen und Gedanken: Warum nur ich?“, schreibt er auf Instagram. Damit ist jetzt aber Schluss.

„Ich habe beschlossen aufzuhören, mir Kopfkino zu machen“, schreibt er. Sein neues Motto: „Der Teufel flüstert: Diesen Sturm wirst du nicht überstehen. Der Krieger antwortet: Ich bin der Sturm!“

Ganz ohne Hilfe schafft es Cenk aber trotzdem nicht. Mit der Spendenaktion hofft die Familie, so viele Menschen wie möglich zu erreichen. „Man versucht einfach nur zu helfen“, sagt Martin Janicki. „Wir hoffen, dass er dadurch einen Stammzellenspender findet.“

Und wenn Cenk wieder gesund ist? Dann will er nach New York reisen. Das ist sein großer Traum, sagen seine Eltern. „Wenn er gesund ist, werden wir ihm diesen Wunsch erfüllen“, erzählen sie.

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