Liebelei am Autoscooter - 25-Jährige verprügelt Nebenbuhlerin am Rande der Frühjahrskirmes

rnGerichtsprozess

Der Typ vom Autoscooter scheint unwiderstehlich. Zumindest für zwei junge Frauen. Die Konkurrenz endete mit Faustschlägen an der Bushaltestelle Münsterplatz. Ein ungleicher Kampf.

Castrop-Rauxel

, 21.09.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die diesjährige Frühjahrskirmes in der Castroper Altstadt bleibt zwei Frauen sicher lebhaft in Erinnerung. So wie der Typ vom Autoscooter. Seinetwegen sind die beiden, die sich am Montag im Gerichtssaal wiedersahen, am 5. Mai nach Castrop-Rauxel auf die Kirmes gekommen.

Eine 25-Jährige aus Herne reklamiert ihn als ihren Freund. Und rastete aus, als sie sah, dass eine 17-Jährige mit ihrem Liebsten am Rande der Scooterfläche „herummachte“.

Schülerin an der Bushaltestelle abgepasst

Da sah sie rot und schlug das junge Mädchen, das mit Freundinnen zur Castroper Kirmes gekommen war, an der Bushaltestelle grün und blau. „Ich kenn sie nur flüchtig, aber ich habe sie schon zwei Tage mal mit meinem Freund gesehen“, sagt die Mutter von zwei kleinen Kindern.

Angeklagt war sie wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Sie hatte die 17-jährige Schülerin aus Bochum am Abend gegen halb acht an der Bushaltestelle am Münsterplatz entdeckt und - ohne viel Worte zum machen - gleich die Faust gezückt.

Vier Faustschläge und eine Kopfnuss

„Hier, hier und hier“, sagte das schmächtige Mädchen im Zeugenstand und tippte mit dem Zeigefinger an ihre Schläfe und auf die Nase. Vier Faustschläge musste sie einstecken, dazu eine Kopfnuss.

„Sie hatte sofort ein Ei“, schilderte eine 38-jährige Hausfrau, die mit Freund und Tochter ebenfalls die Kirmes besucht hatte, zur selben Zeit auf einen Bus wartete und Augenzeugin wurde.

Das „Ei“, die Schwellung im Gesicht, war nicht von schlechten Eltern. Denn die Schülerin wurde von dem Angriff nicht nur überrumpelt, sondern war körperlich auch eindeutig unterlegen.

Opfer krankenhausreif geschlagen

So war es für die kräftige 25-Jährige vermutlich ein Leichtes, das zarte Mädchen an eine Schaufensterscheibe zu drücken und krankenhausreif zu schlagen.

Eine Woche konnte die 17-Jährige nicht zur Schule, was ein Blick auf das Polizeifoto, das die Verletzungen dokumentiert, nicht verwundert.

Die 25-jährige Hausfrau und Mutter gab die Tat unumwunden zu. Ein Geständnis, das sich strafmildernd auswirke, so die Staatsanwältin. Strafschärfend kam indes hinzu, dass die Angeklagte nicht zum ersten Mal vor Gericht stand.

Bewährung und Schmerzensgeld

Zwei Einträge weist ihr Vorstrafenregister auf, darunter eine einschlägige Tat. Ebenfalls Körperverletzung in Verbindung mit Beleidigungen.

Während die Staatsanwältin eine Geldstrafe über 1200 Euro forderte, verhängte der Strafrichter in seinem Urteil eine sechsmonatige Bewährungsstrafe. Dazu machte er zur Auflage, dass die Schlägerin 400 Euro Schmerzensgeld an die Schülerin zahlen muss. Die 25-Jährige nickte und verließ dann ungerührt den Saal.

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