Mann ersteigert gestohlene Gitarre vom Freund

Kurioser Diebstahl

Vor dem Amtsgericht Castrop-Rauxel wird derzeit ein kurioser Fall verhandelt: 2015 wurden einem Mann in Ickern Gitarren und Elektronik aus dem Keller gestohlen. Eine Gitarre fand der Mann später bei Ebay wieder - und ersteigerte sie. Bei der Abholung erwartete ihn dann allerdings ein Bekannter. Der Angeklagte spricht von einem Zufall.

CASTROP-RAUXEL

, 16.06.2017, 19:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mann ersteigert gestohlene Gitarre vom Freund

Diebstahl in Ickern: Aus einem ausgebauten Kellerraum verschwanden im Sommer 2015 fünf Gitarren, ein Fernseher, ein Monitor, eine Playstation und ein Laptop. Später tauchte die wertvollste der Gitarren bei Ebay auf.

Der Bestohlene steigerte mit, bekam den Zuschlag und glaubte beim Abholen in Essen nicht, was er sah: Er kannte den Verkäufer. Der war mit einem gemeinsamen Bekannten mal bei ihm gewesen, wusste um die Schätze im Keller.

Angeklagter will Ware auf Flohmarkt gekauft haben 

Jetzt wird dieser dreiste Diebstahl vor dem Castrop-Rauxeler Strafrichter verhandelt. Trotz der unglaublichen „Zufälle“ – in der Wohnung des Angeklagten fand sich fast das komplette übrige Diebesgut – streitet der 24-Jährige die Vorwürfe ab.

Er behauptet, die Dinge auf einem großen Flohmarkt auf dem Gelände des Essener Autokinos erworben zu haben. „Ich wollte auf dem Flohmarkt nur einen Fernseher kaufen“, sagte er aus. Der Verkäufer, angeblich ein Südeuropäer, habe ihm auch einen Laptop angeboten, den er dann auch genommen habe. Zu einem guten Preis, unter 500 Euro.

Besitzer erkannte Gitarre an der Maserung

Dann habe er ihm auch noch fünf Gitarren angeboten, besser gesagt, aufgedrängt. „Ich habe gesagt, dass ich damit nichts anfangen kann, aber als ich nur 20 Euro mehr zahlen sollte für alles, habe ich zugeschlagen“, schilderte er den ungewöhnlichen Deal.

Beim Abtransport habe ihm ein Freund geholfen. Daheim habe er im Netz recherchiert, was die Ware wohl wert wäre und dann die wertvollste der Gitarren zum Verkauf angeboten. „Ich habe sie gleich an der Holzmaserung erkannt“, so der eigentliche Besitzer. „Von dieser Gitarre gibt es nur wenige, und alle sind registriert. Aber nicht in Essen, wo sie angeboten wurde. Deshalb habe ich mitgeboten.“

Den eigenen Sohn als Alibi

Er hatte zum Übergabetermin gleich die Polizei mitgenommen, die dann in der Wohnung des Verkäufers die anderen gestohlenen Dinge sicherstellte. Bis auf eine Gitarre, die der Angeklagte seinem kleinen Sohn geschenkt hatte.

Dieser Sohn ist auch sein Alibi. Am Tag des Diebstahls habe er das Kind bei sich gehabt, vom Mittag bis zum nächsten Morgen. Deshalb will der Richter die Kindesmutter anhören und den Fahrer der angeblichen Flohmarktware, zu dem der Angeklagte keinen Kontakt hat. Dann wird er ein Urteil fällen.

Lesen Sie jetzt