Bürgermeisterkandidat Rommel sieht Castrop-Rauxel im „Dornröschenschlaf“

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Schon einmal wollte Mario Rommel Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Castrop-Rauxel werden. Vor fünf Jahren wurde er nicht zugelassen. In diesem Jahr tritt er erneut an. Mit großen Plänen.

Castrop-Rauxel

, 27.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Vor fünf Jahren versuchte Mario Rommel schon einmal, sich für das Amt des Bürgermeisters von Castrop-Rauxel zu qualifizieren. Mit 252 gesammelten Unterschriften hatte er dies vermeintlich auch geschafft. Doch nach einer Prüfung der Unterschriften wurde der 51-Jährige nicht zur Wahl zugelassen.

Einige Unterstützer-Unterschriften wurden damals als ungültig eingestuft. Gründe waren dafür unter anderem, dass die Unterstützer nicht im Einwohnermelderegister der Stadt Castrop-Rauxel zu finden waren, zum Teil die Adressen oder die Unterschriften fehlten oder einige der Menschen auf der Liste nicht im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft waren.

Keine Probleme bei erneuter Kandidatur

Diesmal ist Mario Rommel überzeugt: So etwas passiert ihm nicht nochmal. Er habe innerhalb von zwei Wochen schon mehr als die Hälfte der Unterschriften zusammen, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion, und will bis Mitte Juni noch weit mehr als die benötigten 250 zusammenbekommen.

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„Mit mir gibt es endlich einen Gegner, auch wenn die Stadt das nicht will“, sagt er forsch. „Ich lasse mich nicht unterkriegen, und die Menschen in Castrop-Rauxel wollen auch, dass sich etwas ändert. Ich will mehr Transparenz und Veränderung für die Bürger“, so Rommel.

Der entscheidende Auslöser für seinen Antritt zu den diesjährigen Kommunalwahlen sei die Nachricht gewesen, dass Florian Pätzold entgegen seiner ersten Pläne nun doch nicht als parteiloser Kandidat gegen Rajko Kravanja (SPD), Oliver Lind (CDU) und Nils Bettinger (FDP) antreten wird.

Probleme bei einer erneuten Aufstellung als Kandidat habe es nicht gegeben, so Rommel. Auch die Stadtverwaltung bestätigt unserer Redaktion, dass Mario Rommel bisher alle Auflagen zu einer Kandidatur erfülle und demnach zugelassen sei.

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Mario Rommel sieht in Castrop-Rauxel diverse Mängel, die er nicht länger hinnehmen möchte: Das Thema der Verschuldung ist für den Bürgermeister-Kandidaten dabei ein besonders wichtiger Aspekt. Allerdings dürfe die Stadt dies nicht zulasten der Bürger durch Steuererhöhungen regeln.

Mario Rommel (51) tritt wieder an, Bürgermeisterkandidat zu werden. Der Lokführer, wohnhaft in der Nähe des Amtsgerichts, will es diesmal als parteiloser Kandidat versuchen.

Mario Rommel (51) tritt wieder an, Bürgermeisterkandidat zu werden. Der Lokführer, wohnhaft in der Nähe des Amtsgerichts, will es diesmal als parteiloser Kandidat versuchen. © Tobias Weckenbrock

Eine Überlegung sei ein Bestellportal, in dem man sich mit anderen Städten im Vest vernetzt und darüber Bestellungen ordert. Rommel erklärt das an einem simplen Beispiel: „Dort kann man beispielsweise Büroartikel ordern. Braucht die Stadtverwaltung in Castrop-Rauxel 100 Kugelschreiber, gibt man diese Bestellung dort ein. Die anderen Städte ebenfalls. So kommt man auf Großmengen und kann günstiger bestellen. Ein banales Beispiel, aber auch so kann man Geld sparen ohne den Bürger direkt zu belasten.“

Bürgernähe ist für Mario Rommel das A und O

Der Bürger stehe für Rommel an erster Stelle. „Ich will ein Bürgermeister zum Anfassen sein. Die Leute sollen mich auch im Bus ansprechen und über ihre Anliegen sprechen können. Zur Not stelle ich mich auf den Marktplatz und hole mir mit Strichlisten Meinungen für bestimmte Entscheidungen ein“, erklärt der gebürtige Thüringer.

Darüber hinaus sehe er Potenzial, Castrop-Rauxel auch für die jüngere Generation voranzubringen. „Rund um Castrop-Rauxel liegen unheimlich viele Universitäten und Hochschulen, die man mit Bus und Bahn oder auch dem Auto schnell erreichen kann. Studentenwohnheime wären optimal. Anstatt unseren Kindern und Enkeln Schulden zu hinterlassen, sollten wir ihnen lieber eine Zukunft in Castrop-Rauxel bieten.“

Des Weiteren steht für die Wirtschaftsförderung, Firmengewinnung und interkommunale Zusammenarbeit auf dem Plan. Aber ein besonderes Anliegen ist für den 51-jährigen der Tourismus und das Image der Stadt.

Die schönen Ecken von Castrop-Rauxel müssen hervorgehoben werden

Als aktiver Radfahrer habe er schon viele Ecken von Castrop-Rauxel gesehen, die besonders hervorzuheben seien, aber nicht genug Beachtung fänden. „Wir müssen mehr für den Tourismus tun. Die Online-Aufstellung unserer Stadt ist überhaupt nicht attraktiv in dieser Hinsicht. Pensionen, Hotels, die Sonnenuhr, Schloss Bladenhorst und so vieles mehr muss einfach besser vorgestellt werden, damit die Leute gerne nach Castrop kommen“, so Rommel.

Mario Rommel bringe für den Wahlkampf ein hohes Maß an Motivation mit, sagt er. Zurzeit läuft er von Haustür zu Haustür. An der Holzstraße zum Beispiel und in Deininghausen, wo bei Facebook schon über seine Spaziergänge auf der Jagd nach Unterschriften diskutiert wurde. Trotz seiner Nicht-Zulassung vor fünf Jahren gibt er sich positiv gestimmt, sagt er. „Ich will Castrop-Rauxel aus dem Dornröschenschlaf erwecken“, so Rommel.

Zur Person: Das ist Mario Rommel

Mario Rommel ist 51 Jahre alt, wohnt in der Nähe des Amtsgerichts und will nach 2015 zum zweiten Mal als Bürgermeisterkandidat bei der Kommunalwahl antreten. Er sagt, er sei ja der einzige richtige Gegenkandidat. Er ist geschieden, hat zwei Kinder und arbeitet bei der Deutschen Bahn als Lokführer im Güterverkehr.
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