Willy-Brandt-Gesamtschulleiterin Violetta Kroll-Baues fände die Rückkehr der Maskenpflicht eher belustigend. An der WBG trügen ohnehin alle Maske, sagt die Schulleiterin auf Anfrage. © Michael Fritsch (Archiv)
Coronavirus

Maskenpflicht zurück an Schulen? Castrop-Rauxeler Schulleiterin lacht

Die Eilmeldung am Montag aus dem NRW-Schulministerium sorgt für Erheiterung an einer Castroper-Rauxeler Gesamtschule. Kehrt am Dienstag per Beschluss die Maskenpflicht zurück?

Die 4. Corona-Welle zeichnet sich dadurch aus, dass sie wie ein Hin und Her aus abgeschafften und neu eingeführten Regelungen wirkt: Seit dem 2.11. ist die Pflicht, auf dem eigenen Platz im Klassenraum eine Atemmaske zu tragen, aufgehoben. Jetzt vollzieht das NRW-Schulministerium möglicherweise schon am Dienstag (30.11.) die 180-Grad-Wende.

Denn seit Montagmittag ist zu hören, dass bei der Kabinettssitzung in Düsseldorf neue Beschränkungen beschlossen werden sollen. Dabei auch im Fokus: die Schulen. Dort gibt es offenbar zunehmend mehr Infektionen: Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte Freitag gemeldet, dass knapp 42.000 Schüler in NRW infiziert oder in Quarantäne seien, 10.000 mehr als in der Woche zuvor. Eine Anordnung der Maskenpflicht sei möglich, ein Vorziehen der Weihnachtsferien eher nicht, so Gebauer.

Das sagte Yvonne Gebauer am Montag

„Wir reagieren damit in der jetzigen Situation auch auf die Rückmeldungen aus der Schulgemeinschaft, die sich durch die Rückkehr zur Maskenpflicht auch bei den Schülerinnen und Schülern sicherer fühlen“, erläuterte die Schulministerin laut WDR.de am Montag ihre Empfehlung zu einer Rückkehr zur Maskenpflicht. „Zudem versprechen wir uns davon ein geordneteres und verlässlicheres Verfahren zur behördlichen Anordnung von Quarantänemaßnahmen.“

In Castrop-Rauxel gibt es, wie nun bekannt wurde, zumindest Infektionen an der Willy-Brandt-Gesamtschule, eine der größten Schulen in Castrop-Rauxel mit rund 1000 Schülern der Jahrgänge 5 bis 13.

Corona-Fälle an der WBG

Sechs Kinder seien seit Freitag infiziert gemeldet oder in Quarantäne, alle aus einer sechsten Klasse, teilt Schulleiterin Violetta Kroll-Baues auf Anfrage mit. Man warte auf Ergebnisse weiterer Tests und „werde dann weitersehen“, sagte Kroll-Baues am Montagmittag auf Anfrage unserer Redaktion.

Die Jahrgänge 5, 6 und 7 seien am stärksten betroffen von möglichen Ausbrüchen, da die Impfquote der teilweise unter 12-jährigen Kinder geringer sei. „Aber wir beobachten das scharf und sorgen dafür, dass die anderen möglichst weiter zur Schule gehen können. Wir wollen nicht, dass Kinder zu Hause bleiben müssen.“

Über die wahrscheinliche Rückkehr der Maskenpflicht kann Violetta Kroll-Baues dagegen nur lachen. „Darf ich das?“, fragt sie im Gespräch mit unserer Redaktion und argumentierte so: „Bei uns tragen die Schüler ohnehin weiter freiwillig die Masken. Die Aufhebung der Pflicht am Sitzplatz haben die Schüler bei uns gar nicht umgesetzt.“

„Alle Tagen Masken seit letzter Woche“

Nur vereinzelt hätten Schüler am Sitzplatz die Maske abgenommen. „Aber seit letzter Woche tragen alle ihre Masken, auch in der Pause“, sagt die Schulleiterin. „Unsere Schülerschaft und die Kollegen haben sich an die Pflicht gehalten und das auch freiwillig weiter getan, einfach aufgrund der Infektionszahlen. Die sorgen schon für sich selber“, sagt Violetta Kroll-Baues.

Andere Schulleitungen erreichten wir nicht. Bis auf die Fridtjof-Nansen-Realschule. Aber Alfred Horn sagte, er wolle dazu erst etwas sagen, wenn er die Verordnung habe: „Ich spekuliere nicht.“

Wie es mit Infektionen an anderen Castrop-Rauxeler Schulen aussieht, möchte der Kreis Recklinghausen am Dienstag (30.11.) mitteilen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen der Medienwelt seit der Jahrtausendwende.
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Tobias Weckenbrock

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