Mehr als 50 Bewerber wollen Sänger bei Eskimo Callboy werden

rnEskimo Callboy

Nach der Trennung von „Sushi“ Biesler ist ein Mikrofon bei der Metalcore-Band „Eskimo Callboy“ unbesetzt. Auch ein alter Freund hat sich um eine „Festanstellung“ beworben.

Castrop-Rauxel

, 20.03.2020, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Wochen, nachdem Sebastian „Sushi“ Biesler die Castrop-Rauxeler Band verlassen hat, hatten Eskimo Callboy erst kürzlich den Ersatzmann für eine Russland-Tournee benannt. Die Tour sollte am 26. März beginnen - doch nun hat das Coronavirus den Musikern einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Inzwischen heißt es: Ausländer dürfen nicht mehr nach Russland einreisen, falls sie nicht in der Transportlogistik benötigt werden oder über einen Diplomatenpass verfügen. Unwahrscheinlich, dass sich das in den kommenden wenigen Tagen ändert.


Für die freie Stelle am Mikrofon sind mehr als 50 Bewerbungsvideos auf Youtube zusammengekommen. Darin stellen sich mögliche Nachfolger für „Sushi“ musikalisch vor. Die Castrop-Rauxeler Erfolgsband hatte selbst dazu aufgerufen und eigens drei Songs als Instrumentalversion ins Netz gestellt. Die Einsendungen wurden nach und nach online gestellt.

Darunter findet sich auch eine Bewerbung von Nico Sallach - der die Band bei ihrer Russland-Tournee unterstützen sollte. Er stellte sich vor mit dem Song „Prism“ vom aktuellen Album „Rehab“.

Nico Sallach ist bereits eine Szene-Größe

Sallach ist kein unbekannter in der Metalcore-/Trancecore-Szene. Er war zuletzt Sänger bei der Anfang 2020 aufgelösten Band „To The Rats And Wolves“. Beide Combos waren über längere Zeit Weggefährten.

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Die Debüt-EP „Young Used Wasted“ der Essener Band wurde von Eskimo-Callboy-Gitarrist Daniel Haniß aufgenommen. 2014 war „To The Rats And Wolves“ als Support für „Eskimo Callboy“ auf Tournee in Deutschland und im europäischen Ausland.

Es gibt weitere gute Kandidaten

Dass Nico Sallach mit nach Russland hätte fahren sollen sei aber keine Vorentscheidung für Nico Sallach bei der Neubesetzung des Sängerpostens. „Er gehört klar zum Kreis unserer Favoriten, aber es gibt da noch ein paar andere Kandidaten, die ziemlich cool sind“, so Ratajczak. Der Stimmcharakter müssen passen, aber auch andere Faktoren spielten eine Rolle.

Sebastian „Sushi“ Biesler (links) hat die Band nach zehn Jahren verlassen. Verstärkung für Kevin Ratajczak am zweiten Mikrofon wird gesucht. Vielversprechende Kandidaten waren bereits im Castrop-Rauxeler Studio der Band.

Sebastian „Sushi“ Biesler (links) hat die Band nach zehn Jahren verlassen. Verstärkung für Kevin Ratajczak am zweiten Mikrofon wird gesucht. Vielversprechende Kandidaten waren bereits im Castrop-Rauxeler Studio der Band. © Christian Püls

Bei den Fans kristallisieren sich verschiedene Kandidaten als Favoriten heraus: In bislang fast 400 Kommentaren tauschten sie sich auf „Eskimo Callboys“ Facebook-Präsenz über die Vorzüge der verschiedenen Bewerber aus. Genretypisch sollte ein Kandidat sowohl „cleanen“ Gesang als auch Screams beherrschen.

Eine Frau unter den Bewerbern

Viele Fans begeistern sich für Nico Sallach, andere bevorzugen Daniel Mo, Finn LKTC, Jakob Preißler, Justin Husmann oder Karai Anna Sevena, die einzige Bewerberin. Manche Anhänger fasziniert offenbar der Gedanke einer Frontfrau bei Eskimo Callboy. Zum Song MC Thunder präsentierte sie sich bei ihrer Bewerbung sogar in einem eigens erstellten Musikvideo.

„Die Auditions sind gut angekommen. Wir wollen nicht hinter verschlossenen Türen nach einem Ersatz für Sushi suchen“, sagt Kevin Ratajczak, „einige haben hinter der Aktion aber nur einen Publicity-Gag vermutet. Wir haben dadurch inzwischen ein paar Leute im Studio gehabt, die wir vorher gar nicht kannten.“

Ex-Sänger arbeitet an neuem Projekt

Ex-Sänger Sebastian „Sushi“ Biesler, der Eskimo Callboy nach zehn Jahren verlassen hat, kündigte unterdessen sein neues Projekt namens Ghøstkid an. Davon finden sich bislang nur ein paar Sound-Schnipsel im Netz, aber offenbar wird es deutlich härter zugehen als zuletzt bei Eskimo Callboy.

Ebenfalls bei Ghøstkid mit an Bord: Christoph Wieczorek, der als Sänger und Gitarrist von Annisokay beim Madhouse Open Air 2018 im Parkbad Süd als Headliner auftrat.

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